Luca oder Corona-Warn-App?

Baden-Baden (galu) – Die Qual der Wahl zwischen offizieller Corona-Warn-App von Bund und Ländern und Luca-App haben Smartphone-Nutzer. Doch wie unterscheiden sich die Programme in der Anwendung?

Während bei der Corona-Warnapp jederzeit die volle Anonymität gewährleistet wird, müssen sich Nutzer der Luca-App einmalig identifizieren. Foto: Kay Nietfeld/dpa

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Während bei der Corona-Warnapp jederzeit die volle Anonymität gewährleistet wird, müssen sich Nutzer der Luca-App einmalig identifizieren. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Luca-App soll nun in mehr Landkreisen eingesetzt werden, auch in Rastatt (siehe weiteren Bericht:Luca-App soll Gesundheitsämter entlasten). Aber welche Vorteile bietet Luca gegenüber der offiziellen Corona-Warn-App von Bund und Ländern, wo liegen maßgebliche Unterschiede?

Die Corona-App tauscht fortwährend mit anderen App-Nutzern verschlüsselte Codes via Bluetooth aus, sobald die vom Robert-Koch-Institut festgelegten Kriterien einer Begegnung erfüllt sind. Dabei werden lediglich die Begegnung, die zeitliche Dauer dieser sowie der Abstand zwischen den Personen protokolliert. Nach 14 Tagen löscht das Smartphone diese Codes wieder, auf den Servern sind diese weiter hinterlegt. Im Falle einer Infektion kann der App-Nutzer diese an die App weitergeben. Über die Rückverfolgung der ausgetauschten Codes werden mögliche Kontaktpersonen über ihre App informiert. Auch hier wird jederzeit die volle Anonymität gewährleistet, es gibt zu keinem Zeitpunkt eine direkte Rückverfolgung der Person oder ihres Aufenthaltsorts.´

Luca ist mit dem Gesundheitsamt verknüpft

Die Luca-App hingegen benötigt zunächst eine Anmeldung. Dort hinterlegt der Nutzer seine persönlichen Daten und muss diese mitsamt einer Telefonnummer verifizieren. Somit werden die klare Identifikation sowie die Kontaktaufnahme durch die Gesundheitsämter sichergestellt.

Ab dem Zeitpunkt der Anmeldung generiert Luca einen QR-Code, welcher sich minütlich ändert. Mit diesem Code – oder einem speziellen Schlüsselanhänger – können sich Nutzer dann an den besuchten Orten einloggen, sofern diese ebenfalls Luca nutzen. Ist die Option des Geofencings aktiviert, wird der App-Nutzer beim Verlassen der Lokalität dort automatisch ausgeloggt. Veranstalter können die persönlichen Daten ihrer Besucher zu keinem Zeitpunkt einsehen, diese werden verschlüsselt und anonymisiert über die QR-Codes gespeichert.

Im Falle einer Infektion kann ein App-Nutzer seine Kontaktdaten für das Gesundheitsamt freigeben, umgekehrt wird ein App-Nutzer per App informiert, sollte eine Infektionsmeldung erfolgen. Das Gesundheitsamt kann erst nach Freigabe der Daten durch den App-Nutzer diese entschlüsseln und erhält somit Informationen über die Aufenthaltsorte der letzten 14 Tage. Diese betroffenen Gastgeber werden wiederum vom Gesundheitsamt via Luca kontaktiert und ebenfalls aufgefordert, die zeitlich relevanten Check-Ins zu übermitteln und freizugeben. Erst dann können diese Daten entschlüsselt werden. Mit diesen Informationen kann das Gesundheitsamt dann eine Nachverfolgung der Kontaktpersonen einleiten und diese kontaktieren.

Ein klarer Vorteil der offiziellen Corona-Warn-App ist somit die durchgehende Anonymität, welche jedoch die Kontaktverfolgung deutlich erschwert. Luca hingegen ist eine direkte Entlastung für das Gesundheitsamt, da dort mit den entschlüsselten Daten sofort gearbeitet werden kann.

Zum Thema: Datenschutz

Als die Luca-App erstmals in den Blick der Öffentlichkeit geriet, haben sich insbesondere Datenschützer zunächst kritisch geäußert. Dr. Stefan Brink, Landesbeauftragter für Datenschutz in Baden-Württemberg, ist überzeugt vom Konzept der App.

„Wir haben uns bereits Mitte Februar positiv zu Luca geäußert und das Sozialministerium zu einem Pilotversuch ermutigt“, so Brink. Somit haben er und sein Team eine klare Empfehlung ausgesprochen, da die App ein sinnvolles Hilfsmittel in der Pandemiebekämpfung sein könne. Besonders die Zugänglichkeit der Daten für die Gesundheitsämter sei hier ausschlaggebend. Luca könne somit ein „Ende der Zettelwirtschaft“ ermöglichen.

Zu bedenken gibt er, dass Luca gar nicht so guten Datenschutz wie die offizielle Corona-Warn-App bieten könne, da ja bewusst mit den Daten und deren Zugänglichkeit gearbeitet wird, anstatt mit Anonymität. Dementsprechend habe Luca zwar verschiedene Problematiken, diese werden aus seiner Sicht jedoch durch die „vorzügliche Arbeit in der Verschlüsselung“ aufgefangen.

Ihr Autor

BT-Volontär Lukas Gangl

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Erstellt:
27. März 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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