Kunst liegt im Auge des Betrachters

Rastatt (kos) – Zeitgenössische Kunst des Karlsruher Malers Sandro Vadim wird in den nächsten Monaten in der Rastatter Schlossgalerie ausgestellt. Was er in den Bildern sieht, entscheidet der Betrachter.

Etwa ein Jahr lang können die Gemälde von Sandro Vadim in der Schlossgalerie betrachtet werden, sagt Hausleiterin Claudia Pickert-Schneider.Foto: Konstantin Stoll

© Konstantin Stoll

Etwa ein Jahr lang können die Gemälde von Sandro Vadim in der Schlossgalerie betrachtet werden, sagt Hausleiterin Claudia Pickert-Schneider.Foto: Konstantin Stoll

Die Schlossgalerie gewinnt für die nächsten Monate eine neue künstlerische Dimension hinzu: Dort wird jetzt die zeitgenössische Kunst des Karlsruher Malers Sandro Vadim ausgestellt. Über zwei Etagen verteilt, präsentiert das Einkaufszentrum die öffentlich zugänglichen Bilder, die inhaltlich losgelöst von jeder Gegenständlichkeit vor allem farblich auf die Betrachter wirken sollen.
„Sie dürfen gerne erkennen, was Sie wollen“: Maler Vadim möchte mit seinem Kunststil keinerlei Richtlinien vorgeben, was der Betrachter in seinen Bildern erkennen soll, kann oder will – so beschreibt er selbst das Fehlen jeglicher thematischen Gegenständlichkeit in seinen Werken.

Insgesamt 16 groß- und fünf kleinformatige Bilder sind zu sehen. Etwa ein Jahr lang sollen sie in den ersten beiden Obergeschossen gezeigt werden, sagt Claudia Pickert-Schneider, Leiterin der Schlossgalerie. Auf einen genauen Zeitraum will sie sich noch nicht festlegen.

Kooperation mit dem Kunstverein

Entstanden ist die Ausstellung durch die persönlichen Beziehungen zwischen Vadim und Jörn Kausch, erster Vorsitzender des Rastatter Kunstvereins. Dieser sei allerdings nur in beratender Funktion tätig, sagt Kausch: Veranstalter der Ausstellung ist die Schlossgalerie. Für den Kunstverein, der zusammen mit der Barockstadt und der Schlossgalerie regelmäßig den Kunstpreis auslobt – zuletzt im Jahr 2020 –, sei es wichtig, „keine auseinanderdriftende Qualität“ zum jüngsten Kunstpreis zu erhalten, der eine Etage über den Werken Vadims präsentiert wird, begründet Kausch die Entscheidung, die Bilder des Karlsruher Künstlers zu empfehlen.

Pickert-Schneider freut sich über die künstlerische Zusammenarbeit. Ihr geht es darum, der Kunst „die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu entfalten“. Das entspricht ganz Vadims Malstil: Frei von inhaltlichem Zwang wolle er seine Bilder vor allem durch ihre eigene Bilddynamik auf die Betrachter wirken lassen. Durch starke Kontraste entstehe eine eigene farbliche Thematik, die Vadim insgesamt als „einen großen Fluss“ beschreibt. Dafür arbeite er bewusst mit der „Auflösung von Formen“, weshalb jeder Betrachter für sich etwas anderes in dem Farbenspiel erkennen könne, so der Künstler. Einen politischen Inhalt wolle er nicht vermitteln. Auch einem bestimmten Genre fühle er sich nicht zugehörig, sagt Vadim. Das spiegelt sich auch darin, dass er keinem seiner in der Schlossgalerie ausgestellten Bilder einen Titel gegeben hat.

Der Maler, der auf über 30 Jahre Erfahrung zurückblicken kann, beschreibt seine bisherige Schaffenszeit mit den Worten „alles in kontinuierlicher Bewegung“. Die Bilder in der Schlossgalerie zeigen demnach einen aktuellen Stand seiner malerischen Entwicklung.

Dieser andauernde Fluss künstlerischer Inspiration spiegele sich nun auch in seinen aktuellen Gemälden, die er in den zurückliegenden zehn Jahren gemalt habe, wie er selbst findet.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
7. November 2021, 12:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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