Lebensmittelmarkt Bühlertal: Grünes Licht für Bebauungsplan

Bühlertal (fvo) – Gewinn für die Infrastruktur und neues Einkaufserlebnis – das erhofft man sich in Bühlertal vom künftigen Lebensmittelmarkt. Der Gemeinderat gab den Weg für den Bebauungsplan frei.

Zwischenlösung: Für den jetzigen „Nah und Gut“-Markt soll es übergangsweise ein Notangebot geben.  Foto: Bernhard Margull

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Zwischenlösung: Für den jetzigen „Nah und Gut“-Markt soll es übergangsweise ein Notangebot geben. Foto: Bernhard Margull

Die Zahlen sprechen für sich. 25.000 statt bisher 11.560 Artikel, knapp 100 Stellplätze und eine mehr als verdoppelte Verkaufsfläche: Das sind die nackten Daten des geplanten Edeka-Einkaufscenters am Ortseingang Bühlertals, für dessen Realisierung der Gemeinderat am Dienstag die nächsten Hürden aus dem Weg geräumt hat. Er gab einstimmig grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans und billigte mit dem Planentwurf auch die Durchführung der Offenlage.
„Das ist natürlich eine super Lage und ein super Service für Bühlertal“, freut sich nicht nur Bauamtsleiter Norbert Graf auf das künftige Angebot. Auch Bürgermeister Hans-Peter Braun sprach von einer „sehr erfreulichen Entwicklung“. Der kräftige Anstieg des Sortiments sei für die Versorgungslage wichtig. Der Bebauungsplan wird mit Blick auf Innenverdichtung im beschleunigten Verfahren durchgeführt, wobei das Gelände ob der Großflächigkeit des Marktes als Sondergebiet eingestuft wird. Nicht zuletzt füge sich das moderne, zweigeschossige Gebäude auch höhentechnisch (maximal 10,5 Meter) in die Umgebung ein. Eine Aufwertung des Platzes stellt das Gebäude mit der anvisierten leicht abgerundeten Holz-Optik ohnehin dar. Zumal bei dem Inhalt.

Auch im Gemeinderat stieß die künftige Sortimentbreite auf helle Begeisterung. So freut sich Stefan Ursprung (FBV) „auf ein ganz neues Einkaufserlebnis“, verbunden mit der Hoffnung, den Umbau zeitig hinzubekommen. Auch Volker Blum (CDU) begrüßt außerordentlich den großen Lebensmittelmarkt und hofft auf zügige Umsetzung. Für die Grundversorgung hier sei er enorm wichtig, „für die Infrastruktur ein Gewinn“. Der Bebauungsplan sei das nötige Signal, dass es endlich losgeht. Auch Peter Ganter (SPD) sieht die Wichtigkeit einer zentralen Versorgung mit einem Vollsortimenter. „Das ist das, was wir dringend brauchen“, so Ganter, die Gemeinde habe mit dieser Weichenstellung ihre Hausaufgaben gemacht. Vorbehaltlich der Genehmigung des Bebauungsplans im Winter 2021 könnte im Frühjahr 2022 Baubeginn sein und 2023 bereits die Neueröffnung, umreißt Graf die straffe Zeitplanung.

Auf 1.800 Quadratmeter Verkaufsfläche (vorher 800) sollen künftig Backshop, Frischetheke sowie ein erweiterter Biobereich untergebracht sein. Wobei auf bis zu 100 Prozent nahversorgungsrelevante Sortimente (Lebensmittel, Getränke, Drogerie, Kosmetik) erlaubt sind, auf bis zu zehn Prozent auch sonstige Sortimente, wie Denise Becker vom Büro fsp Freiburg ausführte. Auch Schank- und Speisewirtschaft sollen zugelassen werden etwa für Bäckerei mit Gastrofläche.

PV-Anlage prinzipiell denkbar

Offen ist noch die Frage der Energiegewinnung. Weshalb im Gegensatz zum städtebaulichen Vertrag noch der Vertrag zwischen Eigentümer und Betreiber fehlt. Laut Eigentümer plant der Betreiber (ScheckIn) Energiebezug direkt von Hamburg, was weit günstiger komme. Die Option einer PV-Anlage sei prinzipiell denkbar, müsse sich aber rechnen. Mit Blick auf den hohen Energiebedarf (Kühlung, Klimaanlagen) hofft neben Ursprung auch Franz Tilgner (CDU), den Betreiber für eine PV-Anlage zu gewinnen, „es wäre gut für unsere Umwelt“. Laut Graf gibt es Optionen auf dem Dach: über den Sozialräumen oder via Zusatzbedachung auf dem Parkdeck, wo 76 von 98 Parkplätze untergebracht sein sollen.

Wiewohl weder Umweltprüfung nochUmweltbericht erforderlich seien, würden die Belange des Umweltschutzes berücksichtigt, führte Denise Becker aus. Etwaige Auswirkungen des Bebauungsplans auf Boden, Pflanzen, Klima, Wasser und Luft wolle man vor der Offenlage klären. Sonstige Kriterien (schalltechnische Unbedenklichkeit, standortgerechte Lage, Grundversorgungsrelevanz, raumordnerische Verträglichkeit) seien erfüllt. Hier seien „keine negativen Veränderungen zu erwarten“, so Becker. Erreichbar soll der neue Edeka über zwei Zufahrten von der Hauptstraße aus. Einig sind sich alle Beteiligten, dass man die Versorgungslücke durch den Abriss des „Nah und Gut“-Kleinmarkts übergangsweise mit einer Notlösung abfedern müsse, sprich eine „Grundversorgung“ (Braun) mit reduziertem Angebot an Grundnahrungsmitteln hinbekommen sollte.

Ihr Autor

BT-Redakteur Franz Vollmer

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Erstellt:
29. Juli 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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