Laub sorgt in Hilpertsau für Ärger

Gernsbach (ueb) – Wer ist für die Beseitigung von Blättern und Geäst auf Privatgrundstücken zuständig? Fällt es in den Aufgabenbereich der Stadt? Da gehen die Meinungen auseinander.

Renate Kalmbacher kehrt auf ihrem Grundstück in Hilpertsau Laub zusammen. Foto: Dagmar Uebel

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Renate Kalmbacher kehrt auf ihrem Grundstück in Hilpertsau Laub zusammen. Foto: Dagmar Uebel

Da bleibt der Spaziergänger bewundernd stehen, wenn er die ersten Krokusse, Märzenbecher und Schneeglöckchen in Gernsbachs Vorgärten entdecken kann. Auch Renate Kalmbacher aus Hilpertsau würde gerne diese Frühblüher in ihren Gärtchen in der Brückenstraße sehen. „Aber hier gedeiht nur wenig“, so die Rentnerin. Und die Schuld daran und am schlechten Zustand eines Teils ihres Rasens habe ein stattlicher Laubbaum, der außerhalb ihres Maschendrahtzauns wächst, sprießt und blüht. Und der im Herbst, gemäß seiner Natur, reichlich Blätter abwirft.

Verrottetes Laub auf Grundstück

Da Kalmbacher sich gesundheitlich nicht in der Lage fühlt, täglich Rasen und Beete von Laub, Blüten und Ästen zu säubern, verhindere vor allem das liegen gebliebene, verrottende Laub auch noch im Frühjahr das Wachsen gewünschter Pflanzen.

Für Francesco Gagliardi, ebenfalls Bewohner des Hauses, ist das Verstopfen einer Abflussrinne durch das viele Laub ein großes Ärgernis. Und ein Grund für ihn, bei der Stadtverwaltung Gernsbach um Hilfe zu bitten. Unbeantwortet, wie er im BT-Gespräch versicherte.

Auf die Anfrage durch das Badische Tagblatt antwortete die Mitarbeiterin der Stabsstelle des Bürgermeisters, Presse und Wirtschaftsförderung, Diana Schmidhuber: „Die Thematik ist an die Stadtverwaltung herangetragen worden und wurde telefonisch erörtert.“ Und weiter: „Öffentliches Grün erfüllt mit seinen ökologischen Funktionen vielerlei Aufgaben für Bürgerinnen und Bürger und die Stadt. Es bietet unter anderem Lebensraum, bindet Staub und andere Partikel, entlastet die Kanalisation, dient der optischen Verschönerung und soll nicht zuletzt die biologische Vielfalt erhalten. Die öffentliche, grüne Infrastruktur ist grundsätzlich von angrenzenden Grundstückseigentümern zu dulden. Die Beseitigung von Laub und Geäst, welches der Baum naturgemäß verliert und sich auf Privatgrundstücken niederlässt, fällt nicht in den Aufgabenbereich der Stadtverwaltung“, ist in der Stellungnahme der Gernsbacher Stadtverwaltung zu lesen.

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Erstellt:
2. März 2021, 13:11 Uhr
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