LUBW muss sich neu sortieren

Karlsruhe (vn) – Präsidentin Eva Bell kehrt nach Berlin zurück, ihre Nachfolge ist noch offen. Derweil wächst der Neubau im Karlsruher Südwesten.

Unweit der Südtangente entstehen bis Ende 2023 ein neues Büro- und ein neues Laborgebäude für die LUBW. Foto: LUBW

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Unweit der Südtangente entstehen bis Ende 2023 ein neues Büro- und ein neues Laborgebäude für die LUBW. Foto: LUBW

Nach knapp viereinhalb Jahren an der Spitze der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe kehrt Präsidentin Eva Bell nach Berlin zurück. „Das enorme Engagement meiner Beschäftigten und die bezaubernde Landschaft werde ich vermissen“, sagte die 58-Jährige am Dienstag dem BT.
Das Umweltministerium in Stuttgart – Fach- und Rechtsaufsichtsbehörde der LUBW – hat am Montag bekannt gegeben, dass Bell im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter Cem Özdemir (Grüne) künftig die Abteilung Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Ernährung und Produktsicherheit leiten wird. Nach LUBW-Angaben tritt sie ihre neue Stelle am 1. März an.

Über Bells Nachfolge in Karlsruhe entscheidet das Umweltministerium nach einem Vorschlag des Verwaltungsrats. Bis dahin übernimmt der stellvertretende Präsident Werner Altkofer, Leiter der Abteilung 6, Messtechnik und Analytik, die Aufgaben Bells.

Ob Solarenergie, Pegelstände oder Trockenheit: Die LUBW versteht sich als Partnerin der Kommunen, um diese fit für den Klimawandel zu machen. Vielen Daten zu diesen und zahlreichen anderen Themen stellt sie auch für die Bevölkerung bereit, wie erst vergangene Woche beim Jahrespressegespräch deutlich geworden ist.

„Die negativen Folgen des fortschreitenden Klimawandels, der dramatische Verlust der Biologischen Vielfalt, aber auch die Digitalisierung stehen immer stärker im Fokus der Umweltbeobachtung“, zieht Bell nun ein Fazit ihrer Arbeit. „Viele ökologische Erkenntnisse zwischen Umwelt, Agrarproduktion und Ernährungskonsum werde ich nicht vergessen und in meine neue Tätigkeit mitnehmen.“

Die studierte Ernährungswissenschaftlerin kann künftig wieder verstärkt an die Themen anknüpfen, die sie viele Jahre ihres Berufslebens begleitet haben. Sie arbeitete von 1989 bis 2003 in den Verbraucherzentralen von Rheinland-Pfalz, Thüringen und Nordrhein-Westfalen sowie von 2012 bis 2016 als geschäftsführender Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin. Von 2003 bis 2012 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Grünen-Bundestagsfraktion im Arbeitskreis Umwelt, Verkehr und Verbraucherschutz. Bell ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder.

Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat der scheidenden Präsidentin zur neuen beruflichen Herausforderung gratuliert und zugleich den Weggang bedauert. Insbesondere erwähnte Walker, dass Bell den Neubau und die Digitalisierung der LUBW vorangebracht habe.

In der Tat war und ist gerade der Neubau ein lang gehegter Wunsch der aktuell 527 Beschäftigten. Am Standort Großoberfeld, unweit der Südtangente im Karlsruher Südwesten, erhält die LUBW ein neues Büro- und ein neues Laborgebäude. Derzeit sind die Mitarbeiter an fünf Standorten in Karlsruhe verteilt, künftig können sie an einer Stelle konzentrierter zusammenarbeiten.

Im November 2020 rammte Bell zusammen mit dem damaligen Umweltminister Franz Untersteller und Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (beide Grüne) den ersten Spaten symbolisch in die Erde. Derzeit laufen die Rohbauarbeiten. Die beiden dreigeschossigen Gebäude werden über verglaste Stege untereinander sowie mit dem Bestandsgebäude verbunden sein. Zum Jahreswechsel 2023/2024 sollen die Neubauten fertiggestellt sein. Im Anschluss soll auch das bestehende Gebäude saniert und umgebaut werden.

Insgesamt investiert das Land rund 67,4 Millionen Euro. Darüber hinaus ist für Risiken in Höhe von rund 14,7 Millionen Euro vorgesorgt. Nach BT-Informationen können Zeit- und Kostenplan bislang ohne große Abweichungen eingehalten werden.

Eva Bell, hier zusammen mit dem damaligen Umweltminister Franz Untersteller bei einem Termin 2017. Foto: Uli Deck/dpa

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Eva Bell, hier zusammen mit dem damaligen Umweltminister Franz Untersteller bei einem Termin 2017. Foto: Uli Deck/dpa

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BT-Redakteur Volker Neuwald

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Erstellt:
9. Februar 2022, 09:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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