Lichtenau: Großes Maß an Hilfsbereitschaft

Lichtenau (ar) – Auch Lichtenau hat mit der Pandemie zu kämpfen. Für Bürgermeister Christian Greilach legt dabei großen Wert auf Hilfsbereitschaft.

Bürgermeister Christian Greilach lässt sich auf Corona testen. Foto: Anne-Rose Gangl

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Bürgermeister Christian Greilach lässt sich auf Corona testen. Foto: Anne-Rose Gangl

Ruhig ist es in den letzten Monaten im Hanauer Städtchen Lichtenau geworden. Rund 5.100 Einwohner zählt die Stadt mit ihren Ortsteilen Grauelsbaum, Muckenschopf, Scherzheim und Ulm, in denen normalerweise das Leben in Vereinen, Gastronomie und Gewerbe blüht. Doch die Corona-Pandemie fegte auch hier die Straßen und Veranstaltungshallen leer.

Mit jeweils über 800 Mitgliedern gehören der TV Lichtenau und der SV Ulm sowie mit rund 650 Mitgliedern der TV Scherzheim zu den größten Vereinen der Stadt. Hunderte von Kindern und Jugendlichen sind aktiv in den Sportvereinen und kulturellen Vereinen, doch seit Anfang November vergangenen Jahres dreht sich kein Ball mehr auf dem Rasen, kein Salto auf der Turnmatte und kein einziges Instrument klingt durch das Städtchen. Selbst der weit in die Region hinaus bekannte Büchermarkt des Heimatvereins Medicus musste abgesagt werden, die Wasenbühne konnte keine Theaterstücke aufführen, die Trachtenkapelle zu keinem musikalischen Highlight einladen und das Hoftheater seine Türen nicht öffnen. „Das kulturelle und gesellschaftliche Leben wurde komplett heruntergefahren, es ist ein Rückzug ins Private“, sagte Bürgermeister Christian Greilach, der die coronabedingten Auswirkungen jedoch nicht nur auf Lichtenau bezogen sehen möchte, sondern auf ganz Deutschland.

Vereine haben Sorgen

„Mir persönlich ist kein Lebensbereich bekannt, auf den Corona und der Umgang mit Corona keinen Einfluss haben“, so Greilach, der noch nicht weiß, wie die Pandemie die Lichtenauer Bürgerinnen und Bürger verändert. „Die Vereine haben Sorgen, dass sich die Mitglieder entfernen, der Gastronomie geht es schlecht, anderen Branchen auch“, sagte der Rathauschef. All dies seien zentrale Punkte des Austauschs in einer Gesellschaft, die nicht verloren gehen dürften.

Christian Greilach hofft, dass in den von den Einschränkungen am meisten betroffenen Branchen die staatlichen Hilfen ankommen und für die nötige Stabilität sorgen. Inwieweit man die Vereine unterstützen müsse, würde man erst in der Retrospektive beurteilen können, so Greilach. Kindergartengebühren habe man ebenso ausgesetzt wie die Pachten für kommunal vermietete Objekte. Erfreulich sei, dass man aktuell bei der Gewerbesteuer, mit der die Stadt Lichtenau sowieso nicht üppig ausgestattet sei, keine Anzeichen von Rückgang erkenne. Dank der Landeszuschüsse hätten sich die erlassenen Gebühren fast ausgeglichen, so Greilach.

Vertrauen sehr wichtig

Die Stadt habe mehr Ausgaben für Betriebsmittel für Schutzausrüstung gehabt, aber auch hierfür viele Spenden erhalten. Es habe während des ersten Lockdowns ein großes Maß an Hilfsbereitschaft unter den Menschen gegeben. „So wie es aussieht, kommen wir gut mit einem blauen Auge durch die Pandemie, aber das hängt auch von der weiteren Entwicklung ab“, bemerkte der Rathauschef. Noch immer gebe es in Lichtenau einen guten Zusammenhalt, und er hoffe, dass dies auch so bleibt. „Wir dürfen unser Vertrauen in die Zukunft, aber auch das Vertrauen in uns als soziale Gesellschaft und als Individuen nicht verlieren“, so der Appell von Greilach.

Die Menschen in der Stadt geben ihre Hoffnung auf Normalität nicht auf. Die Vereine planen ihre Veranstaltungen, auch wenn Proben und Training nur stark eingeschränkt oder gar nicht möglich sind, mit Kreativität überraschen sie ihre Mitglieder und bleiben online in Kontakt. Wenn Corona nicht mehr für Verunsicherung auf Straßen, in Schulen, Kindergärten und Festhallen sorgt, wird es auch im Hanauerstädtchen Lichtenau mit seinem regen Vereinsleben wieder lebhaft.

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Erstellt:
31. März 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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