Kurhaus-Kolonnaden „nicht nur ein Anhängsel“

Baden-Baden (sga) – BKV-Geschäftsführer Steffen Ratzel und Christkindelsmarkt-Organisator Jörg Grütz sehen in den Kurhaus-Kolonnaden Potenzial.

Fliegender Wechsel: Der ehemalige Candela-Laden soll voraussichtlich ab Juni eine Eisdiele sein. Foto: Monika Zeindler-Efler

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Fliegender Wechsel: Der ehemalige Candela-Laden soll voraussichtlich ab Juni eine Eisdiele sein. Foto: Monika Zeindler-Efler

Die Fassaden sind frisch, die Läden saniert und bald kommt noch eine Eisdiele dazu: Als Geschäftsführer der Bäder- und Kurverwaltung (BKV) will Steffen Ratzel „alles für das besondere Einkaufserlebnis“ geben. Da kommt ihm die neu gestaltete Fieserbrücke ganz gelegen.

Denn damit gehe die Stadt einen großen Schritt in die richtige Richtung, sagt er. Wurden die Kurhaus-Kolonnaden von vielen Besuchern bisher als gesonderter Bereich gesehen, stellt die sanierte Fieserbrücke eine neue Verbindung zur Fußgängerzone dar – für Ratzel auch deshalb wichtig, „weil wir nicht nur ein Anhängsel sind“. Insgesamt begleiten die Schaufenster von 17 Geschäften den Besucher auf dem Weg zum Kurhaus. Ein „einzigartiger Raum mit vielfältigem Angebot“, wie Ratzel beschreibt.

„Einkaufserlebnis“ mit Veranstaltungen

Damit ist er nicht allein. Auch Jörg Grütz sieht in den Kolonnaden großes Potenzial. Seit Jahren legt sich der Geschäftsführer der City-Marketing & Events GmbH dafür ins Zeug, Baden-Badens Einzelhandel und insbesondere die Kurhaus-Kolonnaden als „Einkaufserlebnis“ auszubauen. Dafür organisiert er unter anderem Veranstaltungen mit oder leitet die Planung des Christkindelsmarktes. Wieso? „Weil das modernes Marketing ist.“ Für Grütz sind es vor allem Veranstaltungen, die potenzielle Kunden anlocken. „Ich kann nicht versprechen, dass genau diese Menschen auch wirklich sofort etwas kaufen. Trotzdem richten wir die Schaufenster her und sind präsent. Das spüren die Leute – und werden über kurz oder lang vielleicht doch zu Kunden.“

Auf diesen Zug springt nicht jeder Händler gerne auf, das weiß auch Grütz. Immerhin sind viele Veranstaltungen auch mit viel Auf- und Abbau verbunden – „im Durchschnitt macht das etwa 15 bis 20 Wochen aus“, berichtet Markus Wörgau auf BT-Nachfrage. Der Inhaber von Candela hat sich nun dazu entschlossen, sein Zweitgeschäft in den Kurhaus-Kolonnaden nach 17 Jahren aufzugeben. „Was uns betrifft, haben wir ja noch unser Hauptgeschäft in der Merkurstraße. Aber die Kolonnaden waren immer eine schöne Möglichkeit, unsere Ware zu präsentieren.“ Doch die Sorge um die Verödung der Einkaufslandschaft sei zu groß und die Einschränkungen durch ständige Veranstaltungen seien immens gewesen. Trotzdem ist auch er der Meinung: Die aktuellen Pläne von Ratzel könnten eine hoffnungsvolle Aussicht für die Kolonnaden darstellen.

Ticketservice zieht in Tourist-Info

Ein Teil dieser Pläne soll voraussichtlich im Juni schon zu sehen sein: Auf der durch den Auszug von Candela freigewordenen Ladenfläche laufen aktuell die Vorbereitungen zur Eröffnung einer Eisdiele. „Hervorragende Qualität unserer eigenen Eismanufaktur und eine erfahrene Konditorin“, all das könnte laut Ratzel künftig für mehr Belebung der Kolonnaden sorgen.

„Zudem wird der Ticketservice in der Tourist-Information bald öffnen können“, wie der BKV-Geschäftsführer berichtet. Etwas, das vor allem durch den Umbau vorheriger Geschäfte, die durch einen Durchbruch verbunden wurden, möglich ist. „Eine gute Sache“, ist sich Grütz sicher. Überzeugt ist er auch von der Tatsache, dass die Situation des Einzelhandels – „ganz gleich, ob in der Fußgängerzone oder in den Kolonnaden“ – in großen Teilen davon abhängt, „ob wir mit der Zeit mitgehen“. Das bedeutet: „Attraktivität und einen Grund zum Verweilen und Wiederkommen bieten.“

Dabei sieht Grütz in der neuen Fieserbrücke großes Potenzial: „Eine tolle Möglichkeit, unsere Kunden auf Einkaufserlebnisse einzuladen und dabei immer saisonal zu denken. Wir müssen Schwerpunkte setzen. Warum nicht beispielsweise zur Spargelzeit einen kleinen Markt anbieten und dabei auch noch regionalen Wein verkaufen?“

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Gallenberger

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Erstellt:
21. April 2021, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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