Lange Liste der Ehrenämter

Ottersweier (mf) – Manfred Meyer engagiert sich seit vielen Jahren auf vielfältige Weise. Er hat Solidarität bewiesen und sein Wissen mit anderen Menschen geteilt.

Seit über 35 Jahren zeichnet Manfred Meyer für die Erwachsenenbildung des katholischen Bildungswerkes der Pfarrgemeinde St. Johannes verantwortlich. Foto: Martina Fuß

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Seit über 35 Jahren zeichnet Manfred Meyer für die Erwachsenenbildung des katholischen Bildungswerkes der Pfarrgemeinde St. Johannes verantwortlich. Foto: Martina Fuß

Das Ehrenamt genießt in Ottersweier hohes Ansehen. Zum einen gibt es über 50 Vereine, in denen unzählige Menschen mitarbeiten. Zum anderen legen Gemeinderat und Bürgermeister Wert auf die Würdigung des ehrenamtlichen Engagements. Seit vielen Jahren wird jenen Mitbürgern, die sich besonders in die Gemeinschaft einbringen, in einem festlichen Rahmen gedankt. Einer von ihnen ist Manfred Meyer.

Wie im vergangenen Jahr konnte jedoch auch dieses Jahr die Ehrungsveranstaltung coronabedingt nicht stattfinden. Dennoch wolle man die Vorbilder in den Fokus rücken: „Jene, die einfach für andere da sind“, schrieb Bürgermeister Jürgen Pfetzer in seiner schriftlichen Würdigung. „Die Ehrenamtlichen praktizieren Solidarität, bringen ihre Kompetenzen ein und teilen ihr Wissen und ihre Erfahrung in uneigennütziger Weise“, so Pfetzer. Damit beschreibt er exakt die Tätigkeit von Manfred Meyer, der dieses Jahr an der Spitze der Ehrungsliste steht.

Seit über 35 Jahren aktiv

Seit über 35 Jahren zeichnet Manfred Meyer für die Erwachsenenbildung des katholischen Bildungswerkes der Pfarrgemeinde St. Johannes verantwortlich. In großer Dankbarkeit hat die Pfarrgemeinde ihn daher für den Ehrungsreigen vorgeschlagen. Meyer erinnert sich im Gespräch mit dem BT an die Anfänge seiner Tätigkeit für das Bildungswerk: „In den ersten Jahren habe ich noch selbst Veranstaltungen organisiert. Später haben dann verschiedene Gruppen wie die Frauengemeinschaft oder die Pfarrgemeinde selbst Bildungsmaßnahmen auf die Beine gestellt. Meine Aufgabe war es dann, alle Informationen zusammenzutragen und die entsprechenden Zuschüsse zu beantragen“, berichtet er, den all der Papierkram nicht schrecken kann.

Gerne erinnert er sich an den Mann, der ihn im Jahr 1984 verpflichtet hat. „Wir waren mit Pfarrer Kraichgauer befreundet. Er hat mich damals überredet, das Amt für fünf Jahre zu übernehmen. Niemals hätte ich gedacht, dass ich das 35 Jahre machen würde.“ Dieses Jahr hat Manfred Meyer nun die Aufgabe abgegeben. Zeit für Müßiggang bleibt dem Ottersweierer indes keine, denn er engagiert sich nicht nur für das Bildungswerk, sondern auch für den Naturschutz. Seit Ende der 70er-Jahre ist er im Naturschutzbund NABU, dem früheren Bund für Vogelschutz, aktiv.

Auch hier, in der Ortsgruppe Bühl-Achern, griff er zu Stift und Papier und übernahm nach wenigen Jahren Mitgliedschaft Verantwortung als Schriftführer. Eine Aufgabe, die sich besonders herausfordernd gestaltete. Der Vogelschutzbund kaufte damals zahlreiche Grundstücke oder übernahm Pachten, um Biotope und Teiche anzulegen, um Bäume zu pflanzen oder wertvolle Streuobstwiesen anzulegen.

Vorsitz der Ortsgruppe

Für die Abwicklung all der Verträge war der Schriftführer verantwortlich. Später, nach weiteren Jahren als Kassierer, übernahm er für zwölf Jahre den Vorsitz der Ortsgruppe. „Die Prozesse um die Naturschutzmaßnahmen werden immer komplizierter, vor allem wenn EU-Gelder im Spiel sind. Jedes Jahr kam ein Aktenordner voll Anträge und Nachweise zusammen“, berichtet Meyer. Nachdem er sich aus dem Vorstand zurückgezogen hat, betreut er heute immer noch etwa 100 Ar Streuobstwiesen und hilft der Naturschutzstiftung Waldhägenich bei der Kontrolle der Steinkauz-Röhren.

Und irgendwie gab es in all der Zeit auch noch Platz für den astronomischen Verein „Bühler Sterngucker“. Als Schriftführer hat Meyer auch hier Verantwortung übernommen. Während er seit seiner Jugendzeit Teleskope sammelt, hat der Verein zuletzt eine Sternwarte gekauft. Als Standort war der Breitenbrunnen in Sasbachwalden geplant. Nachdem aber die Anima-Tierwelt dort nicht umgesetzt und aktuell nach Investoren gesucht wird, gibt es derzeit keine Möglichkeit mehr, die Sternwarte aufzustellen. „Wir suchen eine Stelle, die dunkel ist, ohne Kunstlicht und mit dem Auto anfahrbar“, berichtet Meyer und hofft, dass sich über den Bericht im BT ein solcher Platz finden lässt.

Bleibt bei so viel ehrenamtlichen Engagement auch noch Zeit für anderes? Aufgewachsen in Großweier, fest verwurzelt in Vereinen und gemeinnützigen Organisationen der Region, zieht Manfred Meyer doch mehrmals im Jahr in die Welt hinaus, am häufigsten nach Jerusalem: „Dort kenne ich mich sehr gut aus und treffe interessante Menschen aus der ganzen Welt.“ Eine Inspiration und willkommene Abwechslung zur ehrenamtlichen Verpflichtung in der Heimat.

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Erstellt:
23. April 2021, 14:00 Uhr
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