Leseratten kommen in Lichtenau auf ihre Kosten

Lichtenau (iru) – Das Heimatmuseum „Medicus“ in Lichtenau hat ein volles Lager: 25.000 Bücher sind dort wohl sortiert. Nun erfreuten sich viele Leseratten wieder daran beim Bücherflohmarkt.

Bücher, so weit das Auge reicht: Bei der Bücherbörse des Heimatvereins „Medicus“ Lichtenau sind mehr als 25.000 gebrauchte Exemplare im Angebot. Foto: Ingbert Ruschmann

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Bücher, so weit das Auge reicht: Bei der Bücherbörse des Heimatvereins „Medicus“ Lichtenau sind mehr als 25.000 gebrauchte Exemplare im Angebot. Foto: Ingbert Ruschmann

„Am Vormittag war die Hölle los“, freute sich Heidi Lenz vom Heimatmuseum „Medicus“ in Lichtenau über die große Besucherresonanz bereits beim Start des weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Bücherflohmarktes. Im vereinseigenen historischen Gemäuer tummelten sich an zwei Veranstaltungstagen auf mehreren Ebenen und in der Scheune zahlreiche Leseratten. Die meisten von ihnen langten an den Ausstellungstischen kräftig zu und bescherten dem Verein trotz geringer Preise so erfreulicherweise einen satten Umsatz.

„Wir haben unser Lager wirklich gut sortiert“, konstatierte Lenz mit Blick auf den nach vielen Themenbereichen klar und strukturiert geordneten Bestand von etwa 25.000 Büchern. Das sei, so schätzt die seit mehr als 25 Jahren für den Bücherflohmarkt ehrenamtlich tätige „Chefin“ des Büchermarktes, einer der Gründe für den großen Zulauf bei der mehrmals im Jahr stattfindenden Börse mit gebrauchten Büchern.

In den Reihen der etwa 280 ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder wird sie liebevoll „Bücherfrau“ genannt, was mit einer großen Wertschätzung ihrer Arbeit mit dem meist von Kunden des Flohmarkts bereitwillig gespendeten Lesestoffs einhergeht.

Auch Besucher aus benachbarten Landkreisen

„Manchmal“, so betont der stellvertretende Vereinsvorsitzende des Heimatvereins, Dietmar Britz, „müssen wir einen Annahmestopp verhängen, wenn es bei den Lagerkapazitäten eng wird.“ Für die vielen Helfer sei außerdem das Schleppen mehrerer Hundert Bücherkisten im Vorfeld eines Flohmarktes eine enorme körperliche Anstrengung, ergänzt er. An kräftezehrender Arbeit mangelt es bei den heimatverbundenen Vereinsmitgliedern rund um ihren beliebten Markt jedenfalls nicht.

Zu den am meisten nachgefragten Büchern gehörten auch am vergangenen Wochenende insbesondere Unterhaltungsliteratur wie Romane oder Krimis. Stark nachgefragt würden daneben die Themen Heimat, Esoterik, Kochen, Gesundheit, Erziehung und Psychologie. Aber auch Kinderbücher oder Politik und Geschichte gehörten nach den Erfahrungen der Lichtenauer „Buchprofis“ zu den Favoriten der vielfach auch aus benachbarten Landkreisen oder aus Karlsruhe und Pforzheim anreisenden Besucher.

Liane Britz (links) und „Bücherfrau“ Heidi Lenz mit den aus Maisstroh in Handarbeit hergestellten Strohschuhen. Foto: Ingbert Ruschmann

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Liane Britz (links) und „Bücherfrau“ Heidi Lenz mit den aus Maisstroh in Handarbeit hergestellten Strohschuhen. Foto: Ingbert Ruschmann

Neben unzähligen Büchern und einigen CDs und DVDs vervollständigten handgemachte Strohschuhe das Verkaufssortiment beim Bücherflohmarkt in Lichtenau. Die von mehreren talentierten Handarbeiterinnen geflochtenen Schuhe werden aus getrocknetem Maisstroh gefertigt. „Etwa 24 Stunden braucht man für ein Paar“, beziffert die Leiterin der Strohschuhgruppe, Liane Britz, den Zeitaufwand für das Flechten. Vor diesem Hintergrund erscheint der monetäre Gegenwert für zwei Unikate mit „Schuhgröße plus zehn Euro“ nicht nur als pfiffige Idee der Preisgestaltung, sondern eben auch als relativ günstig.

Neben den insgesamt fünf Mal im Jahr stattfindenden Bücherflohmärkten ist das Anwesen des Heimatmuseums „Medicus“ in Lichtenau unter anderem auch Schauplatz von Künstlermärkten, dem beliebten „Grumbeerefeschd“, dem jährlichen Adventsmarkt und mehreren Kulturveranstaltungen. „Aber alles nur, wenn Corona es erlaubt“, schränkt Dietmar Britz ein.

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Erstellt:
23. August 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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