Lilli ist ein kleiner Panzerball

Karsruhe (BT) – Ausgewachsene Kugelgürteltiere sind selbst vor großen Raubkatzen geschützt

Lillis Art wird seit 2013 als potenziell gefährdet eingestuft, weil die Bestände in der Wildnis erheblich zurückgegangen sind.Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

© Timo Deible

Lillis Art wird seit 2013 als potenziell gefährdet eingestuft, weil die Bestände in der Wildnis erheblich zurückgegangen sind.Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe

Kräftige Schuppenplatten am Körper, borstige Haare an den Seiten, lange Krallen und zusammenrollbar wie eine Kugel. Das hört sich jetzt vielleicht nach einem Fantasiewesen an. Ist es aber nicht, all das trifft auf mich zu. Mein Name ist Lilli, ich bin ein Südliches Kugelgürteltier. Meine Artgenossen in der Natur leben in Südamerika – von Bolivien über Brasilien und Paraguay bis nach Argentinien, und dort in eher trockenen Gebieten. Ich hingegen lebe seit der Eröffnung des Exotenhauses mit meinem Partner Fuleco, kurz Eco, im Zoo Karlsruhe.

Bei Gefahr laufen wir nicht weg, sondern rollen uns dank der Horn- und Knochenplatten zu einer perfekten Kugel zusammen. Die Platten von Schwanz und Kopf passen dabei exakt nebeneinander, sodass auch die kleinste Öffnung verdeckt ist. Diese Schutzmaßnahme ist extrem effektiv. Selbst Puma oder Jaguar können uns so kaum gefährlich werden. Im Spanischen werden wir Gürteltiere übrigens „Armadillos“ genannt, was übersetzt „die kleinen Gepanzerten“ bedeutet.

Kugelgürteltiere sind Einzelgänger

Dieser ungewöhnliche Körperbau führt übrigens auch dazu, dass Gürteltiere unter anderem für die Herstellung von Körbchen oder Musikinstrumenten bejagt werden. Bei manchen Menschen enden wir auch im Kochtopf. Zudem geht immer mehr Lebensraum für uns in der Natur verloren. Meine Art wird seit 2013 als potenziell gefährdet eingestuft, weil die Bestände in der Wildnis erheblich zurückgegangen sind.

In den Zoos gibt es zum Glück einige Kugelgürteltiere. Auch Eco und ich bekommen regelmäßig Nachwuchs. Von Natur aus sind wir Kugelgürteltiere Einzelgänger, nur zur Paarungszeit kreuzen sich unsere Wege. Vor allem auf den Nachwuchs können die Männchen sehr aggressiv reagieren. Daher leben Eco und ich auch im Zoo die meiste Zeit in unterschiedlichen Gehegen. Wenn die Paarung erfolgreich war und ich trächtig bin, werden wir sofort wieder getrennt. Nach etwa dreieinhalb Monaten kommt dann ein kleines Kugelgürteltier zur Welt. Es ist dann noch etwas kleiner als ein Tennisball. Direkt nach der Geburt ist sein Panzer noch rosafarben und ganz weich. Er härtet jedoch innerhalb weniger Wochen aus. Wenn alles gut läuft, können wir übrigens mehr als 30 Jahre alt werden.

Falls ihr uns bei eurem Besuch mal nicht seht, liegt das übrigens daran, dass wir eigentlich nacht- und dämmerungsaktiv sind, somit tagsüber gerne schlafen. Meistens gehen wir dazu in den Bereich, der für Besucher nicht einsehbar ist. Es kann aber auch sein, dass wir uns im Untergrund vergraben. Dabei helfen die langen kräftigen Krallen. Für die Nahrungssuche sind die Krallen ebenso hilfreich. Unsere Lieblingsspeise sind Ameisen und Termiten.

Wenn die nicht gerade zu finden sind, können wir mit den Krallen deren Bau oder die Rinde von Bäumen aufbrechen und dort die Insekten erbeuten. Daneben fressen wir aber auch andere kleine Tiere, Pflanzensamen und Früchte. Meine persönliche Lieblingsspeise sind übrigens Mehlkäferlaven, die die Tierpfleger immer mal wieder im Gehege verteilen.

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Erstellt:
11. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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