Kuppenheimer Stadtwald macht Gewinn

Kuppenheim (ar) – Sturm-, Dürr- und Käferholz sowie Pilzschäden machen dem Kuppenheimer Stadtwald zu schaffen. Doch trotz umfangreicher Maßnahmen ist der Forst kein Verlustgeschäft.

Der Kuppenheimer Stadtwald ist arbeitsintensiv, aber immer noch ein Geschäft. Foto: Anne-Rose Gangl

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Der Kuppenheimer Stadtwald ist arbeitsintensiv, aber immer noch ein Geschäft. Foto: Anne-Rose Gangl

Mit einer kurzen, aber inhaltsreichen Sitzung beendete die Stadt Kuppenheim am Montagabend den Zyklus der Ratssitzungen für 2020. Gute Nachrichten gab es aus dem rund 311 Hektar großen Kuppenheimer Stadtwald, der allen Klimawidrigkeiten zum Trotz im vergangenen Jahr einen Überschuss in Höhe von rund 26.000 Euro erwirtschaften konnte. Mit einem Gewinn in Höhe von 35.000 Euro wird auch Ende 2020 gerechnet.

Unter strengsten Corona-Maßnahmen fand die öffentliche Gemeinderatssitzung in der neuen Veranstaltungshalle statt. Auf die Präsenz von Fachberatern wurde verzichtet, und auch die sieben Tagesordnungspunkte waren in einer halben Stunde abgehandelt. So waren auch Forstbezirksleiter Markus Krebs und Revierförster Martin Melcher nicht anwesend, um einen Einblick in den Kuppenheimer Stadtwald zu geben. „Sobald es wieder normale Zeiten gibt, werden wir zu einer Waldbegehung einladen“, versprach Bürgermeister Karsten Mußler.

In seinem Bericht verwies Markus Krebs auf die schwierige Situation der Holzwirtschaft bedingt durch Trockenheit, Klimawandel, Pilzschäden und den schwierigen Holzmarkt. Aktuell würden rund 46 Prozent der Waldfläche in Baden-Württemberg als deutlich geschädigt eingestuft, so Krebs in seinem Bericht. Auch im Kuppenheimer Stadtwald konnte man absterbende Buchenkronen sehen, was die Gefahr durch abfallende Totäste im Wald, damit aber auch den Aufwand zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht erhöht habe. Der Holzeinschlag, der im Jahre 2019 aufgrund Sturm-, Dürr- und Käferholz sowie Pilzschäden von 1.700 auf 2.096 Festmeter erhöht werden musste, liegt in diesem Jahr bei rund 1.270 Festmetern und daher unterhalb des Hiebsatzes. Im kommenden Jahr 2021 liegen 1.800 Festmeter Holzeinschlag im Plan. Vom Holzeinschlag profitieren können wiederum die Kuppenheimer Bürger, denn rund 1.000 Festmeter des Einschlagholzes konnte an 85 Werber weitergegeben werden.

„Bei den Verantwortlichen in guten Händen“

Nachdem im vergangenen Jahr rund 85,7 Hektar Fläche durchgeforstet werden mussten, sind es in diesem Jahr 21,1 Hektar, im Jahr 2021 rund 30 Hektar. Auf 9,2 Hektar Fläche musste in diesem Jahr Jungbestandspflege durchgeführt werden, auf weiteren 1,8 Hektar Kultursicherung. Darüber hinaus wurden 40 Baumhasel neu gepflanzt. Für das kommende Jahr 2021 ist Jungbestandspflege auf 15,1 Hektar vorgesehen sowie Kultursicherung auf 0,5 Hektar. Geästet werden müssen im kommenden Jahr 100 Bäume. Insgesamt mussten in diesem Jahr rund 7.000 Euro für Waldkultur und Bestandspflege investiert werden. In die Unterhaltung von Waldwegen wurden 8.000 Euro gesteckt.

„Der Kuppenheimer Stadtwald ist bei den Verantwortlichen in guten Händen“, so das Fazit der Forstdirektion beim Regierungspräsidium Karlsruhe im Rahmen der Zwischenrevision zur Zehn-Jahres-Planung bis 2024. Schwarze Zahlen und ein normaler Planansatz sind auch für 2021 angezeigt, wie Bürgermeister Karsten Mußler sagte. Als „finanzielles Bonbon on top“ rechnet die Stadt Kuppenheim zusätzlich mit Fördermitteln des Bundes und Landes.

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Erstellt:
16. Dezember 2020, 12:30 Uhr
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