Laetitia Quist setzt bei neuem Klub erste Akzente

Baden-Baden (moe) – Handballerin Laetitia Quist aus Sandweier hat sich beim Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe in NRW einen Namen gemacht. Langfristig will sie bei der Nationalmannschaft anklopfen.

„Ich will mehr Spielminuten in der ersten Liga sammeln als in der vergangenen Saison“: Laetitia Quist (links), hier gegen Bietigheims Kelly Dulfer. Foto: Marco Wolf

© Marco Wolf

„Ich will mehr Spielminuten in der ersten Liga sammeln als in der vergangenen Saison“: Laetitia Quist (links), hier gegen Bietigheims Kelly Dulfer. Foto: Marco Wolf

Aller Anfang ist schwer, heißt es im Volksmund. Auch bei Laetitia Quist war das so. Nicht unbedingt im Alltag und schon gar nicht auf der Platte, sondern vielmehr in der virtuellen Welt. An ihrem ersten Arbeitstag bei der HSG Blomberg-Lippe Anfang Juli wurde die Handballerin von ihrem neuen Verein in den sozialen Netzwerken herzlich willkommen geheißen, wie man das heutzutage eben macht. Der kleine Schönheitsfehler: Der Post auf Instagram war nicht an „Laetitia“, sondern „Laeticia“ gerichtet.

Mittlerweile, rund zwei Monate und zwei Bundesliga-Spiele später, hat sich die 19-Jährige auch in Ostwestfalen einen Namen gemacht. Und ihrem neuen Verein am vergangenen Wochenende den ersten Saisonsieg in der Handball-Bundesliga beschert. Wie entfesselt wirbelte die wurfgewaltige Linkshänderin in der zweiten Hälfte gegen die Luchse aus Buchholz/Rosengarten durch den Rückraum, erzielte sieben Treffer selbst und bereitete zwei weitere vor. 27:23 hieß es am Ende für die heimische HSG.

Aufnahme in den Perspektivkader der Nationalmannschaft

„Es lief schon ganz gut“, berichtete Quist im BT-Gespräch von ihrer Heimpremiere im neuen Trikot: „Ich habe meine Zeit ganz gut genutzt.“ Das gilt im Übrigen nicht nur für den Sieg gegen Buchholz, sondern für den sportlichen Aspekt insgesamt bei der HSG: „Ich würde sagen, dass ich angekommen bin. Das ging wirklich sehr schnell, die Mannschaft ist sehr aufgeschlossen. Und auch der Zusammenhalt ist sehr gut. Das finde ich sehr wichtig, weil es das Ankommen für Neuzugänge leichter macht“, erzählt Quist. Ein weiteres Plus: „Ich habe schon einige Mitspielerinnen aus der Jugend-Nationalmannschaft gekannt.“

Quist, die das Handball-ABC beim TV Sandweier gelernt hat und mit der SG Steinbach/Kappelwindeck in die dritte Bundesliga aufgestiegen ist, gehört zweifelsohne zu den hoffnungsvollsten Talenten des Landes. Vor zwei Jahren wagte die Mittelbadenerin den Schritt zum Topteam TuS Metzingen. Dort debütierte die 1,85 Meter große Modellathletin, die Mitglied im exklusiven Elitekader des Deutschen Handballbunds (DHB) ist, in der ersten Liga, doch nun war es Zeit, „den nächsten Schritt“ zu machen.

„Ich will mich weiterentwickeln“, sagt Quist und präzisiert: „Ich will mehr Spielminuten in der ersten Liga sammeln als in der vergangenen Saison.“ Das geht im vergleichsweise beschaulichen Ostwestfalen besser als beim extrem ambitionierten Top-Club in der schwäbischen Schnäppchenmetropole, bei dem der Europacup quasi zur Pflicht gehört. Die Wahl für die HSG könnte sich diesbezüglich als goldrichtig erweisen, schließlich gilt Blomberg mit einem exquisiten Nachwuchsleistungszentrum seit einigen Jahren zum vielversprechenden Tummelbecken der junge Handballerinnen. Dabei kommen die Ambitionen nicht zu kurz: „Wir wollen im oberen Drittel der Tabelle mitspielen, dafür werden wir alles tun“, so Quist, die durchaus selbstbewusst betont: „Jeder Gegner in der Liga ist schlagbar – bis auf Bietigheim.“ Zur Erklärung: Gegen den Branchenkrösus hat die HSG zum Auftakt überdeutlich verloren. Langfristig will Quist durch ihren Wechsel auch bei der A-Nationalmannschaft anklopfen, eine erste Hürde auf diesem Weg hat sie bereits genommen: Die Linkshänderin wurde in den Perspektivkader berufen.

Sportlich und heimisch in NRW angekommen

Abseits der Sporthalle hat sich die Sportsoldatin auch bereits bestens in NRW eingelebt und ihre Wohnung in Lügde, ungefähr 20 Kilometer von Blomberg entfernt, schmuck eingerichtet. „Es ist noch nicht ganz fertig“, berichtet Quist, „aber fast.“ Anders als in Metzingen wohnt die 19-Jährige nun alleine. Und das durchaus bewusst: „Ich habe in Metzingen zwei Jahre in einer WG gewohnt – das hat mir auch gereicht“, berichtet Quist und schmunzelt.

Weggelächelt hat sie übrigens auch den anfänglichen kleinen Namens-Fauxpas der HSG-Social-Media-Abteilung, die den Vornamen ihrer designierten Rückraum-Queen mittlerweile verinnerlicht hat: Nach der Buchholz-Partie haben die Kollegen auf Facebook nach der „Spielerin des Spiels“ gefragt. Klare Siegerin: „Laetitia“ Quist.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

Zum Artikel

Erstellt:
15. September 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.