Lückenschluss der B3 neu läuft gut an

Baden-Baden/Sinzheim (nie) – Erst die Rampe, dann die Lärmschutzwände: Der Lückenschluss der B3 neu ist Thema im Sinzheimer Gemeinderat gewesen. Das Vorhaben soll 2024 beendet werden.

So sieht es gerade am nördlichen Punkt der Baumaßnahme für den Lückenschluss aus. Die Rampen zur B500 (Mitte) sind gesperrt, die jetzige L80/B3 (unten) nur einspurig befahrbar. Foto: Bernhard Margull

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So sieht es gerade am nördlichen Punkt der Baumaßnahme für den Lückenschluss aus. Die Rampen zur B500 (Mitte) sind gesperrt, die jetzige L80/B3 (unten) nur einspurig befahrbar. Foto: Bernhard Margull

Die gute Nachricht hat Jürgen Genthner gleich vorweggenommen: „Der Plan kann Stand jetzt gehalten werden.“ In der Gemeinderatssitzung in Sinzheim am Mittwochabend hat Genthner als Vertreter des Regierungspräsidiums (RP) mit weiteren Verantwortlichen über die aktuellen Baumaßnahmen rund um den Lückenschluss der B3 neu informiert.

Auf die Vorgeschichte wollte der Leiter des Straßenbaureferats Mitte gar nicht mehr eingehen, die sei schließlich allen bekannt. Nach einer jahrzehntelangen Hängepartie um die Arbeiten zum Ausbau zur B3 neu, hatten im vergangenen Sommer Jürgen Genthner und Nicole Trachte vom RP sowie Markus Baßler (DB Netz AG) in Sinzheim einen verbindlichen Bauzeitenplan vorgestellt mit einem Bauzeitende im Jahr 2024. Diese drei waren auch nun wieder zu Gast.

Klemens Mercsanits, Chef des zuständigen Ingenieurbüros Baumeister, erläuterte den derzeitigen Stand und gab einen Ausblick. „Wir haben an zwei Fronten begonnen, im Süden und im Norden.“ Im Süden, zwischen dem Sinzheimer Park&Ride-Parkplatz und der Panoramastraße bei Müllhofen, werde seit 14. September gearbeitet. Auf rund 1,5 Kilometern wird der derzeitige Bahnunterhaltungsweg zur B3 neu ausgebaut, ein Wirtschaftsweg angelegt, Amphibienwände gesetzt, der Steckenmattgraben in sein endgültiges Bett verlegt und Retentionsräume (Hochwasserschutz) geschaffen. Momentan „geht es im Erdbau zügig voran“, in den nächsten Schritten könne die Frostschutzschicht aufgebracht werden, so Mercsanits. Beeinträchtigungen für den Verkehr gibt es an der Stelle nicht, da nicht in den laufenden Verkehr eingegriffen wird.

Getrennte Links- und Rechtseinbiegespuren

Anders verhält es sich im Norden. Dort sind seit 14. Oktober Umleitungen, Ampelschaltungen und einspurige Sperrungen vorzufinden. Beim Knotenpunkt B500/B3/L80 bei Kartung wird nämlich die Fahrbahndecke erneuert und neue Rampen im Bereich der Zufahrt zur L80 im Vollausbau hergestellt – es sollen dabei getrennte Links- und Rechtseinbiegespuren entstehen. Die nördliche Rampe muss laut Mercsanits bis Februar 2022 fertig sein, dann beginne die DB mit der Instandsetzung der Lärmschutzwände dort und es gehe an der südlichen Rampe weiter. Im April sollen beide Rampen ihr neues Gesicht haben. Ebenfalls werde bis April die rückwärtige, neue Anbindung zur Firma Reisser hergestellt. Hier habe es Verzögerungen gegeben, da der zuständige Justiziar der Firma schwer erkrankt gewesen sei, erläuterte Mercsanits auf Nachfrage von Matthias Schmälzle (Grüne).

Auf die Lärmschutzwände ging Beatrice Gottlöber vom Ingenieurbüro Kutz ein. Die jetzigen Betonelemente werden gegen Aluminiumelemente ausgetauscht. Die zu erneuernde Strecke von rund 2.750 Meter werde in Teilabschnitte unterteilt – je 60 bis 70 Meter à drei Wochen. Halbseitige Sperrungen gingen einher, die mit den jeweiligen Abschnitten mitwanderten, auch die einmündenden Straßen seien aber in die Ampelschaltungen integriert.

„Sorgentelefon“ für Bürger

Insgesamt sei für den Austausch der Zeitraum von Februar 2022 bis Dezember 2022 vorgesehen, sagte Gottlöber. Aufgrund der hohen Frequentierung der Bahnschienen dort, könne man die Strecke nicht komplett sperren – darum wird nachts in den sogenannten Sperrpausen gearbeitet. Diese Pausen seien von etwa 22 bis 4 Uhr. Markus Baßler sagte auch, dass er nicht davon ausgehe, dass der Personenverkehr der Bahn am Tag durch die Bauarbeiten beeinträchtigt werden würde.

Alle Verantwortlichen sicherten den Gemeinderäten auf Nachfragen zu, dass man hinsichtlich der Lärm- und Verkehrsbelastung sowie möglicher Erschütterungen die bestmöglichen Arbeitsvarianten gewählt habe. Genthner machte aber auch keinen Hehl daraus, dass es für die Anwohner und Nutzer der Straße zu Beeinträchtigungen kommen werde und bat im Voraus um Entschuldigung. Er versprach, dass ein „Sorgentelefon“, wie Anton Jany (FW) es nannte, eingerichtet werde. Hierbei könne man sich beim Projektleiter jederzeit melden, Kontaktdaten würden kommuniziert werden. Nicole Trachte fügte an, dass es vor Beginn der Lärmschutzwand-Maßnahme eine Infoveranstaltung für die Bevölkerung geben soll, um anhand der Zeitpläne detailliert zu berichten.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

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Erstellt:
29. Oktober 2021, 13:30 Uhr
Lesedauer:
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