Lichtenauer Ortsteile stellen sich Wettbewerb

Lichtenau (ar) – Drei Ortschaften, ein Ziel: Die Lichtenauer Ortsteile Scherzheim, Muckenschopf und Grauelsbaum nehmen am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil und hoffen dabei auf Preise.

Scherzheim: Rathaus und Weinbrennerkirche strahlen im größten Lichtenauer Ortsteil in die Region.  Foto: Anne-Rose Gangl

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Scherzheim: Rathaus und Weinbrennerkirche strahlen im größten Lichtenauer Ortsteil in die Region. Foto: Anne-Rose Gangl

Wie Perlen reihen sie sich entlang der Landesstraße 75 von Lichtenau in Richtung Kehl: schmucke Dörfer, die historisch zum Hanauerland gehören. Fachwerkhäuser, üppiger Blumenschmuck, Geranien, duftende Rosensträucher, Hortensien, hin und wieder mediterrane Palmen versprühen ihren Reiz in den Lichtenauer Ortsteilen Grauelsbaum, Muckenschopf und Scherzheim. Sie nehmen dieses Jahr am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil.
Neben diesen drei liebenswerten und idyllischen Dörfern im südlichen Teil des Landkreises Rastatt beteiligt sich in diesem Jahr in der Region nur noch der Kuppenheimer Ortsteil Oberndorf am 27. Wettbewerb, landesweit sind insgesamt 38 Kommunen dabei.

Seit mehr als 50 Jahren findet der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ statt – früher unter der Bezeichnung „Unser Dorf soll schöner werden“ bekannt. Die drei Lichtenauer Ortsteile beteiligten sich bereits 1996, 1999 und 2005 und wurden mit Lob belohnt. Scherzheim erreichte 2005 beim Kreisentscheid den dritten Platz.

In diesen Dörfern, wo man immer noch den alemannischen Dialekt hört, wird Tradition gepflegt und die Zukunft gemeinsam gestaltet. Scherzheim ist mit über 1.000 Einwohnern der größte Lichtenauer Ortsteil und strahlt mit seiner Weinbrenner-Kirche, dem Hoftheater, der Traktorparade beim Dorffest und 15 aktiven Vereinen weit in die Region. Ortsvorsteher Michel Obermann verweist in der Bewerbung zum Wettbewerb aber auch auf realisierte Projekte wie den Glasfaserausbau, auf die von Studenten erarbeitete Überplanung der Dorfmitte, den Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in und um das Dorf und die Planungen für Querungshilfen an der Ortsdurchfahrt. „Wir stecken voller Tatendrang und wollen Ideen und Anregungen mit viel Herzblut umsetzen“, so Obermann.

Muckenschopf: Dorfplatz und Dorfhaus sind auf dem ehemaligen Gelände der Molkerei untergebracht.  Foto: Anne-Rose Gangl

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Muckenschopf: Dorfplatz und Dorfhaus sind auf dem ehemaligen Gelände der Molkerei untergebracht. Foto: Anne-Rose Gangl

„Wir möchten beweisen, dass auch unser kleines Dorf im ländlichen Raum eine hohe Lebensqualität bieten kann“, sagt Nadine Ulas-Doninger, Ortsvorsteherin des rund 500 Einwohner zählenden Ortsteils Grauelsbaum am alten Fahr, wo früher das Korbmacherhandwerk zu Hause war. Ziel der Teilnahme am Wettbewerb sei es, Bürger aller Generationen zu motivieren, sich im Dorf zu engagieren und an der Entwicklung mitzuwirken, gemeinsame Projekte zu sammeln und zum Mitmachen zu bewegen. Viel Engagement und Ehrenamt haben die Bewohner schon in den vergangenen Jahren bewiesen. Die alte Schule wurde zum Vereinshaus umgebaut, in der Remise wurde ein Warentauschraum unter dem Motto „Hesch’ ebbs – bruchsch’ ebbs“ eingerichtet, junge Mütter haben auf dem Spielplatz die Rückwände der angrenzenden Garagen in Abstimmung mit den Eigentümern farbig gestaltet, am Lichtenbergwerg wurden Pflaster im ehrenamtlichen Engagement verlegt und am Friedhof werden die neu beschafften Pflanzkübel gepflegt. „Hier in Grauelsbaum haben wir Spaß an gemeinsamen Aktionen und pflegen unser Miteinander“, so Nadine Ulas-Doninger.

Grauelsbaum: Typische Fachwerk-Optik am Rathaus und viel Lebensqualität für die rund 500 Einwohner.  Foto: Anne-Rose Gangl

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Grauelsbaum: Typische Fachwerk-Optik am Rathaus und viel Lebensqualität für die rund 500 Einwohner. Foto: Anne-Rose Gangl

Klein, aber fein ist die Devise im kleinsten Lichtenauer Ortsteil Muckenschopf, an der Grenze zur Gemarkung Rheinau. Hier werden die Besucher am Ortseingang von blühenden Verkehrsinseln begrüßt, mit Blick auf die Kapelle Maria am Wege im Hintergrund. Gepflegte Streuobstwiesen, Äcker und Wald mit Jahrzehnte alten Bäumen, Blumengärten und Fachwerkhäuser laden ein.

Landkreis-Kommission kommt am Samstag

„Ein Schlafort ist Muckenschopf aber nicht, hier pulsiert das Leben“, sagt Ortsvorsteher Jürgen Otteni. Es gibt im kleinen Dorf zwar keine Schule, aber einen Kindergarten, keine Geschäfte, aber die Eichwaldhalle mit ihrem großen Festplatz. Zur Gemütlichkeit und Geselligkeit lädt der Dorfplatz, auf dem früher das Molkereigebäude stand. Der ehemalige Geißenstall hinter dem historischen Rathaus wurde zum Vereinsgebäude umgebaut. Die Muckenschopfer haben noch viele Ideen für die Zukunft auf dem Tisch liegen, eine davon ist die Verkehrsberuhigung im Ort, denn noch immer fahren täglich bis zu 80 Lastwagen zum und vom Sägewerk im Nachbarort durch den kleinen Dorfflecken.

Über Schönheit, Besonderheiten und ehrenamtliches Engagement kann sich die Landkreis-Kommission am 16. September in Grauelsbaum von 8 bis 10 Uhr, in Scherzheim von 11 bis 13 Uhr und in Muckenschopf von 14.30 bis 16.30 Uhr im Rahmen der Bereisung selbst ein Bild machen.

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Erstellt:
12. September 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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