Landkreis Rastatt mit sattem Steuerplus

Rastatt (fk) – Die Grunderwerbsteuer ist 2020 im Landkreis Rastatt um 40 Prozent nach oben geschnellt. Die Freude ist trotzdem verhalten.

Knapp 2,3 Milliarden Euro hat das Land Baden-Württemberg im vergangenen Jahr an Grunderwerbsteuer eingenommen – rund acht Prozent mehr als 2019. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

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Knapp 2,3 Milliarden Euro hat das Land Baden-Württemberg im vergangenen Jahr an Grunderwerbsteuer eingenommen – rund acht Prozent mehr als 2019. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Das Land Baden-Württemberg hat nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr 7,9Prozent mehr Grunderwerbsteuer eingenommen. Das Aufkommen insgesamt erhöhte sich um annähernd 170 Millionen Euro auf rund 2,26 Milliarden Euro. Ganz vorne mit dabei bei den Nutznießern: Der Landkreis Rastatt. Dort legten die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer um satte 40,3 Prozent zu.

Landkreis: „Einmaleffekte“


Das lasse sich, so das Rastatter Landratsamt auf BT-Nachfrage, in erster Linie durch ein erhöhtes Aufkommen bei Sonder- und Einmaleffekten im Grundstücks- und Immobilienverkehr im Gebiet des Landkreises Rastatt erklären. Zudem hätte die Corona-Pandemie im Jahr 2020 keine negativen Auswirkungen auf die Immobilien- und Bauwirtschaft gehabt. „Diese Effekte spiegeln sich in Summe durchaus in den Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer wider“, so die Landkreiskämmerei.

Bei der Grunderwerbsteuer handelt es sich um eine Verkehrssteuer, die fällig wird, wenn die rechtliche (Kauf) oder wirtschaftliche (Verwertungsmöglichkeit) Verfügungsmacht an einem Grundstück erworben wird. Die Steuer beträgt fünf Prozent des Kaufpreises. Die dem Land zustehende Steuer wird nach dem Finanzausgleichsgesetz den Stadt- und Landkreisen zu 38,85 Prozent überlassen – gestaffelt nach dem jeweiligen Aufkommen. Die Stadt- und Landkreise erhielten 2020 anteilig rund 861 Millionen Euro. Das ist laut Statistischem Landesamt ein Plus zum Vorjahr von 7,2 Prozent oder 58 Millionen Euro.

Baden-Baden mit Plus von neun Prozent

Der Landkreis Rastatt kassierte demnach 16,86 Millionen Euro, der Stadtkreis Baden-Baden 6,61 Millionen Euro (Plus 8,9 Prozent).

Auch die Veränderungsraten in den Regierungsbezirken fallen laut den Stuttgarter Statistikern unterschiedlich aus. Der Regierungsbezirk Stuttgart verzeichnet zu 2019 ein leichtes Plus von 1,7 Prozent, der Regierungsbezirk Karlsruhe ein Plus von 3,9 Prozent und Freiburg weist den größten Zuwachs von 19,2 Prozent aus.
Die Freude über die enormen Zuwächse im Landkreis Rastatt ist allerdings verhalten. Das gestiegene Aufkommen aus der Grunderwerbsteuer bedeutet laut Kämmerei nämlich nicht, dass der Landkreis hiervon nachhaltig finanziell profitiere. „Das liegt am System des kommunalen Finanzausgleichs bei dem das Aufkommen aus der Grunderwerbsteuer, die der Landkreis im zweitvorangegangenen Jahr erhält, in die Berechnungsgrundlage für die Schlüsselzuweisung an die Landkreise einfließt. Hohe Erträge aus der Grunderwerbsteuer führen somit mit zweijähriger Verzögerung zu einer geringeren Schlüsselzuweisung aus dem Finanzausgleich“, so die Kämmerei.

Ihr Autor

BT-Redakteur Florian Krekel

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Erstellt:
8. April 2021, 10:30 Uhr
Lesedauer:
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