Logistikzentrum-Neubau von Lidl auf gutem Weg

Bietigheim (mak) – Der Neubau des Lidl-Logistikzentrums für rund 90 Millionen Euro auf dem Areal des ehemaligen Bundeswehrgerätelagers an der B3 ist planungstechnisch einen Schritt weiter:

Das erhöhte Verkehrsaufkommen soll aufgefangen durch je eine Linksabbiegespur von der Kreisstraße 3737 nach links auf die B3 in Richtung Rastatt (von Muggensturm kommend) und in Richtung Karlsruhe (von Bietigheim). Foto: Willi Walter

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Das erhöhte Verkehrsaufkommen soll aufgefangen durch je eine Linksabbiegespur von der Kreisstraße 3737 nach links auf die B3 in Richtung Rastatt (von Muggensturm kommend) und in Richtung Karlsruhe (von Bietigheim). Foto: Willi Walter

Der Bietigheimer Gemeinderat stimmte am Dienstag dem Entwurf des Bebauungsplans „Gewerbegebiet ehemaliges Bundeswehrgerätelager“ zu. Projektleiter Oliver Meier von der Lidl Dienstleistungs GmbH & Co KG brachte das Gremium, das Mitte Juni 2020 die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen hatte, auf den aktuellen Stand bezüglich der Verlagerung des Lager- und Logistikbereichs der örtlichen Lidl-Regionalgesellschaft auf die 15,5 Hektar große Fläche des früheren Bundeswehrgerätelagers: „Es war bislang relativ ruhig, jedoch nicht im Hintergrund. Wir haben umfangreiche Abstimmungen mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium vorgenommen“, erläuterte er. Wesentlicher Bestandteil der Baugenehmigung ist ein Lagergebäude/Logistikzentrum mit Verwaltungstrakt mit einer Geschossfläche von mindestens 42.000 Quadratmetern. Das Gebäude wird 350 Meter lang, 125 Meter breit und in der Mitte bis zu 25 Meter hoch. Weiterhin entstehen auf dem Areal, in dessen Entwicklung Lidl etwa 15 Millionen Euro investiert, mehr als 30 Lkw-Stellplätze und ein Parkhaus für rund 250 Fahrzeuge. Die Lidl-Regionalgesellschaft beschäftigt aktuell rund 290 Mitarbeiter, nach dem Umzug könnten es bis zu 400 sein.

Fotovoltaikanlage wird vergrößert

Zu den wesentlichen Änderungen im Vergleich zum Vorentwurf des vergangenen Jahres zählen eine erweiterte Begrünung des Dachs und des Parkdecks sowie eine größere Fotovoltaikanlage. Meier betonte, dass es auf dem Gelände ausreichend Lkw-Warteplätze geben werde, sodass keine „Logistikprobleme“ in Bietigheim zu erwarten seien. Für die Lastwagenfahrer errichte man zudem einen ansprechenden Warte- und Aufenthaltsbereich, sicherte er zu. Im Hinblick auf den erforderlichen Umbau der Kreuzung B3/K3737 seien die Planungen mit dem Landratsamt besprochen worden. Damit das erhöhte Verkehrsaufkommen von 420 Schwerverkehrsfahrten innerhalb von 24 Stunden nicht zu Rückstauproblemen führt, soll je eine Linksabbiegespur von der Kreisstraße 3737 nach links auf die B3 in Richtung Rastatt (von Muggensturm kommend) und in Richtung Karlsruhe (von Bietigheim kommend) gebaut werden. Aktuell geht es an dieser Kreuzung von der K3737 aus nur nach rechts oder geradeaus. Die Gemeinde übernimmt für diese Maßnahme zunächst die Kosten, die jedoch dann von Lidl übernommen werden, erläuterte Bürgermeister Constantin Braun. „Wir stehen nach wie vor zu unserem Rundum-Sorglos-Paket“, betonte der Lid-Projektleiter, der abschließend Applaus vom Gremium erhielt. Danach erläuterte Christine Wiederkehr vom Stadtplanungsbüro Schöffler verfahrenstechnische Details und Anregungen, die im Rahmen der Beteiligung von Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange eingegangen waren. Zur Vorbereitung des Bebauungsplanverfahrens war überdies eine Vielzahl von Fachgutachten erforderlich bezüglich Altlasten, Boden, Entwässerung, Lärmschutz und Verkehr. Im Hinblick auf die verkehrstechnische Untersuchung des Karlsruher Ingenieurbüros Koehler & Leutwein korrigierte sie die Aussage vom Februar 2020, dass sich 70 Prozent der Schwerverkehrsfahrzeuge über die B3 in Richtung Rastatt und 30 Prozent über die B3 in Richtung Karlsruhe orientieren: „Es ist genau andersherum“, betonte sie. Nach der Zustimmung des Rats zum Bebauungsplanentwurf wird dieser für die Öffentlichkeit ausgelegt, Behörden und Träger öffentlicher Belange werden weiter am Verfahren beteiligt. Im Spätjahr soll der Satzungsbeschluss erfolgen.


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