Land steht zum Baden-Airpark

Stuttgart (fk) – Das Finanzministerium hat sich auf BT-Anfrage klar hinter den Baden-Airpark gestellt. Eine Aufgabe der Beteiligung des Flughafens Stuttgart am Baden-Airpark sei kein Thema.

Der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) gehören knapp 66 Prozent Anteile am Baden-Airpark. Die Mehrheit der FSG-Anteile wiederum gehört dem Land.Foto: Uli Deck/dpa

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Der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) gehören knapp 66 Prozent Anteile am Baden-Airpark. Die Mehrheit der FSG-Anteile wiederum gehört dem Land.Foto: Uli Deck/dpa

Keine Vorteile bringe die Beteiligung am Baden-Airpark, nur eine finanzielle Belastung sei sie, hieß es kürzlich im Stuttgarter Gemeinderat. Am liebsten würden gleich mehrere Fraktionen das Engagement der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG) am Airpark beenden, und dem Regionalflughafen damit die Hauptgeldgeberin rauben und ihn so in eine ungewisse Zukunft schicken.

Wohl nur ein Sturm im Wasserglas

Doch das alles scheint ein Sturm im Wasserglas zu sein, auch wenn man das in Stuttgart nicht gerne hören dürfte. Denn zwar ist die FSG mit knapp 66 Prozent Hauptanteilseigner des Baden-Airpark, aber die Stadt Stuttgart selbst ist nur zu 35 Prozent an der FSG beteiligt. Die anderen 65 Prozent an der Gesellschaft des Stuttgarter Flughafens gehören nämlich dem Land Baden-Württemberg. Und das ist nicht an einer Veräußerung der Anteile der FSG am Baden-Airpark interessiert. Auf Anfrage des Badischen Tagblatts hieß es am Montag wörtlich aus dem für die Landesbeteiligungen zuständigen Finanzministerium: „Für das Finanzministerium ist eine Aufgabe der Beteiligung des Flughafens Stuttgart am Baden-Airpark kein Thema.“

Das dürfte man in Mittelbaden sehr gerne hören. Denn schon im Mai, als Grünen-Stadträtin Gabriele Nuber- Schöllhammer das Thema zum ersten Mal aufs Tableau im Stuttgarter Rat brachte, hagelte es deutliche Kritik aus dem Rastatter Landratsamt und vom Baden-Airpark selbst. Es sei „verheerend“, so den Baden-Airpark, den Regionalflughafen und das dort Erreichte schlecht zu reden, hatte Landratstellvertreter Jörg Peter geäußert. Am Montag ließ er auf Anfrage über die Pressestelle verlauten, dass dem Landkreis offiziell keine Absichten zu einer Veräußerung der Anteile seitens der FSG bekannt seien, und dass man weiter darauf vertraue, dass das Land zum Airpark steht.

Ebenfalls bereits im Vorfeld hatte Airparkchef Uwe Kotzan gegenüber dem BT zudem klar gemacht, dass keine Rede davon sein könne, dass der Baden-Airpark die Stadt Stuttgart Geld koste. Die Strukturen seien so geregelt, dass die Stadt Stuttgart im Moment „keine finanziellen Lasten zu zahlen habe“.

Stuttgarter Flughafen stützt Airpark

Unterstützung bekommt er dabei vom Stuttgarter Flughafenchef Walter Schoefer, der Sprecher der FSG-Geschäftsführung ist. In einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ dementierte er die Annahme, dass Stuttgart durch das Engagement in Baden einen Nachteil hätte. Als im Jahr 2000 die Weichen für die Gründung des Baden-Airparks gestellt wurden, hätten Land und Landeshauptstadt eine Vereinbarung getroffen, um Nachteile für Stuttgart auszuschließen, sagte Schoefer.

Treibende Kräfte im Stuttgarter Gemeinderat sind neben den Grünen laut dem Stuttgarter Blatt vor allem das parteifreie Bündnis SÖS und die Linke. Sie argumentieren neben den finanziellen Aspekten auch mit dem Umweltschutz. Kleinflughäfen zögen nur Billigflieger an, die hauptsächlich vermeidbare Kurzstreckenflüge und Urlaubsflüge ausführten. Der Airpark als FSG-Tochter habe 2020 Millionenverluste gemacht – die Stuttgarter sprechen von minus 10 Millionen und mehr – und komme erst die volle Bepreisung von Umweltkosten, seien keine schwarzen Zahlen mehr zu erwarten.

Airpark hoch angesehen

Airpark-Geschäftsführer Uwe Kotzan, der am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, bezeichnete viele dieser Argumente gegenüber dem BT schon im Mai als nichtig. Es gebe überhaupt keine Kurzstreckenflüge vom Baden-Airpark. Und auch hier bekommt er Unterstützung von Schoefer. Der Airpark sei der letzte Regionalflughafen, den er schließen würde, sagte er der „Stuttgarter Zeitung“. Der Baden-Airpark habe sich als Ganzes bewährt und zeige mit Blick auf den Airport an sich sogar bessere Erholungstendenzen als der Stuttgarter Flughafen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Florian Krekel

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Erstellt:
13. September 2021, 19:33 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

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