Leisberg-Klinik: Alles vorbereitet für den Anbau

Baden-Baden (hol) – Der Gebäudekomplex der Leisberg-Klinik in der Gunzenbachstraße ist saniert worden. Fällarbeiten im Februar sollen die nächste Bauphase einläuten.

Ein neues Dach für die Villa (oben links), die neue, helle Fassade und neue Balkongeländer geben dem Gebäudekomplex am Hang des Leisbergs ein neues Aussehen. Foto: Harald Holzmann

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Ein neues Dach für die Villa (oben links), die neue, helle Fassade und neue Balkongeländer geben dem Gebäudekomplex am Hang des Leisbergs ein neues Aussehen. Foto: Harald Holzmann

Neue Farbe, neues Dach: Das Gebäude der Klinik am Leisberg in der Gunzenbachstraße ist in den zurückliegenden Monaten saniert worden. Nun sei alles bereit, um auch den seit Jahren geplanten Anbau in Angriff zu nehmen, sagt Marketingbeauftragte Franziska Falbesaner. Geht es nach den Planern, soll es in den kommenden Monaten mit den Bauarbeiten losgehen.

Wie bereits berichtet, plant die Immobiliengesellschaft, der das Gebäude gehört, in Absprache mit der Klinik eine bauliche Erweiterung. Direkt an der Einfahrt auf das Klinikgelände soll der Anbau entstehen. Nahezu baugleich zum seit 2010 bestehenden Erweiterungsbau ist dort ein weiterer fünfstöckiger Gebäudekomplex geplant mit einem ebenerdigen Eingang direkt neben der Einfahrt an der Gunzenbachstraße. Unter anderem soll dort auch eine Lehrküche eingerichtet werden, in der künftig eine Ernährungs- und Haushaltswissenschaftlerin mit den Patienten kocht und backt. Außerdem gibt es die Überlegung, in dem Anbau komplett die Kinder- und Jugendstation unterzubringen, die derzeit noch die alte Villa am oberen Ende des Gebäudekomplexes nutzt. Endgültig fest steht das aber noch nicht, wie Franziska Falbesaner sagt. Bei dem Vorhaben gehe es jedenfalls nicht in erster Linie um eine Erhöhung der Bettenzahl, hatte Klinikchef Thomas Falbesaner bei der Vorstellung des Projekts gegenüber dem BT erklärt. Im gesamten Haus gebe es Platzprobleme.

Nachhaltiger Pflegeplan

Einige der Patientenzimmer seien auch recht klein. Der zusätzliche Platz soll auf diese Weise allen Abteilungen zugutekommen. Die Vorbereitungen für die Baustelle beginnen noch im Februar. Dann werden Bäume gefällt, die auf dem Areal stehen, wo der Anbau entstehen soll. Ansonsten sei der Bauantrag schon einige Zeit im Rathaus, sagt die Marketingverantwortliche. Zuletzt wurde zusammen mit der Stadtverwaltung auch ein nachhaltiger Pflegeplan für das landschaftlich reizvolle Klinikgelände erstellt – eine der Voraussetzungen für eine Baugenehmigung.

„Der Projektleiter würde gerne mit dem eigentlichen Bau schon im ersten Halbjahr loslegen“, sagt Franziska Falbesaner. Bei einer Bauzeit von eineinhalb Jahren könnten die neuen Räume demnach 2023 bezogen werden.

Als Vorbereitung auf das mehrere Millionen Euro schwere Erweiterungsprojekt ist das bestehende Klinikgebäude in den zurückliegenden Monaten auf Vordermann gebracht worden. Das Dach der alten Villa am oberen Ende des Komplexes wurde erneuert, die Fassade bekam eine neue Gestaltung und eine neue Farbe, die alten, hölzernen Balkongeländer wurden ausgetauscht. „Ein neuer Anstrich wäre ohnehin fällig gewesen“, sagt Franziska Falbesaner. Weil in der alten Fassade gesundheitsschädliches Asbest verbaut war, habe man sich zu einem kompletten Austausch entschlossen. Ein mittlerer sechsstelliger Betrag sei investiert worden. „Jetzt sieht alles so aus, dass es zu dem geplanten Anbau passt“, so Falbesaner. Die Arbeiten hätten viereinhalb Monate gedauert – sechs Wochen länger als ursprünglich geplant, weil es während der Bautätigkeit einige Probleme gegeben habe. Unter anderem sei es „nicht so einfach gewesen“, am steilen Hang ein Gerüst zu platzieren.

Behandlung von psychisch kranken Menschen

Der steile Hang des Leisbergs prägt die große Parkanlage mit alten Bäumen, in der die Klinik liegt. In dem Gebäudekomplex, der aus einer alten Villa aus dem Jahr 1912, einem Anbau von 1967 und einem 2010 in Betrieb genommenen Erweiterungsbau besteht, werden psychisch kranke Erwachsene und Jugendliche aus ganz Deutschland behandelt. Sie leiden beispielsweise an Depressionen, Essstörungen, Schulängsten oder Burnout.

Seit 2002 besteht die Klinik in dem Gebäude, in dem einst ein Müttergenesungsheim untergebracht war. Bis zu 36 erwachsene und rund zwölf jugendliche Patienten werden von etwa 50 Mitarbeitern betreut.

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Erstellt:
29. Januar 2021, 08:40 Uhr
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