Lebensnah: Reaktionen zum Namenswechsel

Baden-Baden (fde) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Dennis Schmidt diese Woche über Fragen zur Namensänderung nach der Hochzeit.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

Wie der ein oder andere aufmerksame Magazin-Leser vielleicht bemerkt hat, habe ich vor Kurzem geheiratet und den Familiennamen meiner Frau angenommen – soweit, so ungewöhnlich. Dennis Schmidt, geborener Fettig, steht nun in meinem Personalausweis.

Egal, ob bei Familie, Freunden, Kollegen oder entfernten Bekannten – die Reaktion darauf ist zunächst fast überall gleich: eine Mischung aus Verwunderung und Unverständnis. Oftmals verbunden mit der Frage nach dem Warum. Ich stelle mir dann stets die Frage: Warum denn nicht? Warum muss ich das überhaupt begründen? In sachlichem Ton erkläre ich dann, dass es für uns beide keine Option war, jeweils den Nachnamen zu behalten beziehungsweise einen Doppelnamen anzunehmen. Da meine Frau bereitwillig ihr Heimatdorf für mich gewechselt hat, hat es sich für mich letztlich nur richtig angefühlt, ihr beim Namensthema entgegenzukommen. So einfach ist das. Natürlich ist mir der Schritt nicht leichtgefallen, aber ich bin nach wie vor derselbe Mensch. Nachdem alle nötigen Anträge für den Namenswechsel abgearbeitet sind, ist es mittlerweile auch keine große Sache mehr für mich. Nur an der Unterschrift muss ich noch feilen.

Beim Einkaufen vor einigen Tagen hat mich das Thema aber wieder eingeholt. Eine Bekannte hinter der Kasse schaut mich nach dem Bezahlen beinahe befremdlich an: „Hast Du jetzt gerade mit Schmidt unterschrieben?“ Kopfnickend erkläre ich ihr, dass ich geheiratet und den Namen meiner Frau angenommen habe. Darauf erwidert sie mit entsetztem Blick: „Warum denn das?“ Meine Frau hätte diese Frage sicher nicht zu hören bekommen, geschweige denn ein derartiges Gespräch führen müssen. Warum eigentlich ich?

Ihr Autor

BT-Redakteur Dennis Schmidt

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Erstellt:
7. August 2021, 15:03 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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