Lieber an den Strand als Skiurlaub

Rastatt/Kuppenheim (rjk) – Rastatter und Kuppenheimer Reisebüros freuen sich trotz Pandemie über regen Zulauf- Omikron wirkt sich noch nicht negativ aus.

Sonne, Strand und Palmen: Selina Felsner, Inhaberin des Rastatter Reisebüros „Albatros“ in der Herrenstraße, berät eine Kundin. Die Gespräche im Laden führt immer nur jeweils eine von aktuell zwei Beraterinnen. Trotz Corona erhebt Felsner keine Servicegebühren. Foto: Ralf Joachim Kraft

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Sonne, Strand und Palmen: Selina Felsner, Inhaberin des Rastatter Reisebüros „Albatros“ in der Herrenstraße, berät eine Kundin. Die Gespräche im Laden führt immer nur jeweils eine von aktuell zwei Beraterinnen. Trotz Corona erhebt Felsner keine Servicegebühren. Foto: Ralf Joachim Kraft

Seit Ausbruch der Pandemie stecken die Reisebüros im Krisenmodus. Nach einer schwachen Wintersaison schöpften sie in den Sommermonaten 2021 wieder Hoffnung. Doch zum Jahreswechsel stellt sich die Frage: Kommt nach der Reiselust jetzt wieder der Frust? Und wie wirkt sich die Ausbreitung der Omikron-Variante auf die Buchungen aus? Das BT fragte mal nach.

„Besser als 2020 ist es allemal“


Ganz so schlecht schätzt Selina Felsner, Inhaberin des Reisebüros „Albatros“ in der Rastatter Herrenstraße, die aktuelle Situation nicht ein. „Besser als 2020 ist sie allemal, denn damals ging ja gar nichts. Normalerweise wäre jetzt bei uns die Hölle los. Das ist zwar nicht der Fall, aber es läuft ganz gut“, sagt sie. „Omikron merken wir noch nicht. Die Reiselust ist groß. Die Leute wollen weg, mal abschalten und alles hinter sich lassen.“ Urlaub tue einfach gut, er sei „Balsam für die Seele“, zumal das Dauerthema Corona stark an den Nerven zerre. Daher wurde über die Feiertage und Neujahr viel gebucht. „Von etlichen Kunden wissen wir, dass sie sich im Ausland wegen der niedrigeren Inzidenzen sicherer fühlen als in Deutschland.“ Viele recherchierten sogar und verbrächten ihren Urlaub gezielt dort, wo es möglich und sicher ist.

Bei den Ski-Urlauben sieht’s hingegen nicht so gut aus. Grund: Wer zum Skifahren nach Südtirol/Italien, Österreich und die Schweiz will, muss sich auf 2G, PCR-Tests und Quarantäne einstellen. „Die meisten Kunden wollen lieber Sonne, Strand und Palmen. Stark gefragt sind Hotels mit Privatpools“, verrät Felsner.

Kreuzfahrten sind angesagt

„Die Kanaren sind sehr beliebt, aber auch Dubai, die Malediven oder die Dominikanische Republik. Angesagt seien ebenso Kreuzfahrten – zum Beispiel in die Karibik oder den Orient. Die sind zwar kostspielig. Weil hier aber nur Geimpfte und Genesene an Bord dürfen, sei die Anzahl der Passagiere überschaubar. „Viele fühlen sich dort daher sicherer.“ Die momentane Stimmung beschreibt Felsner als verhalten optimistisch. „Insgesamt hatten wir durch die Pandemie extrem hohe Einbußen und sind noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau. Wir bleiben aber zuversichtlich, auch wenn wir nicht wissen, was noch auf uns zukommt.“ Für Sommer 2022 gebe es bereits Vorausbuchungen – „aber es sind weniger als sonst“.

Insgesamt gut durch die Krise gekommen ist das IT-Reisebüro in Kuppenheim. „Die Nachfrage bei Reisen über die Feiertage ist groß. Wir haben auch schon Buchungen für 2022, sogar für 2023“, berichtet die stellvertretende Leiterin Larissa Wunsch.

„Die Leute wollenwieder unterwegs sein“

„Die Leute buchen wegen der Pandemie zwar kurzfristiger als zuvor, aber eines ist klar: Sie wollen wieder unterwegs sein.“ Omikron wirke sich noch nicht aus. Die meisten ziehe es jetzt auf die Kanaren. „Fernreisen werden eher zurückhaltend gebucht“, so Wunsch. Wer in die Ferne schweife, der fliege am ehesten nach Mexiko, in die Dominikanische Republik oder auf die Malediven.

Im Gegensatz zu den vielfach stornierten Ski-Reisen in die Wintergebiete im benachbarten Ausland ständen Kreuzfahrten in den Orient und die Karibik hoch im Kurs, erklärt Wunsch im Einklang mit ihrer Rastatter Kollegin. Als beliebte Urlaubsziele nennen die Frauen unter anderem Spanien inklusive Balearen, Griechenland, Ägypten, Türkei und die Kapverden.

Beide weisen dabei auf die flexiblen Storno-Optionen („Flexoptionen“) bei Pauschalreisen hin. Die Urlauber können diese gegen ein Entgelt zubuchen und damit ihre Reise ohne Angabe von Gründen noch bis eine Woche vor der Abreise kostenfrei stornieren.

Ziemlich genau dieselben Reiseziele und Urlaubstrends wie die anderen Befragten nennt Melek Unser aus Plittersdorf. Die Inhaberin von „Unser Reisebüro im Ried“ berichtet von reisewilligen Kunden, aber auch von vielen Einreiseformalitäten und Auflagen. „Im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren ist die Lage zwar nach wie vor schlecht, aber besser als 2020.“ Ob sie im Moment zufrieden ist? „Eigentlich schon. Etliche Kunden haben schon jetzt ihren Sommerurlaub gebucht“, antwortet Unser.


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