Landesbibliothek: Musikaliensammlung im Internet

Karlsruhe (sr) – Die Badische Landesbibliothek hat eine beachtliche Sammlung von Musikhandschriften. Aus Anlass des Beethoven-Jubiläums werden seine Briefe digitalisiert.

Beethovens Autografe geben Aufschluss über sein ganzes Leben: Die Landesbibliothek zeigt einen privaten und einen geschäftlichen Brief. Foto: Landesbibliothek

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Beethovens Autografe geben Aufschluss über sein ganzes Leben: Die Landesbibliothek zeigt einen privaten und einen geschäftlichen Brief. Foto: Landesbibliothek

Die Musikaliensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe gehört zu den größten und bedeutendsten in Baden-Württemberg. Sie reicht von mittelalterlichen Musikhandschriften bis hin zu Nachlässen von Komponisten und Musikern, die über die regionale Musikgeschichte hinaus von großem Stellenwert sind. Anlässlich des 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven (1770– 1827) am 16. Dezember hat die Badische Landesbibliothek zwei originale Briefe des Komponisten aus ihrem Bestand digitalisiert. Die beiden Beethoven-Autografen stammen aus der Sammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen.

Beethovens Brief vom 2. August 1825 ist an den Musikverlag B. Schott Söhne in Mainz gerichtet. Es geht darin um die Missa solemnis, die er zwischen 1819 und 1823 komponiert hat und von der er aus Geldnot verschiedene Handschriften verkaufte.

Immer Sorge um den Neffen Karl

Der zweite Beethoven-Brief ist während eines Krankenaufenthalts seines Neffen Karl im Zeitraum 7. August bis 25. September 1826 entstanden. Nach dem Tod seines Bruders führte Beethoven einen über Jahre andauernden Rechtsstreit mit seiner Schwägerin Johanna um die Vormundschaft für den Jungen, die ihm mehrfach zu- und dann wieder abgesprochen wurde.

Am 6. August 1826 unternahm Karl einen Selbstmordversuch und verbrachte die darauffolgenden Wochen im Krankenhaus. Dieser Vorfall führte zum Rücktritt Beethovens von der Vormundschaft. In dem Brief richtete er sich an Karl Holz, seinen persönlichen Sekretär und Berater, und bat ihn, bei seinem Jugendfreund Stephan von Breuning anzufragen, ob dieser die Vormundschaft für seinen Neffen Karl übernehmen würde. Die Nachfrage hatte Erfolg: Stephan von half, den Selbstmordversuch zu vertuschen, und vermittelte die Aufnahme Karls als Kadett im 8. Infanterieregiment in Iglau. Karl van Beethoven war im Testament als Universalerbe bestimmt, als sein berühmter Onkel am 26. März 1827 in Wien starb.

Hier kann man sich die Briefe ansehen.

Ihr Autor

Sabine Rahner

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Erstellt:
12. Dezember 2020, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 55sec

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