Lidl will Logistikzentrum bauen

Bietigheim (mak) – „Lidl lohnt sich“ – in diesen Werbeslogan kann die Gemeinde Bietigheim wohl demnächst mit einstimmen: Der Discounter beabsichtigt, das ehemalige Bundeswehrgerätelager komplett zu erwerben, um dort ein neues Logistikzentrum zu errichten.

So soll die geplante 4,4 Hektar große Logistikhalle einmal aussehen. Grafik: Gemeinde Bietigheim

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So soll die geplante 4,4 Hektar große Logistikhalle einmal aussehen. Grafik: Gemeinde Bietigheim

Der Konzern investiert laut Bürgermeister Constantin Braun eine zweistellige Millionensumme in das knapp 16 Hektar große Areal zwischen B 3 und A 5. Am Dienstag befasst sich der Gemeinderat mit der Aufstellung eines Bebauungsplans. Etwa zwei Dutzend Interessenten hatten bei der Gemeinde angeklopft, nachdem diese das Areal des ehemaligen Bundeswehrgerätelagers im Jahr 2015 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erwarb, führt Braun auf BT-Nachfrage aus. Die Gemeinde hatte sich damals im Kaufvertrag verpflichtet, sämtliche Hallen, Straßen und Wege zurückzubauen. „Für uns war klar, dass jemand, der das Grundstück erwirbt, dann auch alle damit verbundenen Verpflichtungen übernimmt“, erläutert der Rathauschef. Lidl baut also die bisherige Infrastruktur komplett zurück, bevor eine neue aufgebaut wird. Das bedeutet, dass alle Verkehrswege neu erstellt werden und Wasser, Strom und andere Versorgungsleitungen frisch verlegt werden müssen.

Zweistelliger Millionenbetrag wird investiert

Das Interesse muss relativ groß sein, denn der Discounter hat laut Braun für das ehemalige Bundeswehrareal den marktüblichen Preis für ein bereits erschlossenes Gelände bezahlt. Lidl nutzt zwölf der 16 Hektar gewerblich und lässt auf einer Fläche von 4,4 Hektar eine Halle erstellen, die bis zu 25 Meter hoch werden soll. Aufgrund der erhöhten Verkehrsbelastung rund um das Areal wird der Knotenpunkt K 3737/B 3 ausgebaut.

Im Hinblick auf die Folgenutzung des Bundeswehrgerätelagers wurde 2014 ein raumordnerischer Vertrag mit dem Regierungspräsidium und mit dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein erarbeitet. In diesem wurde festgelegt, dass 3,6 Hektar renaturiert werden müssen, da sich der Bereich in einem regionalen Grünzug befindet. Lidl wird auch diese erforderliche Renaturierung umsetzen.

„Die Gemeinde muss keinerlei Vorleistungen bringen“, betont der Bürgermeister, der darauf hinweist, dass somit die kommunalen Finanzen zur Verbesserung der eigenen Infrastruktur eingesetzt werden können. Die Verhandlungen mit Vertretern der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG und der Lidl Immobilien GmbH & Co. KG seien „auf einem guten Weg, aber noch nicht in trockenen Tüchern“, beschreibt der Bürgermeister den Sachstand.

Bestehender Standort wird weiter genutzt

Lidl hat in Bietigheim in der Muggensturmer Landstraße bereits ein Verwaltungs- und Logistikzentrum, eine sogenannte Regionalgesellschaft, die rechtlich selbstständig ist. Deren Mitarbeiter sind verantwortlich für den Geschäftsablauf von durchschnittlich rund 80 Filialen in der Region, wie auf der Lidl-Homepage erläutert wird. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich von den Filialimmobilien über den Vertrieb, den Betrieb des Logistikzentrums bis hin zur Betreuung der Mitarbeiter in den Filialen, der Verwaltung und der Logistik. Somit sind die Regionalgesellschaften nahe dran an den Filialen und können flexibler auf regionale Besonderheiten eingehen und deren Belieferung effizienter gestalten. Bundesweit gibt es 39 Regionalgesellschaften.

In Bietigheim arbeiten aktuell rund 300 Mitarbeiter, die dann mit auf das neue Verwaltungs- und Logistikzentrum umziehen. Das etwa neun Hektar große Gelände am bisherigen Standort will Lidl aber weiterhin für sich nutzen: „Was dort geplant ist, das ist noch nicht öffentlich verkündbar“, meint der Rathauschef – „auf jeden Fall werden durch die Erweiterung von Lidl weitere Arbeitsplätze geschaffen“.

Im Hintergrund wurden bereits diverse Voruntersuchungen vorgenommen und Gutachten erstellt. Es wurde bereits ein Vorentwurf für den Bebauungsplan „Gewerbegebiet ehemaliges Bundeswehrgerätelager“ erarbeitet, den der Gemeinderat am Dienstag billigen soll. Des Weiteren ist der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan vorgesehen sowie ein Beschluss zur Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden und der Träger öffentlicher Belange.


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