Landesliga: Durbachtal nicht zu stoppen

Bühl (rap) – Der VfB Bühl lieferte in der Fußball-Landesliga dem Meister SC Durbachtal ordentlich Gegenwehr, während die Kellerkinder aus Loffenau und Ottersweier vom Saison-Abbruch profitierten.

Kaum zu halten: Jan Philipowski (Mitte) schießt den SC Durbachtal in die Verbandsliga, Philipp Jörger darf mit dem FV Ottersweier weiter in der Landesliga spielen. Foto: Frank Seiter

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Kaum zu halten: Jan Philipowski (Mitte) schießt den SC Durbachtal in die Verbandsliga, Philipp Jörger darf mit dem FV Ottersweier weiter in der Landesliga spielen. Foto: Frank Seiter

Auf den ersten Blick haben Robert Lewandowski und Jan Philipowski wenig gemein. Der eine, also Robert Lewandowski, ballert jedes zweite Wochenende in der Münchner Allianz Arena vor 75 000 Zuschauern (zumindest in den guten alten Vor-Corona-Zeiten) die bemitleidenswerten Gegner vom Platz, der andere, Philipowski, spielt in der Landesliga mit dem SC Durbachtal vor 100 Zuschauern gegen den TuS Oppenau oder SC Hofstetten.

Schaut man aber genauer unter das Fußballtrikot, erkennt man einige Gemeinsamkeiten – zusätzlich zu den letzten fünf Buchstaben des Nachnamens: Beide verbreiten im gegnerischen Strafraum Angst und Schrecken, beide wurden Torschützenkönig, beide feierten am Ende der Corona-Saison schließlich die Meisterschaft. Während aber für „Lewa“ die Titelfeier mittlerweile zum Alltag gehört wie das Zähneputzen, betrat Philipowski damit Neuland: Nachdem der SC Durbachtal in der Saison 2018/19 als Landesliga-Vize, damals hinter dem SV Bühlertal, in den Relegationsspielen zur Verbandsliga gescheitert war, gelang mit einem Jahr Verspätung nun der große Wurf.

Und beide Goalgetter vom Dienst – Lewandowski 34 Tore, Philipowski 21 Treffer – hatten fleißige Zulieferer. In München schwang sich Thomas Müller nach einer ausgewachsenen Herbst-Depression unter Ex-Trainer Kovac zum kongenialen Vorlagengeber für den Polen auf, in Durbachtal sorgte neben dem wohl besten Spieler der Landesliga Timo Petereit (zehn Tore) als zweite Speerspitze für mächtig Betrieb im SCD-Offensivwirbel.

VfB Bühl spielt starke Saison

Dieser Wirbelsturm war letztlich auch für den VfB Bühl einen Tick zu heftig. Dabei spielte das Team von Trainer Alexander Hassenstein eine bärenstarke Saison und lag Mitte März – vor der Corona-Zwangspause – auf dem zweiten Rang. Nach einem holprigen Start (15. Platz nach dem dritten Spieltag) katapultierten sich die Zwetschgenstädter um den abgezockten Angreifer Sabando Cedeno (13 Tore) und der Allzweckwaffe Nico Bohn (zwölf Treffer) mitten hinein ins Aufstiegsrennen. Doch gegen die Offensivwucht der Ortenauer (66 Treffer) war nunmal kein Abwehrkraut gewachsen – beide Spitzenspiele gingen an den SCD (5:3; 5:1). Die einzige Niederlage setzte es für den Meister gegen den glänzenden Aufsteiger SV Oberwolfach (1:4), der am Ende mit dem gleichen Quotienten wie der VfB (2,06) auf dem dritten Rang landete.

Zu überzeugen wussten neben dem VfB auch zwei weitere mittelbadische Vereine: der SV Sinzheim (8.) und der FV Würmersheim (10.). Beide spielten eine sorgenfreie Runde, hielten sich im Mittelfeld auf, waren meist ein unbequemer Gegner. Während das Landesliga-Urgestein SVS nicht mehr aus der Liga wegzudenken ist, entwickelt sich die Jung-Elf aus Würmersheim immer mehr zum Stammgast. Der Lohn des eingeschworenen FVW-Haufens: die dritte Landesliga-Saison in Serie.

Turbulente Zeiten in Elchesheim

Turbulent ging es dagegen bei Rot-Weiß Elchesheim zu. Das obere Tabellendrittel wurde anvisiert, mit viel Mühe wurde es letztlich der Klassenerhalt. Dabei war RWE im vergangenen Herbst derart von Verletzungssorgen geplagt, dass selbst Trainer Christian Hofmeier seine Fußballschuhe nochmal schnüren musste. In der Winterpause kam es dann zur Trennung, nachdem Hofmeier seinen Wechsel zu seinem Heimatverein 1. SV Mörsch verkündete. RWE-Leitwolf Sven Huber sprang ein und sicherte – unabhängig von Corona – mit dem Sieg in Stadelhofen den Klassenerhalt.

Tief im Abstiegsstrudel steckten der Neuling FV Ottersweier sowie der TSV Loffenau. Die Murgtäler belegten ab dem fünften Spieltag durchgehend einen der letzten drei Plätze, die Coratella-Truppe war spätestens ab dem achten Spieltag Stammgast in der Gefahrenzone. Als Corona dann Mitte März richtig zu wüten begann, lag der TSV auf dem letzten Rang, der FVO mit einem Pünktchen mehr auf dem drittletzten. Das Duo, so viel steht fest, profitierte vom vorzeitigen Saisonabbruch, steht aber vor einer schwierigen Runde.

Der VfB Bühl dagegen wird sicherlich ein Wörtchen um den Aufstieg in die Verbandsliga mitspielen. Zum einen bleibt der Kader größtenteils zusammen, zum anderen verbreitet das SCD-Torgespenst namens Jan Philipowski nun in der Verbandsliga Angst und Schrecken.

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Erstellt:
29. Juni 2020, 18:30 Uhr
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