Lebenshilfe zieht ins Bühler Zentrum

Bühl (fvo) – Die Lebenshilfe Baden-Baden/Bühl/Achern steht für den Umzug in den Startlöchern: Teile der Verwaltung in der Birkenstraße und weitere Serviceangebote werden in die Marktstraße verlegt.

Rasanter Nutzungswechsel: Klaus Dürk, Markus Tolksdorf und Hubert Schnurr (von links) besichtigen die neuen Räume der Lebenshilfe, hier die künftige Kreativecke.  Foto: Franz Vollmer

© fvo

Rasanter Nutzungswechsel: Klaus Dürk, Markus Tolksdorf und Hubert Schnurr (von links) besichtigen die neuen Räume der Lebenshilfe, hier die künftige Kreativecke. Foto: Franz Vollmer

Neue Räume, neue Nutzung, neue Symbolkraft: Der für Herbst anberaumte Umzug der Lebenshilfe Baden-Baden/Bühl/Achern in die Interimsräume der Sparkasse (Marktstraße 1) nimmt Gestalt an. Auf drei Etagen, sprich rund 1.000 Quadratmetern, wird sich die Einrichtung mit ihrer vielfältigen Servicepalette inklusive Verwaltung künftig ausbreiten.
Noch dominiert zwar das Gerümpel und die Umbau-Atmosphäre, „wir liegen aber im Zeitplan“, versichert Geschäftsführer Markus Tolksdorf, der sich wie die Stadt reichlich Synergieeffekte und Vernetzungspotenziale erhofft.
„Wir freuen uns, dass damit noch sichtbarer wird, dass Menschen mit Behinderung ihren Platz mitten in unsere Gesellschaft haben“, betonte OB Hubert Schnurr am Mittwoch im Pressegespräch. Der Austritt aus der Isolation sei wichtig für den Integrationsprozess. Tolksdorf schlug in dieselbe Kerbe. „Wir gehen jetzt auch mit inhaltlichen Angeboten in die Stadt“, sieht er ebenso die logistische Verbesserung, immerhin wird das Angebot von acht Außenstellen zusammengezogen, Serviceleistungen, die bisher von Ottersweier bis Steinbach versprenkelt waren.

Auch Klaus Dürk, Leiter des Fachbereichs Bildung, Kultur, Generationen findet es „super, dass die Lebenshilfe jetzt direkt vor Ort ist“. Nicht zuletzt biete die Umstrukturierung die „große Chance, die langjährigen Kooperation zu intensivieren“.

Neue Kitagruppen in Birkenstraße

Im Erdgeschoss, wo früher Reisebüros beheimatet waren, bieten zwei große Foyers neben dem Empfangsbereich auch Raum für Veranstaltungen, Konferenzen und Fortbildungen sowie das Beratungsangebot, etwa beim Ambulant Begleiteten Wohnen. „Die inhaltlichen Angebote finden im ersten und zweiten Obergeschoss statt“, so Tolksdorf, wo auch die räumliche Aufteilung kleinteiliger ist. Hier finden etwa der Betreuungsverein und die Frühförderung mit Kreativecke sowie Turn-/Bewegungsraum, aber auch die offenen Hilfen oder inklusive Fortbildungsagentur eine Heimat. Wobei man bemüht ist, bei aller Kontraktion möglichst separate Eingänge zu realisieren. Selbst an großdimensionierte Besprechungsräume für Mitarbeiter nebst Lösungen für Dauertelefonierer wurde gedacht. Insgesamt kommen rund 50 Arbeitsplätze unter. Starttermin ist der 17. September, Anfang November soll der Umzug eingetütet sein. Zuvor sind jedoch noch reichlich Umbauarbeiten vonnöten, man denke allein an behindertengerechte Toiletten.

Erfreulicher Nebeneffekt des Umzugs von Geschäftsführung, Sekretariat und Öffentlichkeitsarbeit aus den Räumen in der Birkenstraße: Er ermöglicht zwei weitere Gruppen in der Inklusiven Kindertagesstätte „Hand in Hand“, wo seit 2011 Kinder mit und ohne Behinderung betreut werden. Die Vorgespräche laufen. Die Kita im Froschbächel habe sich mit ihrem umfassenden Angebot „sehr gut entwickelt“. Ein Ausbau des Platzangebots für Krippen-/Kitakinder könnte die Engpässe beim Bedarf gerade in der Kernstadt, entschärfen, so Dürk. Angedacht ist zudem ein integrativer Versuchsballon im Bereich der Schulverpflegung. Laut Tolksdorf ist geplant, dass nach den Herbstferien Menschen mit Handicap den Pausenverkauf am Windeck-Gymnasium und der Aloys-Schreiber-Schule übernehmen, was je nach Wirtschaftlichkeit beispielgebend sein soll. Auch Kooperationsklassen wolle man fortführen und weitere Schnittstellen beleben, etwa die Mitarbeit beim Grünteam der Stadt oder integrative Projekte der Musikschule (Frühförderung). Auch an außenwirksame Aktionen wie den Umzug beim Zwetschgenfest 2016 oder Inklusionstag 2019 gelte es anzuknüpfen. Nicht zuletzt sieht Schnurr im Umzug ein weiteres Puzzle bei der Realisierung des „Campus“ als Bildungs-/Kulturzentrum.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

Zum Artikel

Erstellt:
11. August 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.