Lautstarke Beschallung gefällt nicht jedem

Baden-Baden (nof) – Es gibt massive Beschwerden von Bürgern, doch der musikalischer Protestzug am Sonntag hat laut Stadtverwaltung die Auflagen eingehalten. Die Polizei zählte rund 1.200 Teilnehmer.

Lautstark unterwegs: Mit Musikinstrumenten und Trommeln zieht der Protestzug von der Fieserbrücke aus durch die Innenstadt. Foto: Clement Fischer

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Lautstark unterwegs: Mit Musikinstrumenten und Trommeln zieht der Protestzug von der Fieserbrücke aus durch die Innenstadt. Foto: Clement Fischer

Schon seit geraumer Zeit ist die Fieserbrücke sonntags Treffpunkt von Kritikern der Corona-Maßnahmen. Auch diese Woche wieder: lautstark – zum Unmut von Anliegern.

Die Bürgerinitiative „Aufrecht:Freidenken“ und der Kreisverband Rastatt/Baden-Baden der Partei „Die Basis“ hatten am Sonntagnachmittag auf der Fieserbrücke eine musikalische Protestkundgebung unter dem Motto „Beats on the Streets“ mit anschließendem „lautstarkem Demo-Zug“ durchs Zentrum veranstaltet. Der schwäbische Musiker und Performer Joseph Katz alias „Joe“ führte laut Pressemitteilung der Veranstalter „mit großer Leidenschaft durch das Programm. Er und seine Musiker verstanden es, die Teilnehmer zu begeistern.“

1.500 sind es nach Angaben der Organisatoren gewesen. Zum Teil mit Schlaginstrumenten ausgerüstet zog die Menge „rhythmisch und lautstark trommelnd“ gemeinsam durch die Baden-Badener Innenstadt. Ein Polizei-Pressesprecher nennt auf Nachfrage dieser Zeitung die Zahl von 1.200 Demonstrationsteilnehmern. Die Kundgebung sei – wie schon in den Vorwochen – friedlich verlaufen, so die Polizei.

Vorgabe: Keine unzumutbare Lärmbelästigung

Auch die Auflagen für die Kundgebung seien weitestgehend eingehalten worden, heißt es aus dem Rathaus. In ihnen ist unter anderem ein Abstandsgebot festgelegt, aber auch, wie geräuschintensiv es werden darf. „Durch die Lautsprecher darf es zu keinen unzumutbaren Lärmbelästigungen für die Anwohner kommen. Die Lautsprecher sind so einzustellen, dass lediglich der unmittelbare Versammlungsbereich beschallt wird und die Gesamtlautstärke maximal 60 Dezibel beträgt; gemessen fünf Meter vor der jeweiligen Beschallungseinrichtung. Der Einsatz von Trommeln wird nur für den Demoaufzug und für einen Zeitraum von maximal fünf Minuten nach der Rückkehr an den Kundgebungsort auf der Fieserbrücke erlaubt“, wird unter Punkt sieben der Auflagen geregelt.

„Durch die Schallübertragung in den Häuserschluchten kann man es natürlich als sehr laut empfinden“, sagt Pressesprecher Roland Seiter. Es sei aber nicht lauter gewesen als in den Vorwochen. Während des Protestzugs habe man auch einige Busse durch den Michaelstunnel umleiten müssen, bis die Straße wieder frei war, fasst Seiter die Auswirkungen der Demo zusammen.

Am Rande der Veranstaltung sammelte der Basis-OB-Aspirant Peter Hank „erfolgreich Unterschriften für seine Kandidatur“, heißt es in der Pressemitteilung der Partei „Die Basis“ weiter. 100 Unterschriften, die die Kandidatur unterstützen, müssen Bewerber um das OB-Amt einreichen.

Hank zeigte sich laut Mitteilung erfreut über die wachsende Zahl junger Teilnehmer, die dem Aufruf zur „Musik-Revolution“ gefolgt waren. Das offene Mikrofon im Anschluss an den Demo-Zug sei stark frequentiert worden. Zum Abschluss präsentierte Uschi Klee einen Weckruf-Song von Helene Fischer.

Ob es kommenden Sonntag etwas ruhiger sein wird? Laut Mitteilung der Organisatoren wohl nicht. „Die erfolgreiche Veranstaltung sieht sich als Initialzündung einer beginnenden Musik-Revolution für die Freiheit und lädt deshalb auch wieder alle Musiker ein, sich an den kommenden Sonntagen für die Freiheit lautstark einzusetzen“, schreiben sie.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
24. Januar 2022, 17:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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