Lüften und CO2-Ampeln an Rastatter Schulen

Rastatt/Durmersheim/Kuppenheim/Hügelsheim (ema/sawe/yd) – Einige Schulen im Raum Rastatt müssen noch auf Luftfilteranlagen warten. Wohl erst Ende des Jahres werden die Klassen ausgestattet.

Bund und Land fördern die Anschaffung von Lüftungsanlagen in den Schulen. Viele Anträge sind aber noch nicht bearbeitet.  Foto: dpa

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Bund und Land fördern die Anschaffung von Lüftungsanlagen in den Schulen. Viele Anträge sind aber noch nicht bearbeitet. Foto: dpa

Zum Start des neuen Schuljahrs sind die Kommunen beim Schutz vor Corona unterschiedlich gerüstet, wie eine BT-Umfrage in einigen Rathäusern ergab. Lüftungsanlagen lassen meist noch auf sich warten. Im Einsatz sind vielerorts CO2-Ampeln.
In Rastatt hat man sowohl für stationäre Lüftungsanlagen als auch für mobile Luftfilter Förderanträge gestellt. Seit dem Beschluss des Gemeinderats Ende Juli hat die Stadt die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben. Die Bewerbungen von Planungsbüros werden gerade ausgewertet. Voraussichtlich Ende des Monats werden die Aufträge vergeben. Der Einbau der Anlagen erfolgt dann innerhalb von zwölf Monaten nach der Erteilung der Förderbescheide durch den Bund, informiert die Verwaltung.

Profitieren will Rastatt auch von einem Förderprogramm des Landes für die Anschaffung von mobilen Raumluftfiltergeräten. Auch hier hat die Stadt ihre Anträge eingereicht und den Bedarf an mobilen Geräten für 16 Räume in der Hansjakob-Schule, der Johann-Peter-Hebel-Schule, der Grundschule Ottersdorf und der Karlschule gemeldet. Das Land bewerte nun diese Anträge und priorisiere die Räumlichkeiten. „Wir warten derzeit auf die Rückmeldung vom Land, dann erst können wir die Aufträge ausschreiben“, heißt es aus dem Rathaus. Voraussichtlich Ende des Jahres werden die Schulklassen mit den mobilen Geräten ausgestattet sein.

Manche Schulen schon ausgerüstet

Bereits im Einsatz sind 152 CO2-Ampeln in 13 städtischen Schulen; 60 weitere Geräte gingen an die vier städtischen Kindertagesstätten. Im Ludwig-Wilhelm-Gymnasium laufen seit Jahreswechsel vier mobile Luftfilter probeweise in zwei Räumen, die vor allem während der Umbaumaßnahme schlecht zu lüften waren.

In Kuppenheim sind mittlerweile alle Klassenzimmer in der Favoriteschule, Grundschule Oberndorf und der Werner-von-Siemens-Realschule sowie alle Betreuungsräume in den städtischen Kindergärten Villa Kunterbunt und Villa Picolino mit CO2-Ampeln ausgestattet, informiert die Stadtverwaltung. In der Grund- und Werkrealschule Favoriteschule Kuppenheim und in der Grundschule Oberndorf ist der Einbau von stationären Lüftungsanlagen vom Gemeinderat bereits bewilligt. Für beide Maßnahmen muss mit einem Investitionsvolumen von 900.000 Euro gerechnet werden; die Arbeiten laufen bereits.

Ziel sei es, dass die Lüftungsanlagen nach den Winterferien in Betrieb gehen.

Raumluftgeräte in Kindergärten

Für die städtischen Kindergärten Villa Kunterbunt und Villa Picolino wurden mobile Raumluftgeräte bereits bestellt, die Ende des Monats installiert werden. Für die kirchlichen Kindergärten Arche Noah und Emmaus sowie dem privaten Kindergarten Kleine Riesen wurden seitens der Stadt entsprechende Zuschüsse für die Beschaffung von Raumluftgeräten zugesagt. Mittelfristig schlägt die Verwaltung vor, stationäre Lüftungsanlagen in allen Kindergartengebäuden, die im städtischen Eigentum sind (Villa Kunterbunt, Villa Picolino, Emmaus, Kleine Riesen), zu installieren.

