Kunst, Konsum und Kommunikation

Baden-Baden (co) – Anlässlich der Contemporary Art luden die Geschäftsleute der Innenstadt zum Einkaufssonntag. Die Fußgängerzone füllte sich langsam – die Kunst-Aktionen sorgten für Gesprächsstoff.

Kassandra Gründler mit Künstlernamen Kassarti präsentiert expressives Live-Painting in der Fußgängerzone.  Foto: Conny Hecker-Stock

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Kassandra Gründler mit Künstlernamen Kassarti präsentiert expressives Live-Painting in der Fußgängerzone. Foto: Conny Hecker-Stock

Für die Contemporary Art in Verbindung mit dem verkaufsoffenen Sonntag hat sich der Verein Baden-Baden Innenstadt (BBI) etwas Besonderes einfallen lassen. Künstler präsentierten sich hautnah am Publikum, zudem forderte ein öffentlicher Malwettbewerb zum Mitmachen heraus.

Bereits seit 2015 präsentiert die BBI alljährlich mit der Contemporary Art Baden-Baden (CAB) ein besonderes Kunstevent zum verkaufsoffenen Sonntag im Oktober. Der Eintritt in die Staatliche Kunsthalle war frei, ins Stadtmuseum ermäßigt. Mehrere Geschäfte der Innenstadt stellten sich als Galerien zur Verfügung, in denen die Künstler ihre Werke ausstellen und mit Besuchern ins Gespräch kommen konnten. Stefan Mast und Geert Bordich waren bei Rabolt Schlafkultur mit Pleine Art Bildern vertreten, die sie unter freiem Himmel gemalt haben, teils mit Motiven der Kurstadt wie dem Dahliengarten oder den Geroldsauer Wasserfällen. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt ihres Schaffens, Bordich malt zum Beispiel auch altmeisterlich. Seiner Meinung nach steht bei solchen Aktionen die Kunst nicht an erster Stelle, während Geschäftsinhaberin Carina Leitermann Außenwirkung feststellt

Stefan Mast und Geert Bordich stellen ihre Bilder bei Betten-Rabolt aus.  Foto: Conny Hecker-Stock

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Stefan Mast und Geert Bordich stellen ihre Bilder bei Betten-Rabolt aus. Foto: Conny Hecker-Stock

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Ein echter Blickfang: die große Staffelei von Kassandra Gründler mit Künstlernamen Kassarti, die expressives Live Painting demonstrierte. In ihren farbenfrohen Bildern in Öl und Acryl porträtiert sie gerne Kinder und starke Frauen, „die mutig zu sich selbst stehen, gerne auch mal verrückt sind und sich nirgends reinpressen lassen“, erklärte die Künstlerin, die in viele Gespräche verwickelt wurde.

Am Nachmittag füllt sich die Fußgängerzone langsam – Einkaufstaschen sieht man aber eher selten.  Foto: Conny Hecker-Stock

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Am Nachmittag füllt sich die Fußgängerzone langsam – Einkaufstaschen sieht man aber eher selten. Foto: Conny Hecker-Stock

Gleich daneben waren kleinere Staffeleien für einen Malwettbewerb der BBI aufgestellt und warteten auf mutige Passanten. Diese stellten sich auch sofort ein und versuchten, möglichst detailgetreu das diesjährige CAB-Titelbild von Fotokünstler Sebastian Wehrle zu kopieren. Den ganzen Nachmittag über durfte hier teilnehmen, wer wollte. Alle Unikate werden fotografiert und ins Netz gestellt, wo man das Siegerbild auswählen kann, dessen Urheber einen Einkaufsgutschein über 100 Euro von der BBI erhält. Peter Wittmann, Matthias Meier und Michaela Meier ließen sich nicht lange bitten. „Es ist ein gutes Training gegen die Scham, etwas in der Öffentlichkeit zu tun, wenn Leute zuschauen“, meinte Matthias entwaffnend ehrlich und pinselte weiter. Im Schaufenster der Wagener-Galerie lieferten sich Svea Ret und Laura Wilferth wieder ein Malduell vor den Augen der Passanten.

Mehr Eiswaffeln als Einkaufstaschen

Eiswaffeln hatte am Sonntagnachmittag jeder dritte Spaziergänger in der Hand, Einkaufstüten dagegen deutlich weniger Besucher. Der Andrang war, wohl wegen des unsicheren Wetters, nicht so enorm wie sonst an verkaufsoffenen Sonntagen. Auf dem Zubringer herrschte kein Gedränge, sogar Parkplätze waren zu bekommen. Die Kunstaktionen forderten jedoch zu vielen Gesprächen heraus und erfüllten so den Wunsch nach Kommunikation.

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Erstellt:
3. Oktober 2021, 18:00 Uhr
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