Lebenshilfe verschiebt Werkstattbau in Ötigheim

Ötigheim (manu) – Die Lebenshilfe hat sich wegen Einbußen infolge der Corona-Pandemie einen strikten Sparkurs verordnet. Die geplante Behindertenwerkstatt in Ötigheim wird daher vorerst nicht gebaut.

Das „soziale Herz von Ötigheim“ soll statt einer Behindertenwerkstatt ein zweites Appartementhaus erhalten.

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Das „soziale Herz von Ötigheim“ soll statt einer Behindertenwerkstatt ein zweites Appartementhaus erhalten.

Der von der Lebenshilfe-Kreisvereinigung Rastatt/Murgtal bis Ende 2021 angepeilte Neubau einer 800 Quadratmeter großen Behindertenwerkstatt in der Händelstraße wird wegen finanzieller Engpässe durch die Corona-Pandemie verschoben.

Hasso Schmidt-Schmiedebach, der Vorsitzende der Lebenshilfe, nannte in einem Schreiben an Bürgermeister Frank Kiefer „die eingebrochenen Umsätze in den Werkstätten sowie in Teilen der Lebenshilfe“ als Gründe für die Beschreitung eines strikten Sparkurses. Man werde „vorläufig alle größeren Baumaßnahmen und -vorhaben zurückstellen, bis wir wissen, wie eine gesicherte Refinanzierung erfolgen kann“. Man bat die Gemeinde darum, die Bauverpflichtung für die Behindertenwerkstatt auf Ende 2023 zu strecken.

Der Bau des Apartmenthauses für Menschen mit Handicap (wir berichteten) schreitet im Telldorf indes fort. Die Eröffnung des Wohnheims ist für Februar geplant.

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag schlug Bürgermeister Frank Kiefer den Volksvertretern vor, auf die Behindertenwerkstatt in Ötigheim zu verzichten und stattdessen die Errichtung eines zweiten Wohnheims ins Auge zu fassen. Über diese Idee soll mit der Lebenshilfe noch beraten werden.

Markus Rapp (CDU) und Rosalia Burkart (FWG) signalisierten klar, man werde Kiefers Weg mitgehen.

Grund für das Umdenken des Bürgermeisters ist der „Riesenbedarf für diese spezielle Wohnform“. Das im Bau befindliche Gebäude bietet 14 Plätze für Bewohner mit Behinderung. Es gebe jedoch laut Kiefer eine Warteliste, anhand derer ein zweites Appartementhaus in Ötigheim mehr Sinn machen würde als die Werkstatt.

„Vielleicht hat ja aber auch der Architekt noch einen Vorschlag für eine Kombilösung“, meinte er. In Kürze will man die Lebenshilfe-Verantwortlichen ins Telldorf einladen, um zu besprechen, wie Ötigheim die künftigen Apartmenthausbewohner in die Kulturgemeinschaft aufnehmen kann. „Wir werden Menschen mit Handicap gut bei uns integrieren“, sagte Kiefer zuversichtlich.

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Erstellt:
24. September 2020, 14:00 Uhr
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