Loffenau will weniger Müll in der Landschaft

Loffenau (ham) – Die Gemeinde Loffenau platziert zehn humorvolle Hinweisschilder an besonders vermüllten Orten.

An Sehenswürdigkeiten erinnert die Gemeinde mit den Plakaten „Unbeliebte Naturbewohner“ Besucher daran, ihren Müll nicht einfach wegzuwerfen. Foto: Gemeinde Loffenau

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An Sehenswürdigkeiten erinnert die Gemeinde mit den Plakaten „Unbeliebte Naturbewohner“ Besucher daran, ihren Müll nicht einfach wegzuwerfen. Foto: Gemeinde Loffenau

„Kleiner Schluckspecht „, „Alter Dosenhopf“, „Geknickter Dürstling“, „Gemeiner Beutler“ oder „Weißer Rotzling“ – die Vielfalt an lustigen Vögeln scheint derzeit trotz des rasanten Artensterbens zu wachsen. All diesen modernen Naturbewohnern ist eines gemein: Eine lange Lebensdauer – bis zu 50.000 Jahre kann etwa so ein „Kleiner Schluckspecht“ in den Wäldern sein Unwesen treiben. Doch was so humorvoll daherkommt mit ulkigen Bezeichnungen für eine Schnapsflasche samt lateinischer Verballhornung und Lebensdauer plus Bild auf grünem Waldboden, ist gar nicht lustig. Bei den genannten Spezies handelt es sich um Unarten. Denen hat der Nationalpark Schwarzwald nun den Kampf angesagt und verweist Besucher auf den Müll, den viele bei ihren Streifzügen hinterlassen.

„Unbeliebte Naturbewohner“ prangt auf den Plakaten, die der Nationalpark jetzt lanciert – und damit in Loffenau auf offene Ohren stieß. Als Vorreiter entschied sich die Gemeindeverwaltung, die Hinweisschilder an den zehn Ausflugs-Hotspots zu platzieren, berichtet Bürgermeister Markus Burger und hofft, „die Plakate sollen zum Nachdenken anregen, denn vielleicht ist vielen Menschen nicht bewusst, welche Folgen zum Beispiel das Entsorgen einer einfachen Bananenschale in der Natur hat. Die Verwaltung wünscht sich, dass die Hinweisschilder des Nationalparks die Menschen sensibilisiert und dass künftig deutlich weniger Müll in der Natur entsorgt wird, als dies momentan der Fall ist.

An den folgenden zehn Stellen finden sich daher jetzt auf Gemarkung Loffenau humorvolle, aber letztlich doch eher – ob des traurigen Anlasses – weniger lustige Plakate:

Teufelsmühlturm

Waldparkplatz (hinter dem Gasthaus Teufelsmühle)

Risswasen (bei der Wanderkarte)

Michelsrankhütte

Käppele (bei der Wanderkarte)

Parkplatz Zimmerlei

Alter Sportplatz

Parkplatz am Eingang Kugelberg (Richtung Bühläcker)

Alte Eiche

Löchle

Abfalleimer als der richtige „Lebensraum“

Die Auswahl der Standorte begründet Ortsoberhaupt Burger: „An den meisten dieser Stellen sind keine Mülleimer, viele lassen aber dennoch ihren Müll einfach liegen. Deshalb war für uns die Schilderaktion des Nationalparks Schwarzwald sehr willkommen und wir haben gleich mehrere dieser Schilder bestellt und angebracht. Wir hoffen, dass diese Schilder die Menschen sensibilisieren und so dazu beitragen, dass weniger Müll in der Natur landet.“

Wie einfach Umweltschutz geht, zum Beispiel mit der Beseitigung des ansonsten bis zu 800 Jahre im Wald ausharrenden „Gefüllten Dungfangs“ (eine Plastikwindel), können die unbedarftesten Zeitgenossen notfalls im Kleingedruckten auf dem Plakat nachlesen: „Unterstützen Sie uns dabei, die rasante und oft gut getarnte Vermehrung dieser Naturbewohner zu stoppen. Hat man sie einmal entdeckt, lassen sie sich ohne Widerstand aufsammeln und in ihren ursprünglichen Lebensraum – den Abfalleimer – bringen. Werden Sie aktiv für eine lebenswerte Umwelt.“

Ihr Autor

BT-Redakteur Hartmut Metz

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Erstellt:
9. März 2021, 17:44 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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