Leise und klimafreundlich durch Bühl

Bühl (sga) – Das Busreiseunternehmen Faller aus Bühl fährt seit kurzer Zeit mit einem E-Bus für die Bühler Citylinie.

Seit Dezember ist der E-Bus auf der Citylinie unterwegs. Foto: Sarah Gallenberger

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Seit Dezember ist der E-Bus auf der Citylinie unterwegs. Foto: Sarah Gallenberger

Er prahlt zwar nicht mit lauten Motorgeräuschen, aber an Power fehlt es ihm trotzdem auf gar keinen Fall: Seit Mitte Dezember ist der neue E-Bus des Reiseunternehmens Faller für die Bühler Citylinie unterwegs. Leise, schnell und klimafreundlich.

Wirft man allerdings einen Blick auf die Anschaffungskosten, folgt schnell die Frage: Lohnt sich das überhaupt? Schließlich kostet der Bus 450.000 Euro, „und das ist nur das reine Fahrzeug. Obendrauf kommt noch die notwendige Lade-Infrastruktur, also ein Hausanschluss mit Mittelspannungseinheit, zusätzlich müssen noch Kabel verlegt werden. Das sind noch mal zusätzlich 250.000 Euro“, schlüsselt Geschäftsführer Jürgen Faller auf BT-Anfrage die hohe Summe auf. Ob ein E-Bus am Ende günstiger ist, werde die Zeit zeigen.

Ein echtes Familienunternehmen

Die bereits 1969 von der Mutter gegründete Firma wurde 1988 von Jürgen Faller übernommen. Mittlerweile ist auch Tochter Nicole mit im Boot, „wir sind also ein richtiges Familienunternehmen“, wie Faller erzählt.

Jürgen Faller und seine Tochter Nicole beschäftigen sich bereits seit Längerem mit E-Mobilität. Foto: privat

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Jürgen Faller und seine Tochter Nicole beschäftigen sich bereits seit Längerem mit E-Mobilität. Foto: privat

Was einst klein begann, hat mittlerweile eine beachtliche Größe erlangt. Insgesamt 50 Fahrzeuge befinden sich im Fuhrpark des Unternehmens, „darunter große wie kleine“. Befahren werden die Straßen von Faller-Reisen innerhalb des Linienverkehrs zwischen Karlsruhe, Baden-Baden, Rastatt, Bühl, Achern, Oberkirch, Kehl und Offenburg. „Normalerweise können wir auch für Reisen gebucht werden“, so Faller. Doch Corona lässt auch das nicht zu.

„Wir arbeiten für verschiedene Landratsämter im Linienverkehr“, erzählt Faller. Was die Bühler Citylinie betrifft, habe das Unternehmen bei einer Ausschreibung des Rastatter Landratsamts gewonnen, Auftraggeber sind in diesem Fall die Karlsruher Verkehrsbetriebe. „In diesem Zug fahren wir das erste Mal mit grünem Strom“, geht der Unternehmer auf die vertraglichen Hintergründe ein.

Neue Autos für das Anruf-Linien-Taxi angeschafft

Oberbürgermeister Schnurr zeigt sich auf BT-Anfrage „sehr erfreut, dass wir zeitnah den ersten E-Bus auf unserer Citylinie im Einsatz haben werden – und damit weit vor Sommer 2022, wie eigentlich vertraglich festgelegt“. Dass die E-Mobilität nun auch im öffentlichen Personennahverkehr eine Rolle spielt, entspricht laut dem Rathauschef auch dem Wunsch des Gemeinderats: „Wir setzen damit ein klares Zeichen für neue Antriebsformen.“ Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz wird laut Stadtpressesprecher Matthias Buschert auch über die Flotte des Anruf-Linien-Taxis geleistet (wir berichteten). Für 2020 wurden hier zwei neue Autos angeschafft, die die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. In den nächsten Jahren werde dieser Fuhrpark um sieben weitere Fahrzeuge dieser Norm ausgestattet.

Was das Reiseunternehmen Faller betrifft: Jürgen und Nicole Faller hatten sich bereits vor dem Kauf des E-Busses mit der klimafreundlichen Thematik auseinandergesetzt. „Das war uns schon immer wichtig. Und zusätzlich soll es zusätzlich noch eine neue Vorgabe geben, laut der ab 2024 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürfen“, erklärt Jürgen Faller. Mit dem Start des firmeneigenen E-Busses sei man derzeit gut aufgestellt.

Das Fahrgefühl ist für den Geschäftsführer des Familienunternehmens durchaus ein anderes, zum Beispiel könne mit dem Bus wesentlich schneller beschleunigt werden, „da muss man sich schon erst mal dran gewöhnen“. Auf die Frage, was das Thema Klimafreundlichkeit künftig für sein Reiseunternehmen bedeutet, bleibt der Geschäftsführer vage – aber optimistisch: „Wir wissen nicht, was genau noch vor uns liegt. Aber wir sind für alles offen.“

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Erstellt:
29. Dezember 2020, 06:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 37sec

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