Lockerungen an Schulen ab 15. März

Stuttgart (bjhw) – Grundschüler sollen in den „eingeschränkten Regelunterricht“, Fünft- und Sechstklässler kehren wieder in die Schulen zurück – die neuen Regeln gelten ab 15. März

Schüler der Klassen fünf und sechs können unter bestimmten Bedingungen ab Mitte des Monats in den Präsenzunterricht zurückkehren. Foto: Marijan Murat/dpa

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Schüler der Klassen fünf und sechs können unter bestimmten Bedingungen ab Mitte des Monats in den Präsenzunterricht zurückkehren. Foto: Marijan Murat/dpa

Stuttgart – Noch am Mittwochabend machte sich Susanne Eisenmann (CDU) in ihrem Wahlkampf stark für die schrittweise Öffnung der weiterführenden Schulen am Montag. Sie hoffe, den Ministerpräsidenten davon überzeugen zu können. Der allerdings überzeugte sie: Weitere Lockerungen auch für Fünft- und Sechstklässler gibt es erst ab dem 15. März und bei ausreichend vielen Tests.
Die Bildungsverbände weiß Kretschmann an seiner Seite, anders als mit der Idee, die Ferien möglicherweise zu verkürzen, um Lernrückstände aufzuholen. Wenn dies mehr sei als eine „missverständliche Zeitungsüberschrift“, so Ralf Scholl, der Landeschef des Philologenverbandes, „dann kann man als Lehrer zum Ex-Kollegen nur sagen: ‚Thema verfehlt, sechs, setzen‘.“

Welche Details zu weiteren Schulöffnungen sind vereinbart?

Nachdem schon die Grundschulen vor knapp zwei Wochen mit Wechselunterricht gestartet waren, sollen sie nun am 15. März in den „eingeschränkten Regelbetrieb“ übergehen. Damit bleibt die Präsenzpflicht vorläufig ausgesetzt. In Baden-Württemberg sind ohnehin die Abschlussklassen teilweise wieder im Präsenzunterricht, was die Entscheidung, weitere Öffnungsschritte zu gehen, nicht eben erleichtert. Denn unterdessen wächst die Sorge, dass Schüler und Schülerinnen ihre Prüfungen nicht ablegen könnten, wenn ihre Schule in Quarantäne muss. In den weiterführenden Schulen sollen bis zu den Osterferien zunächst die Klassen fünf und sechs öffnen, und zwar ungeteilt, aber in feststehenden Gruppen und unterschiedlichen Räumen.

Wie sind die Reaktionen?

Elternvertreter, aber auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußern sich in ersten Stellungnahmen nicht unzufrieden, machen ihre Zustimmung aber abhängig von einem Testkonzept. „Wenn die Landesregierung garantieren kann, dass an allen Schulen für die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte Schnelltests vorhanden sind, und zugleich die Infektionszahlen sowie die Gefahr durch Virusmutationen eine Öffnung zulassen, halten wir den Start mit den Klassen fünf und sechs für möglich“, so die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein.

Sind die Tests gesichert?

Kretschmann hat seine Zustimmung von der konkreten Organisation durch das Kultusministerium abhängig gemacht. Das Land sei in Vorleistung getreten, sagte der Ministerpräsident, und habe sieben Millionen Schnelltests der neuen Generation geordert. Die ersten 2,5 Millionen seien für die nächsten zwei Wochen zugesagt. Jetzt müsse auch der Bund liefern.

Warum hat der Ministerpräsident eine Verkürzung der Ferien ins Spiel gebracht?

Wörtlich sagt Kretschmann dem „Mannheimer Morgen“, man „könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen.“ Und auf die Nachfrage, ob er dabei an die Sommerferien denke: „Darüber könnte man mal nachdenken.“ Weil daraus aber die Überschrift „Kretschmann für Verkürzung der Ferien“ wurde, ist die Aufregung groß. Das Kultusministerium erklärte, ein solcher Vorschlag könne „vermuten lassen, Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte hätten durch die lange Zeit der coronabedingten Schließung bereits genug Ferien gehabt“. Die freiwillige Verkürzung der Ferien, angestoßen vom langjährigen CDU-Bildungspolitiker und Münsinger Gymnasialdirektor Karl-Wilhelm Röhm, hat im Land allerdings seit vielen Jahren Tradition. Eisenmann teilte mit, dass allein im vergangenen Sommer mehr als 60.000 Kinder und Jugendliche Nachhilfe-Angebote genutzt haben.


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