Kurzfristig fehlen 50 Kindergartenplätze

Durmersheim (HH) – Infolge eines Fehlers im Durmersheimer Kindergartenbedarfsplan werden kurzfristig mehr Plätze benötigt. Es gibt aber Lösungsideen, unter anderem einen zweiten Waldkindergarten.

Der Waldkindergarten Durmersheim ist voll belegt. Ein zweiter Zirkuswagen soll nun bestellt werden. Foto: Helmut Heck

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Der Waldkindergarten Durmersheim ist voll belegt. Ein zweiter Zirkuswagen soll nun bestellt werden. Foto: Helmut Heck

In der Kinderbetreuung werden mehr Plätze schneller gebraucht als gedacht. Es habe „echte Detektivarbeit“ erfordert, die Ursache der überraschenden Bedarfssteigerung ausfindig zu machen, beschrieb Hauptamtsleiterin Sandra Hertweck das zunächst unerklärliche Phänomen. Den Erklärungen zufolge war der Fehler in der Datenaufbereitung für den Kindergartenbedarfsplan verborgen, in der beispielsweise Zuzüge nicht erfasst worden seien.
Darüber hinaus verlange der ab 2025 geltende Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung zusätzliche Kapazitäten für die Schülerbetreuung, war in den Unterlagen zu lesen, mit denen der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auf den aktualisierten Kindergartenbedarfsplan eingestimmt wurde.

Krippenplätze gerade noch ausreichend


Im U3-Bereich komme man mit den Krippenplätzen im nächsten Kindergartenjahr vorerst „gerade so“ hin, informierte Hertweck. Bei den Ü3-Altersgruppen „knallt‘s ziemlich“, rechnerisch habe man 50 Plätze zu wenig. Die Platznot komme jedoch nicht auf einmal in vollem Umfang, die Entwicklung werde sich über das ganze Jahr hinziehen.

Bei der Schulkinderbetreuung hingegen bestehe schon eine Warteliste mit 15 Namen, vor allem am Hort der Friedrichschule. Auch im Hinblick auf die starken Jahrgänge, die von 2022 bis 2024 zu erwarten sind, müssten die Angebote weiter ausgebaut werden. Lösungsmöglichkeiten würden aktuell geprüft, hieß es.

Kooperation mit Tagesmüttern


Im Hinblick auf die Kindergärten konnte Hertweck schon Entspannung aufzeigen. Von einer in Vorbereitung befindlichen Kooperation mit Tagesmüttern und der bevorstehenden Erweiterung der Villa Sonnenschein abgesehen, soll dabei dem Waldkindergarten eine tragende Rolle zukommen. Vom anfänglich zögerlichen Interesse an der vor zwei Jahren bei der Bäretriewerhütte installierten Betreuungsstätte für über Dreijährige ist Hertwecks Schilderung zufolge nichts mehr zu spüren. Alle 20 angebotenen Plätze sind inzwischen belegt und es gibt weitere Nachfrage. Das führte zu dem Vorschlag, einen zweiten Zirkuswagen zu kaufen, um die Platzzahl zu verdoppeln. Im Gemeinderat gab es kein Zögern. Das Gremium stimmte zu, das Geld im Haushalt bereitzustellen. Bürgermeister Andreas Augustin zufolge ist das Modell Waldkindergarten ein ausgesprochen wirtschaftliches. Als Beleg führte er die bisherigen Investitionen in Höhe von 110.000 Euro an, für die man zudem einen Zuschuss von 70.000 Euro bekommen habe.

Die Ideen gehen noch weiter. Es gebe Überlegungen, in kurzer Entfernung zur Waldhütte in Würmersheim einen weiteren, eigenständigen Waldkindergarten mit einem Wagen zu etablieren. Es sei noch „ein erster Gedanke“, zwei Tage vor der Ratssitzung geboren, hielt Augustin den Einfall auch wegen der kommenden Baugebiete beim Ortsteil für sinnvoll. Man wolle die Toiletten an der Waldhütte mitbenutzen, die dafür mit einer Druckleitung ans örtliche Abwassernetz angeschlossen werden könnten.

Wie Hertweck ferner mitteilte, ließen sich im Zusammenspiel von Villa Sonnenschein und Villa Kunterbunt kurzfristig zehn neue Ü3-Plätze schaffen. Im Gemeinderat kam das gut an, auch bei Ortsvorsteher Helmut Schorpp, von dem es Komplimente in Richtung Verwaltung gab. Die Hauptamtsleiterin bringe es immer wieder fertig, alle Bedürfnisse zu bedienen, sie habe das Feld der Kinderbetreuung „gut im Griff“. Werner Hermann (SPD), Rolf Enderle (BuG) und Jürgen Kniehl (FWG) äußerten sich ebenso zufrieden.


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