Letzte Großetappe des Autotunnel-Baus

Karlsruhe (win) – Mit der Sperrung der Schienenstrecke in der Karlstraße zwischen Europaplatz und Mathystraße hat die dritte und letzte Großetappe des Autotunnel-Baus unter der Kriegsstraße begonnen.

Bis Sonntag fuhren am Karlstor noch die Bahnen, bis September ist jetzt damit Schluss. Foto: Kasig

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Bis Sonntag fuhren am Karlstor noch die Bahnen, bis September ist jetzt damit Schluss. Foto: Kasig

Wie schon zuvor am Ettlinger Tor und am Mendelssohnplatz wird auch am Karlstor, dem dritten Südabzweig des Karlsruher Schienennetzes, die Unterführung abgerissen und durch einen in den künftigen Autotunnel integrierten Neubau ersetzt. Dazu müssen auch die Gleise entfernt werden, sodass bis Mitte September durch die Karlstraße keine Bahnen zum Europaplatz rollen werden.

Insgesamt liegt der Umbau der Kriegsstraße ziemlich exakt im Zeitplan – trotz Corona-Krise und den sonst fast schon obligatorischen Verzögerungen bei Großprojekten. Frank Nenninger, der Technische Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig), unter deren Regie der Bau der Kombilösung läuft, lässt sich von den Herausforderungen nicht aus der Ruhe bringen. „Wir müssen die Situation annehmen, wie sie ist und jeden Tag versuchen, entsprechende Lösungen zu finden“, spricht er von einem ständigen Geben und Nehmen.

Da zeitweise Arbeiter aus dem Elsass nicht einreisen durften und sich der Bauablauf westlich des Karlstors etwas verzögert, wurde an anderer Stelle das Tempo erhöht. „Wir haben genug Baufelder, auf denen gearbeitet werden kann.“

Probebetrieb im Herbst

Als die Lieferketten, insbesondere beim Stahl, nicht mehr funktionierten, wurden kurzerhand andere Lieferwerke eingeschaltet und neue Ketten aufgebaut. So ist man an einigen Stellen nun dem Zeitplan voraus und kann sich später wieder „zurückfallen“ lassen, um andernorts Versäumtes nachzuholen. „Ich bleibe positiv und bin nicht gewillt, den Zeitplan für die Inbetriebnahmen aufzugeben.“

Den Optimismus holt sich Nenninger auch durch Beobachtungen, die für ihn nach eigenem Bekunden neu sind. „Es herrscht eine große Solidarität unter den beteiligten Firmen. Keiner dreht Däumchen, weil nebenan die Leute fehlen, vielmehr hilft man sich gegenseitig. Alle arbeiten sehr zielgerichtet.“

Vor allem im Stadtbahntunnel bleibt es aber eine enge Kiste. Die Arbeiten an insgesamt 60 stark miteinander verzahnten Gewerken lassen wenig Spielräume. „Wenn uns da unterwegs fünf Gewerke schwach werden, kann es schon klemmen.“ Deshalb freue er sich auch buchstäblich über jedes Licht, das im Stadtbahntunnel nach und nach angeknipst wird. Soll es mit der Inbetriebnahme im Juni 2021 etwas werden, muss im Herbst der Probebetrieb beginnen.

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20. April 2020, 20:00 Uhr
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