Lage im IHK-Bezirk für viele Betriebe kritisch

Karlsruhe/Baden-Baden (vo) – Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe meldet eine angespannte Lage. Es gebe viele Hilferufe von Unternehmen. Die Finanzreserven seien vielfach aufgebraucht.

Die IHK Karlsruhe meldet eine angespannte Lage: Bei vielen Unternehmen seien die finanziellen Reserven aufgebraucht. Symbolfoto: IHK Karlsruhe

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Die IHK Karlsruhe meldet eine angespannte Lage: Bei vielen Unternehmen seien die finanziellen Reserven aufgebraucht. Symbolfoto: IHK Karlsruhe

Im Vorfeld des Bund-Länder-Gipfels am Mittwoch hat der Dachverband der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg eine verlässliche Perspektive gefordert. „Unsere Betriebe im Land haben eine glasklare Erwartung: Es muss eine Öffnungsstrategie auf den Tisch, die aufzeigt, wann und unter welchen Bedingungen das wirtschaftliche Leben in der Breite wieder hochgefahren werden kann“, sagte der Präsident der IHK Karlsruhe und des Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), Wolfgang Grenke.

„Tausende geschlossene oder indirekt betroffene Unternehmen erbringen seit Wochen, ja gar seit Monaten, ein Sonderopfer stellvertretend für die gesamte Wirtschaft. Dazu zählen etwa der stationäre Einzelhandel, körpernahe Dienstleistungen, das komplette Gastgewerbe, die Reise- und Freizeitwirtschaft sowie Kultureinrichtungen. Die Politik ist jetzt gefordert, den Weg aus dem Lockdown aufzuzeigen, es gilt keine Zeit mehr zu verlieren“, so Grenke.

Fordert eine Perspektive für den Weg raus aus dem Lockdown: Wolfgang Grenke. Foto: Marijan Murat/dpa

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Fordert eine Perspektive für den Weg raus aus dem Lockdown: Wolfgang Grenke. Foto: Marijan Murat/dpa

Im Bereich der IHK Karlsruhe ist die Situation mehr als angespannt. „Wir erhalten täglich zahlreiche Hilferufe von betroffenen Unternehmen“, beschreibt IHK-Hauptgeschäftsführer Guido Glania die aktuelle Lage der vom Corona-Lockdown betroffenen Betriebe. „Die Nerven liegen blank, die Liquiditätsreserven sind vielfach aufgebraucht und die Öffnungsperspektiven sind nicht klar“, so Glania.

„Eine ganze Reihe von Dienstleistern haben im vergangenen Jahr starke Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Auch mit der Perspektive einer flächendeckenden Impfung und einer Entspannung der Lage im zweiten Halbjahr 2021 seien viele Betriebe in ihrer Existenz bedroht und benötigten unkompliziert und nachhaltig Hilfe. „Die versprochenen Überbrückungshilfen sind kompliziert in der Beantragung und reichen durch die Orientierung an den Fixkosten in ihrer Höhe nicht aus, um das Überleben kleinerer und mittelständischer Betriebe zu sichern“, sagt Ariane Durian, Vorsitzende des Dienstleister-Ausschusses der IHK.

Tourismus, Messe-Branche und Dienstleister besonders betroffen

In der hiesigen Region seien gerade Betriebe aus den Branchen Tourismus sowie Messen, Incentives, Kongresse und Events, vom Kulturbetrieb abhängige und konsumnahe Dienstleister wie etwa Soloselbstständige betroffen. Der Vorsitzende des zuständigen Arbeitskreises Wirtschaftsförderung und Tourismus, Burkhard Freyberg, betont in diesem Zusammenhang: „Für den internationalen Tourismusstandort Baden-Baden und den Messestandort Karlsruhe stellt die Corona-Pandemie mittelfristig ein ernsthaftes Problem dar, das durch eine langfristige Restart-Strategie gelöst werden kann“.

Ihr Autor

BT-Redakteur Jürgen Volz

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Erstellt:
10. Februar 2021, 09:30 Uhr
Lesedauer:
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