Lebensnah: Repair-it-yourself-Projekt

Baden-Baden (fde) – Es sind die kleinen Momentaufnahmen des Lebens: Kurioses, Schönes, Ärgerliches. „Lebensnah“ schreibt Dennis Schmidt diese Woche über die Tücken bei der Reparatur eines Trockners.

Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

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Momentaufnahmen aus dem Alltag der BT-Redakteure sind unter der Rubrik „Lebensnah“ zu finden. Grafik: stock.adobe.com/Badisches Tagblatt

Nasse Wäsche in den Trockner rein, Mix-Programm ausgewählt, Startknopf gedrückt, los geht’s: Nach etwas mehr als einer Stunde piepst es aus dem Keller – bis hierhin läuft alles wie die Hunderte Male zuvor ab. Doch heute bleibt die Wäsche nass – klatschnass um genauer zu sein. Als mich meine Frau abends damit konfrontiert, denke ich mir noch nichts weiter dabei. Vielleicht waren einfach zu viele Klamotten drin? Kann ja mal vorkommen. Kurzerhand wird die Wäsche zum Trocknen aufgehängt. Am folgenden Tag folgt Versuch Nummer zwei, nun mit Handtüchern. Auch dieses Mal bleibt das gewünscht flauschig weiche, aber vor allem trockene Ergebnis aus.

Kaputtmachen kann ich sowieso nichts mehr

Bei der Ursachensuche hilft ein Tennisball: Die Trommel dreht sich nicht mehr. Nach etwas mehr als sieben Jahren kann das Gerät nunmal den Dienst quittieren. Da es jetzt nicht gerade ein teures Highend-Gerät ist, kommt eine fachmännische Reparatur zunächst nicht infrage – lohnt sich einfach nicht. Während wir nach einem Abend intensiver Recherche schon kurz davor sind, ein neues Gerät zu kaufen, lässt mich ein Gedanke nicht los: Lässt sich der Schaden vielleicht selbst beheben? Die meistgenannte Ursache einer sich nicht drehenden Trommel ist ein gerissener Keilriemen. Also gut, kaputtmachen kann ich ja sowieso nichts mehr, also ran ans Werk. Behutsam drehe ich Schraube um Schraube raus und entferne die Seitenteile. Schon an der Oberseite der Trommel entdecke ich die Laufspur des Keilriemens, von dem sonst nichts mehr zu sehen ist. Er ist also tatsächlich gerissen. Kosten des Original-Ersatzteils: zwölf Euro! Das ist allemal ein Versuch wert für ein Repair-it-yourself-Projekt.

Wo kommt die Schraube gleich wieder hin?

Nach zwei Tagen ist es da. Kurzzeitig könnte ich mir in den Allerwertesten beißen: In meinem Übereifer habe ich schon munter alles auseinandermontiert und bei all den Schrauben etwas den Überblick verloren. Aber gut, erstmal muss der neue Riemen passen und das Gerät überhaupt wieder laufen. Das Ganze entpuppt sich als eine ziemliche Fitzelarbeit. Stück für Stück muss jedes Bauteil weichen, bis endlich der neue Riemen aufgezogen werden kann. Scheint alles zu passen und die Trommel dreht sich auch wieder ordnungsgemäß. Jetzt muss nur wieder alles zusammengesetzt werden. Aber wo kommt die Schraube gleich nochmal hin? Und fehlt hier nicht eine? Zwischenzeitlich bin ich mir nicht sicher, ob ich das Gerät trotz neuem funktionsfähigem Riemen jemals wieder zum Laufen bringe. Doch das Projekt glückt– der Trockner läuft wieder einwandfrei. Manchmal ist es eben doch gut, ein bisschen experimentierfreudig zu sein. Nur eines ist sicher: Nächstes Mal wird beim Auseinanderbauen alles streng dokumentiert und jede Schraube markiert. Wobei: Hat ja auch so geklappt!

Ihr Autor

BT-Redakteur Dennis Schmidt

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Erstellt:
4. September 2021, 13:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

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