Lizaid ist die neue Winterkönigin

Iffezheim (deli) – Die neue Winterkönigin des deutschen Turfs heißt Lizaid. Unter Jockey Bauyrzhan Murzabayev sicherte sich die Stute diesen Sonntag in Iffezheim diesen begehrten Titel.

Lizaid und  Bauyrzhan Murzabayev gewinnen den Preis der Winterkönigin. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

© Klaus-Joerg Tuchel

Lizaid und Bauyrzhan Murzabayev gewinnen den Preis der Winterkönigin. Foto: Klaus-Jörg Tuchel

„Ich war heute so nervös, ich hatte richtige Herzprobleme“, gestand Ina Emina Zimmermann Minuten nach dem Zieleinlauf des Preises der Winterkönigin auf der Iffezheimer Galopprennbahn.
Zu diesem Zeitpunkt schlug das Herz der Gestütsbesitzerin aus dem Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt wieder in normalem Rhythmus, doch ein paar Tränen waren in ihren Augen erkennbar. Ihre zwei Jahre alte Stute Lizaid hatte gerade den begehrten Preis der Winterkönigin und 60.000 Euro gewonnen. Haus Zoppenbroich heißt Zimmermanns Gestüt, sie hat es vor einigen Jahren von der Familie Bresges übernommen, seit Jahrzehnten wurden dort erfolgreich Vollblüter wie Orofino und Königsstuhl gezüchtet. Das hat sich unter der neuen Eignerin fortgesetzt. Sie betreibt das Gestüt aber mit ihrer eigenen Philosophie, die Stuten, gerade eine Handvoll auf riesigen Koppeln, werden nur alle zwei Jahre gedeckt. Die Rennpferde werden extrem geschont, laufen in der Regel höchstens einige Male. Mit Lacazar holte sie sich 2017 den Preis der Diana. Mit deren nahe Verwandte Lizaid peilt sie das jetzt auch an. „Das ist das große Ziel, sie ist auch wirklich eine Klassestute“, so Trainer Peter Schiergen.

Der Sieg in der „Winterkönigin“ war aber auch eine taktische Meisterleistung von Jockey Bauyrzhan Murzabayev, der einmal mehr zeigte, warum er der amtierende deutsche Meister seiner Berufssparte ist. „Wenn keiner vorne geht, dann mach’ Du das“, war die Anweisung von Schiergen gewesen, genau daran hielt sich der Kasache. Er legte sich in den Windschatten der führenden Rondina, drückte eingangs der Zielgeraden auf den imaginären Knopf, womit die Angelegenheit schnell erledigt war. „Für dieses Jahr ist natürlich Schluss“, sagte Schiergen, doch gilt das wohl für alle Teilnehmerinnen. Schieren belegte mit der von Sibylle Vogt gerittenen Barina noch Platz drei.

Favoritin Lacuna wird nur Vierte

Als 4,2:1-Favoritin war Lacuna im Besitz des Kölner Rennvereinspräsidenten Eckhard Sauren angetreten, doch langte es am Ende nur zu Platz vier. Was laut Trainer Henk Grewe ausschließlich an der Reitweise von Adrie de Vries lag: „Er ist gegen den Plan an letzter Stelle gegangen. Eigentlich sollte er vorne mit dabei sein. Und dann hatte er bei seinem Angriff auch keinen Platz. Da ist alles schief gegangen.“ Als de Vries Lacuna auf freie Bahn brachte, war der Zug abgefahren, es blieb nur noch ein Platzgeld von 6.000 Euro. Wie schnell sich die Stimmungen ändern kann: Zwei Stunden später in der Baden-Württemberg-Trophy zeigte de Vries auf dem Sieger Only the Brave einen Super-Ritt für Sauren und Grewe.

Hinter Lacuna gingen manche Hoffnungen baden, so bei der zweiten Favoritin Enjoy the Dream, die bei dem langsamen Rennen in der Zielgeraden nicht entscheidend beschleunigen konnte. Und auch für Atomic Blonde, die noch eine Woche zuvor in Dortmund ein Auktionsrennen gewinnen konnte, war die rasche Startfolge eine Nummer zu groß.

Keine Rolle spielte die Iffezheimer Starterin Artemia aus dem Geisler-Stall. Sie endete als Vorletzte, blamierte sich aber keineswegs.

Ihr Autor

Daniel Delius

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Erstellt:
17. Oktober 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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