Ludwig, die Stadtmaus: Vierter Band in Arbeit

Rastatt (sl) – Die Corona-Krise hält den Rastatter Kinderbuchautor Hans Peter Faller nicht vom Schreiben ab. Im Frühjahr soll der vierte Band mit Geschichten über „Ludwig, die Stadtmaus“ erscheinen.

Hans Peter Faller macht auf den Kirchenstaffeln von St. Alexander Werbung für seine Stadtmausbücher. Foto: Frank Vetter

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Hans Peter Faller macht auf den Kirchenstaffeln von St. Alexander Werbung für seine Stadtmausbücher. Foto: Frank Vetter

Spurlos geht die Corona-Krise auch nicht an Ludwig, der Stadtmaus, beziehungsweise an ihrem Schöpfer, dem Rastatter Kinderbuchautor Hans Peter Faller vorüber. In seinem Garten strahlt die Sonne vom blauen Himmel, aber Faller schaut alles andere als glücklich, wenn er dem BT von ausgefallenen Schul- und Kindergartenfesten, gecancelten Stadtführungen und Lesungen, dem abgesagten Bauernmarkt oder davon erzählt, dass die Stadt Rastatt in diesem Jahr nicht bei der Offerta vertreten sein wird. „Und für den Weihnachtsmarkt habe ich ehrlich gesagt wenig Hoffnung“, schüttelt er den Kopf.

Dies alles wären eigentlich Gelegenheiten, kleine und große Leseratten für die Geschichten über die gewitzte Rastatter Stadtmaus und ihre Freunde zu begeistern – und nebenbei auch Werbung für die Barockstadt und ihr historisches Erbe zu machen.

Pfarrer erlaubt Buchstand auf Kirchentreppe

Außerdem stapeln sich in der Garage des Rastatters die just vor Corona neu aufgelegten Exemplare seines ersten Ludwig-Bands, die ohne die abgesagten Veranstaltungen derzeit nur schwer verkäuflich sind. Auf dem Rastatter Wochenmarkt dürfe er nicht verkaufen, weil Bücher nun einmal keine Lebensmittel seien, zuckt Faller mit den Schultern. Allerdings habe ihm Stadtpfarrer Ralf Dickerhof erlaubt, an Marktsamstagen einen Stand auf den Treppen der Alexanderkirche aufzuschlagen.

Und auch die kommunalen Ferienprogramme bringen den Stadtmaus-Vater wieder ins Spiel. Angebote mit der Stadtmaus gibt beziehungsweise gab es bereits in Bietigheim, bei den Volksschauspielen Ötigheim und an der Rastatter Gustav-Heinemann-Schule sowie in Ottersdorf. Das Leuchten in seinen Augen kehrt augenblicklich zurück, wenn er davon und von seinem nunmehr vierten Band mit Ludwig-Geschichten schwärmt.

Mäusegeschichten führen auch ins Umland

Das Skript ist so gut wie fertig, mit den Illustrationen ist wieder die Zeichnerin Maria Karipidou beauftragt. „Ludwig, die Stadtmaus – von Hochwasser, Masken, Glühwürmchen und wilden Orchideen“ lautet der vielversprechende Arbeitstitel. In den sieben Kapiteln wagt Ludwig wieder den Schritt über die Rastatter Stadtgrenzen hinaus. So spielt die Geschichte „Von Hardtmäusen, Wallfahrten und Kleiekotzern“ in Durmersheim. „Dort erhalte ich viel Unterstützung von der Gemeinde und vom Arbeitskreis Heimatpflege“, lobt der Autor. Das sei leider nicht überall so. Ludwig macht ferner einen Abstecher nach Sinzheim, wo die Nacht zum Tag wird, nach Plittersdorf, wo Tulla den Rhein begradigt, nach Elchesheim-Illingen, wo es zu einer dramatischen Vermisstensuche kommt und nach Baden-Baden und Iffezheim, wo es natürlich um schnelle Pferde und große Hüte geht. Aber auch einer Rastatter Institution soll ein Denkmal gesetzt werden: Dem legendären Kaufhaus KD und seiner knarzenden Holztreppe. Eigentlich sollte das fast 100-seitige Buch rechtzeitig vor Weihnachten erscheinen, bedauert Faller, aber Corona macht wohl auch diese Pläne zunichte. Es wird wohl Frühjahr werden, bevor man das frisch gedruckte Exemplar in Händen halten kann.

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Erstellt:
13. August 2020, 18:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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