Loffenauer Seniorennachmittag in der Kirche

Loffenau (ueb) – Beim diesjährigen Seniorennachmittag in der Heilig-Kreuz-Kirche Loffenau wurde musiziert, Gewürzduft lag in der Luft und Schafe begrüßten die Gäste.

Musizieren gemeinsam in der Heilig-Kreuz-Kirche: Pfarrer Lampadius, Daniel Möhrmann, Mike Kilgus und Frank Oertel (von links). Foto: Dagmar Uebel

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Musizieren gemeinsam in der Heilig-Kreuz-Kirche: Pfarrer Lampadius, Daniel Möhrmann, Mike Kilgus und Frank Oertel (von links). Foto: Dagmar Uebel

Eigentlich war das Konzept für den diesjährigen Seniorennachmittag, der vorgestern in der evangelischen Loffenauer Kirche stattgefunden hat, zunächst ein ganz anderes gewesen. Gemeinsam singen habe man wollen, Kontakte pflegen, ohne Angst vor Nähe haben zu müssen. Und die Hoffnung war groß, unmaskiert der Andacht folgen zu können.

„Aber auch wenn sich das nicht erfüllte“, sagte der Loffenauer Pfarrer Florian Lampadius, „sind wir froh, dass unser traditioneller Seniorennachmittag wegen der Corona-Pandemie nicht ganz ausfallen muss.“

Pläne, die christliche Andacht in bisher gewohnter Form abhalten zu können, scheiterten bereits im November mehrmals an erlassenen Verordnungen. Der Gestaltungswillen des Teams der evangelischen Kirche blieb jedoch ungebrochen. Es disponierte neu, plante coronakonform um. Was dabei rauskam, war eine gesellige, interaktive „Adventsandacht mit Pfiff“, die ältere und jüngere Besucher gleichermaßen einband.

Am Kircheneingang wurden die Besucher von Schafen des Tierhalters Dominik Sämann begrüßt. Die wolligen Gesellen sind Teil der lebendigen Krippe. Zu Beginn der Veranstaltung trug der Pfarrer das Weihnachtsgedicht „Von drauß‘‚ vom Walde komm ich her“ von Theodor Storm vor. Es folgten musikalische Einlagen präsentiert von Lampadius (Euphonium), Daniel Möhrmann (Tenorhorn), Mike Kilgus (Alt-Saxophon) und Frank Oertel (Klarinette). Die vier Musikbegeisterten spielten unter anderem „O Tannenbaum“, „Vom Himmel hoch“, Frank Sinatras „Winter Wonderland“ und ein Lied über Rudi, das liebenswerte rotnasige Rentier.

Andachtsbesuch ererraten Gewürze

Da konnte sogar der siebenjährige Marian Kilgus mithalten, der am Klavier gemeinsam mit seinem Vater weihnachtliche Töne anschlug und so beim Seniorennachmittag für eine vorweihnachtliche Stimmung sorgte.

Nach der fröhlichen Musikeinlage legte der Loffenauer Pfarrer einen bedeutungsvollen Teil der Programmgestaltung im besten Sinn in Kinderhände. Zusammen mit Lampadius mörserten diese im Altarbereich sechs für die Weihnachtsbäckerei wichtige, aromatische Gewürze. Ein wunderbarer Duft nach Weihnachtsgebäck erfüllte kurze Zeit später den Raum, als die Kinder den Erwachsenen Geruchsproben zum Herumreichen, Schnuppern und Erraten gaben.

Mancher der Besucher auf den Kirchenbänken tat sich schwer, zwischen Ingwer, Anis, Nelken, Kardamom, Zimt und Koriander zu unterscheiden. Doch dem Loffenauer Pfarrer ging es am Donnerstag ja auch nicht um weihnachtliche Backtipps, sondern um die positiven Gefühle, die durch das Riechen ausgelöst werden können. Denn Essen und Trinken werde sprichwörtlich eine guttuende Wirkung auf Leib und Seele nachgesagt.

Mit der Einschätzung, dass Lebkuchen schon vor 2.000 Jahren von Mönchen als Trostbissen für die ärmere Bevölkerung gebacken und verteilt wurden und „tröstend sein können, wenn sonst die Umstände nicht so günstig sind“, stellte der Loffenauer Pfarrer eine inhaltliche Verbindung zur Gegenwart her.

Während die Jüngsten einen mit Lebkuchen gefüllten Bollerwagen bis zum Eingang fuhren, beschenkte Lampadius alle Anwesenden mit dem süßen Gebäck. Dann verabschiedete er die Besucher: „Und so freuen wir uns, diese klösterliche Tradition aufzugreifen und sie mit einem von der evangelischen Kirche gebackenen Lebkuchen aus der Heilig-Kreuz-Kirche zu erfreuen.“

Ihr Autor

Dagmar Uebel

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Erstellt:
10. Dezember 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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