Loffenau: „Es geht was im Ort“

Loffenau (stj) – Auch ohne aktuelles Neubaugebiet herrscht in Loffenau reges Interesse an Bauvorhaben. Dies wertet die Gemeinde als gutes Zeichen der Innenverdichtung.

Die idyllische Lage und die enge Verbindung zur Natur machen Loffenau zu einer attraktiven Wohngemeinde. Foto: Stephan Juch

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Die idyllische Lage und die enge Verbindung zur Natur machen Loffenau zu einer attraktiven Wohngemeinde. Foto: Stephan Juch

Gleich sechs Bauwünsche konnte Matthias Bohn am Dienstag an den Gemeinderat weiterreichen. Der leitende Mitarbeiter im Rathaus für den Fachbereich Bürgerdienste sah jeweils keine erkennbaren städtebaulichen Gründe, die den Anfragen entgegenstehen würden.

Zunächst ging es um eine neue Terrassenüberdachung am Anwesen Schellengasse 2, für die eine Abweichung vom Bebauungsplan bezüglich der Grenzabstände erforderlich ist. Das Vorhaben befindet sich im Innenbereich und fügt sich in die Umgebung ein, meinte Bohn.

Das sah auch der Gemeinderat so. Allerdings warnte Reiner Singer (Freie Wähler) davor, mit der Genehmigung einen Präzedenzfall zu schaffen, auf den sich andere Bauherren dann beziehen könnten, wenn es um Grenzabstände geht, die über die Vorschriften eines Bebauungsplans hinausgehen. Bohn betonte, das Baurechtsamt im Landratsamt werde dies ohnehin prüfen und sei „nicht an unsere Entscheidung gebunden“.

Der Gemeinderat gab schließlich der Befreiung einstimmig grünes Licht. Selbiges galt für den Antrag auf Abbruch und Neubau eines Wohnhauses mit Garagen im Reiterweg 10 und für die geplante Umnutzung einer Scheune zu Wohnzwecken in der Unteren Dorfstraße 24. Bei Letzterem erteilten die Kommunalpolitiker zudem die sanierungsrechtliche Genehmigung für die Nachverdichtung, weil das Objekt im Sanierungsgebiet liegt.

Drei neue Häuser im Herdweg geplant

Ein Zwei-Familienhaus in der Oberen Dorfstraße 77 soll energetisch saniert werden. Auch dafür gab es das kommunale Einvernehmen. Geplant ist dort der Neubau einer straßenseitigen Gaube, der Rückbau eines Balkons im Erdgeschoss sowie der Neubau eines Zimmers und des Balkons. Grundrissanpassungen und der Einbau von Dachfenstern runden das Projekt ab, dem die Kommunalpolitiker einstimmig ihr Einverständnis erteilten.

Eine Bauvoranfrage erreichte die Loffenauer Verwaltung für drei Wohnhäuser mit Garage und Carport im Herdweg. Weil die geplante Bebauung bezüglich der Kubatur vergleichbar mit bestehenden Gebäuden im Herdweg sei und sich im Innenbereich befinde, seien keine städtebaulichen Gründe ersichtlich, die gegen das Vorhaben sprächen, so Bohn. Allerdings bestehe auf einem der Grundstücke eine Verpflichtung zur Duldung einer sogenannten Teuchellage. Das ist ein System zur Ableitung von Wasser in besonders feuchten Bereichen.

Reiner Singer verwies auf die Enge des Herdwegs, der keinen Gehweg habe und wo auf der Seite, an der die Häuser entstehen sollen, bisher geparkt werde. Sollten da drei Doppelhaushälften hinzukommen, würde das die Verkehrssituation weiter verschärfen. Dies sei Thema im weiteren Verlauf des Bauantragsverfahrens, so Bohn. Genauso wie die Frage zu prüfen sei, inwiefern die Duldungsverpflichtung der Teuchellage einer Bebauung im Wege stehen könnte. Auch dieser Voranfrage stimmte der Gemeinderat ohne Gegenstimme zu.

Neues Baugebiet in Planung

Zu guter Letzt ging es um den Antrag zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage in der Ringstraße 8, der die Verwaltung erst am Montag vor der Gemeinderatssitzung erreicht hatte. Aufgrund der Kürze der Zeit habe er nicht mehr entsprechend vorbereitet werden können. Weil aber bis zur nächsten Ratssitzung die Zwei-Monats-Frist zum kommunalen Einvernehmen abläuft, schlug die Verwaltung nach Rücksprache mit dem Baurechtsamt vor, das kommunale Einvernehmen zunächst (quasi symbolisch) zu versagen und über den Antrag dann in der Sitzung am 14. September zu beraten. Dieser Vorgehensweise folgte der Gemeinderat einstimmig.

„Es geht was im Ort“, freute sich Bertram Herb (CDU) über die vielen Anfragen. Diese müsse man aber auch als Zeichen werten, „dass wir in Loffenau mal wieder ein neues Neubaugebiet brauchen“. Dem stimmte Bürgermeister Markus Burger zu und kündigte an: „Das ist auf jeden Fall in der Planung.“


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