Lösung fürs Verkehrschaos im Höhengebiet soll her

Bühl (BNN) – Vor allem an schönen Winterwochenenden spielt sich auch in diesem Jahr auf der Schwarzwaldhochstraße ein Verkehrschaos ab. Die Bühler Stadträte fordern, dass dem Einhalt geboten wird.

Erholung sieht anders aus: Das Verkehrschaos auf der Schwarzwaldhochstraße sorgt für Diskussionen. Foto: Bernhard Margull

© bema

Erholung sieht anders aus: Das Verkehrschaos auf der Schwarzwaldhochstraße sorgt für Diskussionen. Foto: Bernhard Margull

Die Schwarzwaldhochstraße ist ein Sorgenkind, nicht nur wegen der zum Teil ruinösen und leer stehenden Hotels. Die Verkehrsproblematik ist gerade an schönen Winterwochenenden katastrophal, vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie. Das war jetzt auch Thema im Bühler Verwaltungsausschuss.

Bereits im vergangenen Winter reisten Tagestouristen aus den Großstädten an die Schwarzwaldhochstraße und feierten dort in Zeiten des Lockdowns Partys. Damals reagierte der Bühlertäler Bürgermeister Hans-Peter Braun (CDU) entsetzt. Das Verkehrschaos geht in diesem Winter weiter. Eine zeitweilige Sperrung aller Zufahrtsstraßen in die Höhengebiete des Nordschwarzwalds ist aber für das Polizeipräsidium Offenburg das letzte Mittel. Am 9. Januar war es so weit. Ab 14.20 Uhr sperrte die Polizei die Landesstraße 76b zwischen Gernsbach-Hilpertsau und Sprollenhaus für etwa eine Stunde. Entlang der viel weitläufigeren Schwarzwaldhochstraße wurde die Kreisstraße 3765 (Omerskopfstraße) zwischen Bühlertal und Unterstmatt ab 11.52 Uhr bergwärts für rund drei Stunden dichtgemacht. 200 Verkehrsteilnehmer wurden von der Polizei mit einem Bußgeld belegt.

„Auf Dauer kein Zustand“

Die Probleme sind längst im Bühler Rathaus und im Gemeinderat angekommen. Deshalb beschäftigte sich der Verwaltungsausschuss bei seinen Haushaltsberatungen mit dem brisanten Thema. „Natürlich ist die Situation an der B500 nicht alleine Sache der Stadt“, meinte Lutz Jäckel (FDP). „Wir müssen aber darauf drängen, dass etwas passiert. Wir müssen ein Parksystem entwickeln. Was da oben abgeht, ist auf Dauer kein Zustand.“ Sperrungen hält Jäckel für schwierig. „Es ist kein Zustand, die Schwarzwaldhochstraße an jedem schönen Wochenende ab 11 Uhr dichtzumachen“, sagte er. „Das geht nur, wenn der ÖPNV einspringt. Aber kann er das überhaupt leisten? Mit der jetzigen Situation ist weder uns noch der Umwelt gedient.“

Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) berichtete von intensiven Gesprächen der Stadtverwaltung mit der Polizei, den Landratsämtern in Rastatt und Offenburg sowie der Stadt Baden-Baden. Schnurr, der aus Hundsbach stammt, hat nach eigenen Worten mit den Sperrungen persönlich keine Probleme: „Wenn der Ansturm beginnt, bin ich nach meinem Skilanglauf am Wochenende längst wieder daheim in Altschweier.“ Nach Schnurrs Beobachtungen sind nicht nur die Straßen voll mit Autos, auch die Busse seien sehr gut frequentiert.

Probleme mit Kinderwagen und Fahrrad

In ihrem sportlichen Oberbürgermeister, der bereits in aller Herrgottsfrühe die Skier auf den Rücken packt, sahen die Stadträte keine Lösung für die Allgemeinheit. Karl Ehinger (FW) berichtete von Problemen für die Tagestouristen, die das Auto am Wochenende im Tal lassen und mit dem Bus hochfahren wollen. In den Bussen, die in Bühl starten, sind freie Plätze für Kinderwagen reserviert „Wer sein Fahrrad mit in den Schwarzwald nehmen will, muss zuerst nach Sasbach“, sagt Ehinger. „Dort startet ein Bus mit Anhänger für Fahrräder, allerdings nur am Wochenende.“

Ehinger wollte wissen, ob ein gemeindeübergreifendes Bewirtschaftungskonzept für die Parkplätze an der Schwarzwaldhochstraße in Planung ist, und zwar nicht nur an den Wochenenden, sondern auch an Wochentagen. Schnurr hält das für extrem schwierig. „Es geht eigentlich nur auf den Parkplätzen des Landes wie beim Nationalparkzentrum“, erklärte er. „Es gibt entlang der Schwarzwaldhochstraße genügend private Parkplätze, auf die wir keinen Einfluss haben. Eine Konzeption ist deshalb ein extrem dickes Brett.“

Walter Seifermann (GAL) will dennoch eine Lösung finden. „Als Einheimischer möchte ich auch mal am Wochenende in den Schwarzwald fahren, ohne gleich im Stau zu landen“, klagte er.

In eigener Sache

Das Badische Tagblatt und die Badischen Neuesten Nachrichten bündeln ihre journalistischen Kräfte und erweitern damit das umfangreiche Leseangebot in Mittelbaden. Noch arbeiten die beiden Redaktionen getrennt, tauschen jedoch schon gegenseitig Inhalte aus. Davon sollen vor allem die Leser profitieren – durch mehr Hintergründe, Reportagen und mehr Service. Deshalb werden auf badisches-tagblatt.de auch Artikel von BNN-Redaktionsmitgliedern veröffentlicht.

Ihr Autor

BNN-Redakteur Ulrich Coenen

Zum Artikel

Erstellt:
26. Januar 2022, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.