Lärmende Ortsumfahrung Rastatt soll saniert werden

Rastatt (dm) – Das Rastatter Rathaus drängt auf eine Instandsetzung der Ortsumfahrung L77a mit „lärmarmem“ Belag. Gleichzeitig wird auch ein Ausbau des Knotenpunkts am Benz-Werkstor 1 geprüft.

Der Knotenpunkt der L77a Richtung Benzwerk und Plittersdorf ist laut Stadtverwaltung seit Jahren überlastet.  Foto: Frank Vetter

© fuv

Der Knotenpunkt der L77a Richtung Benzwerk und Plittersdorf ist laut Stadtverwaltung seit Jahren überlastet. Foto: Frank Vetter

Ihr Zustand ist schlecht, der Lärm, der von ihr ausgeht, durch den schadhaften Belag noch größer: Die direkt am Stadtteil Rheinau entlang führende L77a – Ortsumfahrung Rastatt zwischen Tunnel und Mercedes-Benz-Werk – soll saniert werden. Allerdings erst im Jahr 2023.
Das hat das zuständige Regierungspräsidium Karlsruhe der Stadt Rastatt mitgeteilt. Grund: Gleichzeitig wird geprüft, ob der überlastete Knotenpunkt am Werkstor 1 ausgebaut werden kann. Beide Maßnahmen sollen dann in einem Rutsch bewerkstelligt werden. Da die Bauarbeiten negative Auswirkungen auf den Werksbetrieb hätten, will man dort nur einmal, und nicht zweimal kurz hintereinander eine Baustelle einrichten. Ursprünglich war die Sanierung mit Erneuerung der Verschleißschichten für 2022 anvisiert.

Lösungsansätze für Lärmschutz

Das Thema Lärmschutz und Sanierung war auf Antrag der CDU-Fraktion in den Rastatter Gemeinderat gebracht worden und auch schon Thema bei den Nachbarschaftsgesprächen im Stadtteil. „Es sei ein gutes Signal, dass die Missstände erkannt sind und nach Lösungen gesucht wird“, so Brigitta Lenhard für die Unionsfraktion, die zugleich eine nächtliche Tempobeschränkung auf 30 km/h geprüft haben wollte. Ob dies machbar ist, ist noch unklar. Wie die Stadtverwaltung informierte, wird im Abschnitt der L77a zwischen Plittersdorfer und Amand-Goegg-Straße zunächst im Rahmen der dritten Stufe der Lärmaktionsplanung Tempo 50 für die Nachtstunden angeordnet – so wie es bereits im weiteren Verlauf zwischen Amand-Goegg-Straße und Konrad-Adenauer-Brücke der Fall ist. Im kommenden Monat soll der Gemeinderat entscheiden.

Keine Verlagerung des Verkehrs

Fest steht indes auch: Die Stadt will die Ortsumfahrung, die ohnehin Defizite aufweise, nicht noch weiter schwächen, wie es heißt. Verdrängungen beziehungsweise Verlagerungen des Verkehrs auf andere Wege seien nicht erwünscht. Daher dränge das Rathaus zum einen auf die Sanierung der misslichen Straßenabschnitte mit möglichst „lärmarmem“ Belag und begrüße den Vorschlag des Regierungspräsidiums, die Leistungsfähigkeit des Knotens mit der L77 zu erhöhen (Richtung Werkstor 1 und Plittersdorf).

Konkret gehe es darum, aus Richtung Brücke kommend, eine separate Rechtsabbiegespur (Richtung Plittersdorf) anzubauen. Dafür müsse geprüft werden, so der städtische Tiefbauchef Markus Fraß, ob die erforderlichen Eingriffe in das dortige Wäldchen ausgeglichen werden können. Dass der Knotenpunkt seit Jahren überlastet ist, schwäche die Ortsumfahrung.

Dass sich Lärmschutz und der Bau einer zusätzlichen Fahrspur indes widersprächen, gab zuletzt Roland Walter, Sprecher der Grünen-Fraktion, zu bedenken. Schließlich sei die Strecke auch für sogenannte Gigaliner (25 Meter lange und bis zu 44 Tonnen schwere Lkw-Riesen) zugelassen.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.