„Löchle“ muss warten

Loffenau (ham) – Zumindest in kleinen Schritten will der Gemeinderat von Loffenau das touristische Potenzial der Kommune heben. Aufgrund der Corona-Krise strich das Gremium Anfang Mai die Aufwertung der Freizeitanlage Löchle und die Zertifizierung der „Großen Loffenauer Runde“. Beides hätte rund 100 000 Euro verschlungen.

Die Loffenauer planen einen Seiteneinstieg zum Bad Herrenalber Wildkatzenpfad. Foto: BT-Archiv

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Die Loffenauer planen einen Seiteneinstieg zum Bad Herrenalber Wildkatzenpfad. Foto: BT-Archiv

Aus dem „Leader“-Regionalprojekt wären zwar auch üppige Fördermittel geflossen, die etwa die Hälfte der Maßnahmen gedeckt hätten – doch auch das war den Bürgervertretern angesichts des prekären Haushalts 2020 zu viel. Um die beiden Projekte nicht ganz unter den Tisch fallen zu lassen, schlug die Verwaltung kleinere Maßnahmen vor. Diese unterliegen einer Netto-Höchstgrenze von 20 000 Euro und können vor allen Dingen sogar mit bis zu 80 Prozent bezuschusst werden.

Weil die Anträge dafür bis zum 29 Mai vorliegen müssen, informierte sich Bürgermeister Markus Burger vorab bei „Leader“-Geschäftsführerin Antje Wurz. „Der Andrang ist momentan sehr groß. Wenn wir zwei Projekte einreichen, haben wir wohl nur Chancen, eines umsetzen zu können“, berichtete das Ortsoberhaupt in der Sitzung am Dienstagabend. Wurz empfahl den Loffenauern daher, das zweite Projekt im nächsten Halbjahr einzureichen, sodass es in der ersten „Leader“-Sitzung im Januar 2021 „mit neuem Geld bezuschusst werden kann“. Burger schlug deshalb vor, die knapp 20 000 Euro teure Sanierung des Tretbeckens, die Erneuerung der Treppe und den neuen Pflasterbelag in der Freizeitanlage Löchle zeitlich zu verschieben – zumal das Rathaus schauen möchte, ob sich eine Bürgerbeteiligung auf die Beine stellen lässt.

Dem folgte der Gemeinderat einstimmig. Einen „gangbaren Weg“ nannte dies Wolfgang Reik (SPD & ALB). Reiner Singer (FWG) hatte „ohnehin vorschlagen wollen“, ein Projekt zu schieben.

Die „Große Loffenauer Runde“ wird nun zunächst im kleinen Stil auf Vordermann gebracht: Der Premiumwanderweg soll eine neue Beschilderung und Sitzbänke erhalten. Der Zertifizierungsprozess kostet um die 2 000 Euro. Die Beschilderung, die auf den geplanten Seiteneinstieg des Bad Herrenalber Wildkatzenpfads hinweist, schlägt mit einem Tausender zu Buche. Mehr als die Hälfte der rund 21 100 Euro (17 700 Euro netto) fallen für eine „Teufel“-Fotowand an der „Teufelsmühle“ und dortige Infotafeln an, die auch am Kurpark, Käppele, Rißwasen und in den Vogelswiesen aufgestellt werden sollen und auf touristische Höhepunkte in Loffenau hinweisen.


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