Live aus dem Schwarzwald – aber nur auf Youtube

Baden-Baden (vn) – Die Pandemie hat die Pläne für die Eröffnung des Nationalparkzentrums über den Haufen geworfen. Immerhin: Ministerpräsident Kretschmann und drei Minister kommen zur Eröffnung.

Blick ins Foyer: Im Hintergrund ist durch den Eingangsbereich die Villa Klumpp auf der anderen Straßenseite zu sehen, das „alte“ Nationalparkzentrum. Foto: Finanzministerium Baden-Württemberg

© red

Blick ins Foyer: Im Hintergrund ist durch den Eingangsbereich die Villa Klumpp auf der anderen Straßenseite zu sehen, das „alte“ Nationalparkzentrum. Foto: Finanzministerium Baden-Württemberg

Von einem „Meilenstein im Bereich der Umweltbildung“ sprach Ministerpräsident Winfried Kretschmann, als er am 13. Mai 2017 den Grundstein für den Neubau des Besucher- und Informationszentrums (BIZ) im Nationalpark Schwarzwald legte.

Dreieinhalb Jahre später ist der spektakuläre Bau am Ruhestein-Pass fertig – das „Foyer“ des Nationalparks, in dem die Gäste empfangen und zum Staunen gebracht werden sollen. Eigentlich ein Grund für einen Festakt, für eine große Feier mit viel Programm und mindestens einen Tag der offenen Tür. Doch Corona hat alle Pläne über den Haufen geworfen.

Die feierliche Schlüsselübergabe am kommenden Freitag um 14.30 Uhr findet im kleinen Kreis statt, aber immerhin werden neben dem Ministerpräsidenten drei weitere Kabinettsmitglieder in den Nordschwarzwald kommen: Edith Sitzmann (Finanzen), Franz Untersteller (Umwelt) und Winfried Hermann (Verkehr). Geplant sind neben der Festansprache Kretschmanns Filmbeiträge und Talkrunden.

Start mit gestaffeltem Konzept

„Aufgrund der Corona-Pandemie können leider nur sehr wenige Personen vor Ort teilnehmen. Dies sind die Beteiligten des Programms; dazu kommen die Personen, die sich um die technische Umsetzung kümmern“, bittet Christian Lindinger vom Landesbetrieb Vermögen und Bau, Amt Pforzheim, um Verständnis. „Wir hätten uns sehr gewünscht, die Übergabe in einem größeren Rahmen zu feiern.“ Wer nicht zum erlesenen Kreis gehört, muss sich mit einem Live-Stream bei Youtube begnügen, der unter folgendem Link https://youtu.be/bEw0iJOGSeU abgerufen werden kann.

Danach startet das BIZ mit einem gestaffelten Konzept, das von der Nationalpark-Verwaltung erarbeitet wurde: „Das gibt uns Zeit, die Pandemie-Entwicklung sorgfältig zu beobachten, den Gebäudebetrieb sowie die Ausstellung gründlich zu testen und gegebenenfalls zu optimieren“, blickt Minister Untersteller voraus.

In den ersten Tagen und Wochen nach der Übergabe des Gebäudes stehen zunächst Architektur-Führungen auf dem Programm, die von Vermögen und Bau organisiert werden. Sie richten sich an die Mitglieder des Nationalpark-Rats und des -Beirats, an die am Bau beteiligten Firmen, an weitere Interessenten aus der Region mit Bezug zum Projekt und an die Medien.

In den Wintermonaten folgt dann die Testphase für den Gebäude- und Ausstellungsbetrieb – mit „echten“ Besuchern. Schulklassen und Kindergartengruppen gehören dazu, Naturschutz-Fachleute, Interessengruppen, Verbände sowie Bürger aus der Region. Nach Angaben des Umweltministeriums „werden auch Menschen mit Handicap gezielt gebeten, das Gebäude und die Ausstellungskonzeption zu testen und mit ihrer Bewertung zu helfen, das Zentrum wirklich barrierefrei zu machen“.

Unbeschränkter Betrieb ab 1. Juni 2021 möglich

In der Testphase wollen die Verantwortlichen auch herausfinden, wie der Betrieb des Hauses unter Pandemiebedingungen optimal gestaltet werden kann.

„Coronabedingt soll das Nationalparkzentrum ab 1. März 2021 zunächst eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Dafür wird die tägliche Gästezahl auf 400 Personen begrenzt“, so das Ministerium weiter. „Der Ticketverkauf wird ausschließlich online möglich sein.“ Erst am 1. Juni 2021 soll der unbeschränkte Betrieb im BIZ aufgenommen werden.

Ihr Autor

Volker Neuwald

Zum Artikel

Erstellt:
14. Oktober 2020, 13:54 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 25sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.