Kunstraum nimmt zweiten Anlauf

Rastatt (ema) – Die Rastatter Kulturschaffenden Oliver Hurst und Harald Hemprich wollen die Corona-Krise hinter sich lassen und eine Art „Kulturinstitut“ mit verschiedenen Kunstgattungen etablieren.

Oliver Hurst (rechts) und Harald Hemprich, die Macher des Kunstraums, gestalten die erste Ausstellung nach dem Lockdown selbst. Foto: Egbert Mauderer

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Oliver Hurst (rechts) und Harald Hemprich, die Macher des Kunstraums, gestalten die erste Ausstellung nach dem Lockdown selbst. Foto: Egbert Mauderer

Es war ein Start mit Hemmschuh: Doch jetzt wollen die Kulturschaffenden Oliver Hurst und Harald Hemprich die Corona-Krise hinter sich lassen und mit ihrem Kunstraum in der Kaiserstraße 25a durchstarten. Mit Buchhandlung und Pizzeria in unmittelbarer Nachbarschaft könnte ein neues Konzept der Kulturvermittlung in Rastatt Fuß fassen.

Der Start im vergangenen Jahr verlief hoffnungsvoll: Mit dem Stadtmarketing verständigten sich der Profi-Fotograf Hurst und Theatermacher Hemprich darauf, dass die Verwaltung einen begrenzten Mietzuschuss für den knapp 60 Quadratmeter großen Raum im Zuge ihres Concept-Store-Ansatzes beisteuert, um der Innenstadt Auftrieb zu verschaffen.

Die erste Ausstellung mit vier Beteiligten startete. Doch dann kam die Kooperation in politischen Kreisen ins Gerede, Initiator Hurst schlug die städtische Unterstützung aus. Und schließlich bremste Corona die Galeristen aus.

Jetzt melden sich die beiden Betreiber der „Galerie für Malerei, Fotografie, Literatur und Theater“ zurück. Am 4. Juni eröffnen sie den „Kunstraum“ mit eigenen Werken. Harald Hemprich zeigt „Situationen“ – Fotoarbeiten aus analogen Zeiten“; Oliver Hurst präsentiert Aufnahmen unter dem Titel „Männer alleine zu Hause“.

„Wir beleben die Stadt auf unsere Weise“

Ihr Konzept, das Ausstellungen und Veranstaltungen, Kunstobjekte und Kunstvermittlung umfassen soll, steckt weiter im Entwicklungsprozess. Verschiedene Kunstgattungen sollen vertreten sein: Malerei und Grafik, Fotografie und Video, Skulptur und Installation. Literatur und Theater sind gleichberechtigt – in Form von Lesungen und theatralen Inszenierungen, so das Verständnis der Galeristen. Hemprich spricht von einer Art „Kulturinstitut“ für Rastatt: „Wir beleben die Stadt auf unsere Weise.“

Sie vernehmen guten Zuspruch für ihre Idee. Und könnten möglicherweise ihr Konzept im Schulterschluss mit Partnern in der Nachbarschaft umsetzen. Denn sowohl Olga Winterholler von der Buchhandlung Thalia als auch Patrick Arena vom Restaurant Pinocchio würden mit dem Kunstraum sympathisieren. Hurst und Hemprich könnten sich vorstellen, dass auch im Freien um die Ecke Veranstaltungen ausgerichtet werden. Den Rahmen wollen sie eh nicht zu eng stecken. Hurst zum Beispiel liebäugelt weiter mit der Idee, fotografische Stadtspaziergänge anzubieten. Die Initiatoren zeigen sich offen für Anfragen zur Nutzung der Räume. „Und natürlich sollten sich Künstler trauen, uns anzufragen, um ihre Werke auszustellen“, sagt Hurst.

Dass die zwei Galeriemacher weiter am Ball bleiben können, verdanken sie auch ihrer Vermieterin, die ihnen entgegenkommt. Hurst und Hemprich suchen nun Unterstützer, die als eine Art „stille Teilhaber“ den Kunstraum fördern – und damit eine neue Facette des Kulturlebens in der Stadt.

Der Kunstraum ist ab 4. Juni freitags von 16 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.

Ihr Autor

BT-Redakteur Egbert Mauderer

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Erstellt:
27. Mai 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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