Kunsthandwerker wollen Chance nutzen

Gaggenau (sazo) – Sabine und Gerhard Meißner hauchen dem einstigen Gummibärenland-Shop in der Bahnhofspassage neues Leben ein.

Gerhard und Sabine Meißner präsentieren über 60 unterschiedliche Kunsthandwerker. Foto: Sabine Zoller

© sazo

Gerhard und Sabine Meißner präsentieren über 60 unterschiedliche Kunsthandwerker. Foto: Sabine Zoller

Mit Liebe zum Detail und kreativen Ideen haben Sabine und Gerhard Meißner dem einstigen Gummibärenland-Shop in der Bahnhofspassage neues Leben eingehaucht. „Dank Corona haben wir nun ein dauerhaftes Domizil für 60 Kunsthandwerker und deren regionale Produkte geschaffen, die wir nun auf 65 Quadratmetern allen Liebhabern von selbst gemachten Sachen präsentieren“, erzählt Sabine Meißner.

Bereits vor elf Jahren hat sie mit ihrem Mann angefangen, Stickereien für verschiedene Anlässe zu fertigen. Nun hat sie damit ihr Portfolio erweitert und den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt, um als Familienunternehmen kreativen Freunden und frei schaffenden Künstlern eine neue Plattform zu geben. „Wir beide tüfteln gerne und sind ein gutes Team“, so der Tenor der jungen Unternehmerin, die lachend erklärt: „Eine Kindergartentasche unserer Tochter war ausschlaggebend für unser Hobby rund um das Sticken. Denn zunächst gab es nicht das, was wir uns vorgestellt hatten, dann war es zu teuer und schlussendlich haben wir es eben selbst in die Hand genommen und unsere eigene Stickerei selbst gefertigt.“

Daraus entstanden ist eine Anlaufstelle für Firmen, Vereine und Privatpersonen, die individuell bestickte T-Shirts, Handtücher, Taschen oder sonstige Accessoires ordern. Die Präsenz auf Kunsthandwerkermärkten stieg von Jahr zu Jahr, doch in Corona-Zeiten war plötzlich alles anders. „Wir hatten großes Glück und fanden das tolle Ladengeschäft in Gaggenau“, berichtet die gebürtige Michelbacherin, die viele weitere Kunsthandwerker kennt, die mit demselben Problem zu kämpfen haben: Es gibt keine Märkte, auf denen sie ihre Waren feilbieten können.

Vermietung von Regalfächern

Daher hat sich das Ehepaar an ein neues Konzept gewagt. „Wir bieten durch unsere Regalfach-Vermietung die passende Fläche für Handmade-Produkte. Die Künstler mieten unsere Regale, und wir verkaufen ihre Erzeugnisse“, erklärt Gerhard Meißner, der aus dem Sortiment regionale Produkte wie Honig, Marmelade und Schnäpse benennt. Bei den Keksen ohne Konservierungsstoffen gibt es zum Beispiel die Gaggenauer Gans als buttrig französischen Butterkeks in Motivform. Ob gestrickte Socken von der „Socken-Oma“, gefilzte Vasen und bestickte Taschen oder Holzprodukte für die beste Mama der Welt, Kinderbekleidung von Hosen, Pullovern, Overalls, Mützen und Schals bis hin zu Taschen für Erwachsene, Keramik aus Beton, Bilder und Utensilien für den Hausgebrauch ist das Sortiment ein Augenschmaus an Formen und Farben.

„Noch vorgestern kam eine Künstlerin eigens aus Österreich angereist, um ihren handgemachten Schmuck selbst zu dekorieren. Denn im Epoxidharz sind ausschließlich echte Blumen und Pflanzen verarbeitet, die als Ohrhänger, Armbänder und Ketten getragen werden können.“ Meißner berichtet geradezu schwärmerisch von der großen Resonanz an Künstlern, die ihre handgemachten Produkte aus Köln, Hamburg und Berlin geliefert haben, um ihre Kreationen nun in Gaggenau zu präsentieren.

Ihr Autor

Sabine Zoller

Zum Artikel

Erstellt:
24. September 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.