Kurze Botschaften für weniger Dreck

Rastatt (sl) – „Eine Minute für die Umwelt“ ist wenig Zeit, aber genug, um prägnant eine Videobotschaft zu präsentieren. Im Auftrag der Stadt werben junge Rastatter im Internet für mehr Sauberkeit.

David Klumpp, Simon Maria Hassemer und Jonathan Herm (von links) bereiten das nächste Video vor.  Foto: Linkenheil

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David Klumpp, Simon Maria Hassemer und Jonathan Herm (von links) bereiten das nächste Video vor. Foto: Linkenheil

Zwar ist die Aktion „Saubere Stadt“ Woche wegen der Coronakrise eingestellt, unter der neuen Dachmarke für mehr Reinlichkeit in Rastatt „Rastadthelden machen sauber“ läuft aber auch ein Projekt, das ganz ohne riskante Sozialkontakte Wirkung entfalten kann: Über Youtube und Instagram nämlich. „Eine Minute für die Umwelt“ lautet das Motto bewusst kurz gehaltener Videos, die junge Rastatter produzieren und die für mehr Sauberkeit, Umwelt- und Klimabewusstsein nicht nur in der Barockstadt werben wollen.

Schon im Herbst 2018 machten die aus einer Multimedia-AG hervorgegangenen Josef-Durler-Studios von sich reden, als sie sich mit eindrucksvoller Kinowerbung gegen die Vermüllung der Stadt stark machten. Die Josef-Durler-Schüler sind auch bei „Rastadthelden“ wieder mit dabei und werden komplettiert von den Onetake-Studios, einer neuen Firmengründung ehemaliger Josef-Durler-Schüler. Zu den Onetake-Studios gehören David Klumpp (21) und Jonathan Herm (19), die beide an der Josef-Durler-Schule Abitur gemacht haben und jetzt studieren, sowie vorerst vier weitere Mitstreiter. Die Firma ist derzeit in Gründung, gestern war der Notartermin. Zusammen mit Mitgliedern der Josef-Durler-Studios produzieren die Jungfilmer derzeit 13 Videos in Kooperation mit Stadt (zehn) und Landkreis Rastatt (drei).

Recherchen sind aufwendig

Kurz, knapp und alltagstauglich sollen die Informationen sein, die über Smartphones und Tablets flimmern – und gleichzeitig der Vermüllung von Stadt und Region entgegenwirken sollen. Dafür gibt’s zumindest eine Aufwandsentschädigung. Richtig Geld verdienen wollen Onetake-Studios dann durch Klicks bei Youtube und Instagram. „Dafür brauchen wir natürlich noch viel mehr Bekanntheit“, sagen sie. Künftig wollen sie für Auftraggeber Imagefilme drehen, aber auch das Projekt „Eine Minute für die Umwelt“ auf eigene Faust weiterführen.

Der größte Aufwand sei übrigens nicht die Produktion selbst, für die kostspielige Ausrüstung angeschafft wurde, sondern die Recherche nach Informationen zu Themen wie Fleischkonsum, LED-Beleuchtung, Stromerzeugung, ÖPNV und weiteren umwelt- und klimarelevanten Feldern. Das gesammelte Wissen dann in aller Kürze – einer Minute eben – auf den Punkt zu bringen, ohne allzu lapidar zu werden, sei eine weitere Herausforderung, haben sie festgestellt.

Rund zehn junge Leute sind an der eigentlichen Produktion beteiligt, weit größer ist der Kreis der Unterstützer, Ideengeber und Kooperationspartner. So ist auch die Energieagentur Mittelbaden mit im Boot und die Rastatter Online-Jugendzeitung „Ravolution“, die Technischen Betriebe der Stadtverwaltung sowie die Josef-Durler-Studios um Lehrer Simon Maria Hassemer, die als AG an der gleichnamigen Schule weiterläuft. Der freut sich über die Zusammenarbeit mit den Onetake-Studios besonders auch deshalb, weil „wir uns unseren eigenen Kooperationspartner quasi selbst gezüchtet haben“, wie er augenzwinkernd anmerkt. Nicht nur bei den Personen gibt es Schnittmengen, auch das Equipment wird großzügig ausgetauscht. Gedreht wird übrigens in einem Raum der Josef-Durler-Schule vor einer selbstgezimmerten Wand, die Ältere an die Studiodekoration von „Dalli Dalli“ erinnert und passend zum Thema dekoriert wird. Auch Drehs im Freien oder an zum Inhalt passenden Orten sind geplant.

Jüngster Film beschäftigt sich mit Problem Kaugummi

Jeden zweiten Mittwoch soll nun ein Film auf Youtube erscheinen, der freitags auf Instagram wiederholt wird. In Zusammenarbeit mit der Stadt werden etwa Hundehaufen, Müllvermeidung oder die ressourcenschonende Entsorgung alter Smartphones thematisiert. Aber auch der Frage „Wer macht eigentlich unseren Müll weg?“ wollen die jungen Leute nachgehen. Der jüngste Film beschäftigt sich mit Kaugummi. Einem Riesenproblem auf Rastatts Straßenbelägen, das aber auch für die Konsumenten nicht besonders gesund sein soll, wie die jungen Leute herausgefunden haben. Auf „Eine Minute für die Umwelt“ gibt es aber einen Alternativvorschlag. Ansehen kann man ihn sich unter

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Erstellt:
24. März 2020, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 48sec

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