Durmersheim wappnet sich

Auch in Durmersheim will man sich für den zweiten Herbst in der Pandemie wappnen. „Wir sind dran an der Beschaffung von Luftfiltern“, sagt Petra Dürrschnabel, stellvertretende Hauptamtsleiterin der Hardtgemeinde. Ausgestattet werden sollen zunächst besonders schwer belüftbare Räume – Werkräume, die im Keller des Schulgebäudes liegen etwa. Insgesamt betrifft dies fünf Zimmer an den Durmersheimer Schulen, für die die Gemeinde zuständig ist. Die Anschaffung wird zu 50 Prozent aus staatlichen Geldern gefördert. „Sollte noch Geld übrig sein, können wir eventuell auch noch mehr Luftfilteranlagen besorgen“, so Petra Dürrschnabel. Bereits vorhanden seien sogenannte CO2-Ampeln, die bereits im vergangenen Winter für die Klassenzimmer und Kindergartenräume gekauft wurden.

CO2-Ampeln in Hügelsheim-Sinzheim

Die Nikolaus-Kopernikus-Grund- und Werkrealschule Hügelsheim-Sinzheim startet ohne Raumluftfiltergeräte in das neue Schuljahr. Sie setzt auf Lüften und ein CO2-Ampel-System. Die Ampeln wurden bereits vor etlichen Monaten für alle Klassenzimmer angeschafft, berichtet Hauptamtsleiterin Nicole Walter auf BT-Nachfrage. Springt die Ampel auf Rot, dann werden die Fenster geöffnet und es wird durchgelüftet. Die Geräte wurden seinerzeit mit Fördermitteln aus dem Digitalpakt Schule und Mitteln aus dem Gemeindehaushalt finanziert. Da nach Expertenmeinung Stoßlüften immer noch die beste Methode sei und dies auch in der gesamten Schule gut machbar ist, sehe man in Hügelsheim zumindest derzeit keine Veranlassung, Luftfiltergeräte anzuschaffen, so Walter.

Corona: Die neuen Regeln an Schulen

Das Land hat die Sicherheitsmaßnahmen in pädagogischen Einrichtungen im Fall einer Corona-Infektion neu gefasst:

– Bei einem positiv getesteten Fall in der Klasse werden alle nicht geimpften und nicht genesenen Schüler fünf Tage hintereinander getestet.

– Beschäftigte in Schulen und Kitas, die nicht immunisiert (geimpft oder genesen) sind, müssen sich jeden Tag vor Arbeitsbeginn testen.

– Infizierte Kinder werden unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt.

– Die jeweilige Schulklasse bleibt in dieser Zeit, etwa in den Pausen, im Klassenverband und mischt sich nicht mit anderen Klassen.

– Sportunterricht findet nur draußen und im Klassenverband statt.

– Im Musikunterricht muss während dieser Zeit auf Gesang und das Nutzen von Blasinstrumenten verzichtet werden.

– Sobald gleichzeitig 20 Prozent der Schüler einer Klasse innerhalb von zehn Tagen Infektionen aufweisen, prüft das örtliche Gesundheitsamt, für welche Schüler beziehungsweise ob für die gesamte Klasse Quarantäne angeordnet wird. Diese Regelung gilt analog auch für die Kitas.

Ansonsten gelten Regeln und Hygienekonzepte wie bereits vor den Ferien (A-H-A und Lüften), informiert die Rastatter Stadtverwaltung. In Schulen und in Schulkindergärten muss zweimal pro Woche getestet werden. Ausgenommen von der Testpflicht sind immunisierte Personen (also vollständig geimpfte oder genesene Personen). An Schulen, an denen Schüler per Antigentest getestet werden, sollen drei statt zwei Testungen wöchentlich durchgeführt werden. Bei PCR-Pooltests bleibt es bei der zweimaligen Testung pro Woche. Es gilt eine inzidenzunabhängige Maskenpflicht. Gelüftet werden soll alle 20 Minuten oder nach Warnung durch CO2–Ampeln.


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