Lüftungsanlagen für Bühler Schulen

Bühl (sre) – In den Bühler Schulen müssen die Fenster auch in diesem Winter oft geöffnet werden. Denn es wird zwar in stationäre Lüftungsanlagen investiert, doch bis zum Einbau wird es noch dauern.

Auch im kommenden Winter gibt es nur eine Lösung: An Bühler Schulen muss weiterhin gelüftet werden. Foto: Gregor Fischer/dpa

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Auch im kommenden Winter gibt es nur eine Lösung: An Bühler Schulen muss weiterhin gelüftet werden. Foto: Gregor Fischer/dpa

Die Fördergelder sind da, der politische Wille ebenfalls: Einstimmig hat der Bühler Gemeinderat am Mittwochabend beschlossen, 262 Räume in Schulen und Kitas mit stationären Lüftungsanlagen auszustatten. Doch für den kommenden Winter nützt das wenig: Erneut werden Kinder, Jugendliche, Erzieherinnen und Lehrkräfte mit niedrigen Temperaturen und offenen Fenstern klarkommen müssen.

Denn der Einbau der stationären raumlufttechnischen Anlagen, sogenannten RLT-Anlagen, wird einige Zeit in Anspruch nehmen, wie die Verwaltung unumwunden klar machte. Es sei schon „sportlich“, das Programm bis Mitte Juli nächsten Jahres abzuwickeln, sagte Klaus Dürk, Leiter des städtischen Fachbereichs Bildung, Kultur und Generationen. Deshalb werden auch Planungsbüros beauftragt und es wird eine zusätzliche Stelle in der Abteilung Hochbau geschaffen. Außerdem werde man nicht umhinkommen, auch außerhalb der Schulferien zu arbeiten, sagte Gereon Zimmer, Sachgebietsleiter Hochbau, auf Nachfrage von Johannes Moosheimer (FW). Man werde sich aber bemühen, die Belastungen im laufenden Betrieb so gering wie möglich zu halten. Die Frist hat der Bund gesetzt: Wenn die Anlagen bis 16. Juli 2022 nicht in Betrieb gehen, könnte die Förderung, immerhin 80 Prozent der Gesamtinvestition, verfallen.

Millionenförderung vom Bund

Natürlich sei es „nicht ideal“, dass im Winter erneut mithilfe von CO2-Ampeln normal gelüftet werden müsse, sagte Bürgermeister Wolfgang Jokerst auf Nachfrage von SPD-Stadträtin Barbara Becker. Aber man habe mit allen Schulen gesprochen, das Votum sei einstimmig gewesen: Die Lüftungsanlagen würden gewünscht, die Einbaudauer werde von allen Schulleitern akzeptiert.

Wie berichtet, hatte die Stadt für alle städtischen Schulen und Kitas Förderung beantragt und zudem mit den Kindertageseinrichtungen der kirchlichen und freien Träger vereinbart, dass auch diese entsprechende Anträge einreichen.

Und das schnelle Handeln hat sich gelohnt: Alle von der Verwaltung gestellten Anträge wurden bewilligt. Für die städtischen Einrichtungen erhält Bühl voraussichtlich rund 4,7 Millionen Euro vom Bund, weitere rund 1,9 Millionen Euro muss die Kommune selbst tragen. Die freien und kirchlichen Träger erhalten knapp 1,3 Millionen Euro vom Bund. Den für die Träger verbleibenden Eigenanteil von 252.000 Euro übernimmt die Stadt.

Für diese Vorgehensweise gab es breite Zustimmung im Gemeinderat. Die Anlagen seien „mittelfristig die beste Lösung“, betonte Georg Feuerer (CDU). Auch Karl Ehinger (Freie Wähler) zeigte sich überzeugt, dass der Einbau eine Verbesserung für den Schulbetrieb bedeute.

„Richtig und notwendig“

Für eine Stadt mit einem so hohen strukturellen Defizit wie Bühl seien auch 20 Prozent Eigenanteil ein Problem, meinte Walter Seifermann (GAL). Dennoch habe man keine Wahl: Die Gesundheit von Kindern und Lehrern zu schützen, sei „richtig und notwendig“. Ähnlich äußerten sich auch Lutz Jäckel (FDP) und Bernd Broß (CDU), die aber wie auch Karl Ehinger Zweifel hatten, ob die Frist bis Juli nächsten Jahres für die Umsetzung zu schaffen sei.

In Bezug auf den Zeitdruck stecke man „im selben Dilemma wie viele Kommunen“, sagte Fachbereichsleiter Dürk. Man müsse im Zweifelsfall nachweisen können, „dass wir das Programm voll fahren“. Wenn es dann zum Beispiel Lieferschwierigkeiten gebe, müsse man gegebenenfalls einen Verlängerungsantrag stellen, zerstreute er die Sorge, dass die Stadt am Ende ohne Förderung dastehen könnte.

Mobile Lüftungsgeräte, auch da war man sich einig, werden in Bühl nur in Ausnahmefällen gekauft, wenn keine andere Möglichkeit zur Luftverbesserung besteht. Zudem sollen weitere CO2-Ampeln beschafft werden. Entsprechende Förderanträge seien bereits gestellt, hieß es in der Sitzung.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Sarah Reith

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Erstellt:
24. September 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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