Landesgartenschau 2036: Rastatt erhält Zuschlag

Rastatt (ema) – Die Landesgartenschau 2036 findet in der Barockstadt Rastatt statt. Die Vorbereitungen sollen bereits im nächsten Jahr beginnen.

Die Schlossachse ist elementarer Teil der Rastatter Bewerbung gewesen. Foto: Joachim Gerstner/Stadt Rastatt

© pr

Die Schlossachse ist elementarer Teil der Rastatter Bewerbung gewesen. Foto: Joachim Gerstner/Stadt Rastatt

Die Freude im Rathaus war am Dienstag angesichts der Nachricht aus Stuttgart groß: Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch sprach der für das Jahr 2036 Rastatt zuerkannten Landesgartenschau (LGS) eine „enorme Bedeutung“ zu. „Dass es jetzt wahr wird, dass wir loslegen können, ist einfach wunderbar und ein großer Lichtblick zum Ende dieses schwierigen Jahres. Ganz Rastatt und die Region werden von dem Projekt profitieren.“

Die Verwaltung kündigte an, bereits im kommenden Jahr ein Vorbereitungskonzept für die LGS zu erstellen. Anschließend gehe es darum, einen freiraumgestalterischen und städtebaulichen Wettbewerb auszuloben und zur organisatorischen Abwicklung der Landesgartenschau eine GmbH zu gründen.

Die Bürger sollen in die Vorbereitung einbezogen werden. Bereits bei der Erstellung des Bewerbungskonzeptes hatten sich viele Rastatter mit Ideen beteiligt. „Diese Begeisterung wollen wir wachhalten und intensivieren bis ins Veranstaltungsjahr hinein“, so Pütsch, der in der LGS ein „identitätsstiftendes Gemeinschaftsprojekt für die gesamte Stadtgesellschaft“ sieht, das den Gemeinschaftssinn und den Stolz der Bürgerschaft stärke.

Erlebnis- und Erholungsraum Murg

Geplant ist auf dem rund 47 Hektar großen Gelände – eingerahmt von Oberwaldstraße, Kehler Straße (Stadtpark), dem Stadtrand sowie dem Feld auf Höhe der Zufahrt zum Mercedes-Kundencenter –, Natur, Artenschutz, Klimaschutz, Landwirtschaft und Naherholung in Einklang zu bringen. Der Stadtpark soll in seiner bisherigen Aufenthaltsqualität gestärkt und die Murg als neuer Erlebnis- und Erholungsraum gestaltet werden. Auf dem Merzeau-Gelände ist außerdem ein Wohngebiet vorgesehen, mit ökologischer Bauweise und innovativen Wohnformen.

Ein Glanzlicht könnte laut Verwaltung die autofreie Wegeführung werden, die vom Schloss über die Ottersdorfer Straße bis ins Gartenschaugelände reicht. Der während der Landesgartenschau offene Zugang durch das Schloss und die Weiterführung über die Schlossachse soll Bestandteil einer Verbindung zwischen historischer Innenstadt und dem Grünraum der Gartenschau sein.

„Für die Städte und Kommunen sind diese Großprojekte wahre Konjunkturprogramme, mit denen das Gesicht der Austragungsorte nachhaltig verändert werden kann“, erklärte Landwirtschaftsminister Peter Hauk zur Bedeutung der Landesgartenschauen. „Die besucherstarken Großevents bieten die einmalige Möglichkeit, das Image einer Stadt und Region aufzupolieren und sich von der besten Seite zu zeigen. Darüber hinaus leisten sie einen Beitrag, um unsere Städte und Gemeinden für Mensch und Natur lebenswert zu halten.“

Erfolg im fünften Anlauf

In dieses Loblied stimmten die Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Grüne), Alexander Becker (CDU) und Jonas Weber (SPD) gemeinsam ein. Mit der Landesgartenschau könne man zeigen, „wie eine nachhaltige, klimagerechte Stadt im 21. Jahrhundert aussehen kann.“

Für Rastatt war die jetzige Bewerbung bereits der fünfte Anlauf. Im Juli hatte sich eine Bewertungskommission ein Bild von Konzept und Örtlichkeiten in Rastatt gemacht. Die Umsetzung der Gartenschau verlangt von der Stadt erhebliche finanzielle Anstrengungen. Die Ausgaben allein für die LGS lägen bei rund 41 Millionen Euro. Hinzu kämen Investitionen von 58 Millionen, die aber unabhängig von der Gartenschau anfielen, etwa für den Hochwasserschutz. Die Kommune erwartet aber auch Geldfluss aus verschiedenen Zuschusstöpfen.

Einen Teil der bisherigen Berichterstattung zum Thema können Sie hier lesen:

Vorfreude auf Landesgartenschau in Rastatt

Eine Ausstellung im Rastatter Rossi-Haus hat über die Bewerbung für die Landesgartenschau informiert.

Die Stadt Rastatt hat die Zusage für die Ausrichtung der Landesgartenschau erhalten. Symbolfoto: Stadt Rastatt/Archiv

© Stadt Rastatt

Die Stadt Rastatt hat die Zusage für die Ausrichtung der Landesgartenschau erhalten. Symbolfoto: Stadt Rastatt/Archiv

Zum Artikel

Erstellt:
15. Dezember 2020, 13:27 Uhr
Aktualisiert:
15. Dezember 2020, 17:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.