„Lasst uns Geschwister sein“

Rastatt (fuv) – Ein Rastatter Ehepaar hat im Dörfel einen Gabenzaun eingerichtet. Damit sollen Obdachlose und andere Bedürftige unterstützt werden.

„Geschwister halten immer zusammen“: Der Gabenzaun im Dörfel. Foto: Vetter

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„Geschwister halten immer zusammen“: Der Gabenzaun im Dörfel. Foto: Vetter

Mit Geburtstagen oder Weihnachten verbindet man den Begriff des Gabentisches. Im Rastatter Dörfel gibt es nun einen Gabenzaun für Obdachlose und Bedürftige.
Mit der bemerkenswerten Aktion beweist ein Rastatter Ehepaar in dieser Zeit der Ausnahmesituation Solidarität mit Menschen, die ganz unten im Sozialsystem stehen. Ein Teil des Gartenzauns des ehemaligen Notariats in der Carl-Friedrich-Straße ist mit einer weißen Folie verhüllt. Am Zaun ein großer Ausdruck mit zu Herzen gehendem Text: „Gabenzaun“ ist ganz oben zu lesen, „Nur für Obdachlose und Bedürftige“. Darunter ein buntes Herz mit dem Hinweis: „Das Herz ist für alle, die mir am Herzen liegen“. Weiter steht zu lesen: „Geschwister halten immer zusammen! Lasst uns Geschwister sein!“

Schließlich findet sich auch noch der Wunsch, man möge gesund bleiben. Auf dem Zaun liegen Kleidungsstücke, auf dem Mäuerchen des Zauns Lebensmittel, portioniertes Hundefutter, ein paar ungebrauchte Winterstiefel, und natürlich Toilettenpapier.

Zahlreiche Sachspenden

Initiiert haben diese Spendenaktion Daniel und Marita Franz. Sie wohnen in der Lützowerstraße 7, also um die Ecke des Obdachlosentreffpunkts der Caritas beim ehemaligen Herz-Jesu-Kloster. Daniel Franz erzählt, dass die Idee zu einem Gabenzaun von seinem Karlsruher Freund Loco kam. Den rührte das Schicksal einer Obdachlosen so sehr, dass er am Durlacher Bahnhof einen Gabenzaun einrichtete.

Jetzt gibt es auch einen in Rastatt. Wer den Bedürftigen etwas Gutes tun möchte, der kann gerne etwas an den Gabenzaun legen, beschreibt Daniel Franz das einfache Prozedere.

Die Aktion fand ihren Weg in die sozialen Medien, jedenfalls bekommt Franz nun zahlreiche Sachspenden. „Wir nehmen kein Geld an“, betont der 31-Jährige gegenüber dem BT. Sein Freund Loco sei sehr aktiv in der Spenden-Akquise, erzählt Franz. So habe er auch Gutscheine von zwei Supermarktketten bekommen. Er selbst sei auch schon mit einem Bedürftigen in einem Markt zum Einkaufen gewesen. Da gehe er selbst mit, da seine Aktion alkoholfrei sein soll. Auch am Gabenzaun habe Alkohol nichts verloren, betont der Rastatter.

Den Zaun inspiziert der aufgrund der Corona-Krise arbeitslos gewordene Vater von fünf Kindern ohnehin mehrmals täglich, platziert „Nachschub“ und achtet auf Sauberkeit. „Am Sonntag kamen auch der städtische Ordnungsdienst und die Polizei und lobten unsere Aktion“, freut sich Daniel Franz.

Auch die Obdachlosen hätten ihn schon angesprochen und sich bedankt. Einer ist Gerald, der das Angebot durchsieht und feststellt: „Das ist toll, dass die das machen.“

Wer die Hilfsaktion im Dörfel unterstützen möchte, kann sich telefonisch an Daniel Franz unter (01 51) 28 35 09 26 wenden.

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Erstellt:
31. März 2020, 21:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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