Loffenau intensiviert Bemühungen um Windkraft

Loffenau (stj) – Im Loffenauer Gemeinderat werden erneut Stimmen laut, die Pläne für regenerative Energiegewinnung zu forcieren.

Drehen sich irgendwann einmal Windräder auf der Teufelsmühle? Diese Frage soll jetzt genauer untersucht werden. Foto: BT-Archiv

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Drehen sich irgendwann einmal Windräder auf der Teufelsmühle? Diese Frage soll jetzt genauer untersucht werden. Foto: BT-Archiv

Dass sich die Rheinstettener im Bürgerentscheid mit einer klaren Mehrheit für die Windkraft ausgesprochen haben, nahm Reiner Singer jüngst im Loffenauer Gemeinderat zum Anlass, das Thema auch in der kleinen Murgtal-Gemeinde zu forcieren. „Wir würden uns wünschen, das jetzt gemeinsam mit Verwaltung und Gemeinderat anzugehen“, sagte der Fraktionschef der Freien Wähler und bekam für diese Forderung Unterstützung von Wolfgang Reik, Fraktionsvorsitzender von SPD & ALB. Singer verwies auf die Zwei-Drittel-Mehrheit bei der parallel zur Bundestagswahl erfolgten Abstimmung in Rheinstetten, wo die Idee, eine Fläche südlich des Epplesees für den Betrieb von Windenergieanlagen zu verpachten, jetzt weiter verfolgt werden kann. Dies sei auch ein Indiz dafür, dass die Vorbehalte der Bürger gegenüber der Windkraft vielerorts nachgelassen haben.

Auerhuhn als Totschlagargument

Singer betone zudem, dass der auf Loffenauer Gemarkung infrage kommende Standort nahe der Teufelsmühle eine deutlich bessere Windhöffigkeit ausweise, als dies in Rheinstetten der Fall sei. Während der Windatlas dort, im Gebiet „Stiftäcker“ zwischen der Bundesbahnlinie und der Gemarkungsgrenze Durmersheim, 250 bis 310 Watt pro Quadratmeter angibt, komme man an der Teufelsmühle auf mehr als 500 Watt, unterstrich der Fraktionsvorsitzende, der sich schon seit Jahren für die Nutzung von Windenergie auf dem Loffenauer Hausberg einsetzt. Entsprechende Vorhaben scheiterten jedoch bislang stets am Auerhuhn. Allerdings gebe es dort seit elf Jahren schon keine gesicherten Bestände mehr, wie entsprechende Zahlen der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Freiburg verraten. Fakt sei indes, dass die Auerhuhn-Bestände überall im Land drastisch zurückgegangen seien, auch ohne Windräder.

Ein Verlierer des Klimawandels

„Das ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass das Auerhuhn ein Verlierer des Klimawandels ist“, schlussfolgerte Singer. Wenn man diesen aktiv bekämpfe – unter anderem durch die Gewinnung regenerativer Energie – leiste man also einen Beitrag zum Erhalt des streng geschützten Vogels.

Bürgermeister Markus Burger verwies darauf, dass die fehlenden Sichtungen von Auerhühnern auf der Teufelsmühle nicht automatisch bedeuteten, dass es dort keine gibt. Die Notwendigkeit, das Thema erneuerbare Energien verstärkt ins Blickfeld der Gemeinde zu rücken, erkannte er aber an. Man sei diesbezüglich bereits aktiv, konzentriere sich bisher aber eher an den Potenzialen bezüglich der Fotovoltaik. Die Windkraft werde man aber ebenfalls berücksichtigen, spätestens bei der nächsten Klausurtagung des Gemeinderats.


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